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Risoid System: Erste Welt-Style

Feiner Stoff aus dem Pott
Wertung: 7.5/10
Genre: Thrash Metal, Hardcore
Spielzeit: 16:18
Release: 06.07.2012
Label: Eigenproduktion

Unter dem Prädikat „Erste Welt-Style“, nebenbei nicht nur das selbst ernannte Genre der Pottler Risoid System, sondern auch der Titel ihrer ersten Scheiblette, kann man sich auf den ersten Blick nur wenig vorstellen. Musikalisch geht das Ganze in Richtung schmutzig-rotziger Death meets Thrash meets Hardcore, also so, wie man sich Metal aus dem Ruhrpott durchaus vorstellt und gefallen lässt. Und ein Herz für Fans haben die fünf Essener Jungs auch noch – nicht nur, dass man selbst wählen kann, für wie viele Euronen man die Scheibe bestellen will, „Erste Welt-Style“ kommt auch noch richtig hübsch aufgemacht daher, inklusive selbst gefaltetem Origami-Papierhüllchen und den Songtexten auf der Innenseite. Optisch macht das im CD-Regal auf jeden Fall was her.

Hübsch mit rosa Poloshirts inklusive aufgestelltem Kragen verbreiten die Jungs von Risoid System die frohe Kunde, dass deutschsprachiger Ruhr-Metal lebt und gedeiht. Die Produktion der Scheibe mag streckenweise etwas holprig daherkommen, aber für eine Eigenproduktion kann man an sich nicht viel meckern – da hat man in jüngster Vergangenheit schon wesentlich Schlimmeres auf der To-Do-Liste gehabt. Außerdem grooven Risoid System wie die Schweine, das kann man direkt beim EP-Opener „Meating“ zweifelsfrei feststellen. Der Text passt übrigens auch gut zur sommerlichen Hitze: „Rohes Fleisch wollen wir, frisch vom Grill mit ’nem Bier…“ So klingen die Fünf wie die Fleischmeister schlechthin, im Verlauf des Textes muss man aber dahingehend umdenken, ob es sich hier nicht vielleicht doch um überaus zynische Anti-Fleischfresser handelt… Diese Vermutung kann man übrigens beim finalen „Mass Murder Happy Meal“ nochmals aufleben lassen, bei dem verständlicherweise über den übermäßigen Fleischkonsum und die dafür zu Millionen geschlachteten Tierchen lamentiert wird. Klar, schlimm ist’s und wir fressen wahrhaftig mehr totes Gewebe ins uns rein, als gut für uns wäre, aber hey – irgendwie bekommt man doch direkt wieder Bock auf ein blutiges Steak.

Bevor es hier aber in Grundsatzdiskussionen ausartet, widmet man sich doch lieber wieder der Musik des Quintetts. Nachdem man sich bei „Meating“ schon davon überzeugen konnte, dass die Herren amtlich grooven können, gerät der folgende Titeltrack dann ein bisschen Crossover-mäßiger, hat man sich doch hier mit einem jungen Mann namens Crysick Dahma zusammengetan, der sehr geil seinen Sprechgesang dazu gibt. Von schnödem Rap kann man hier beim besten Willen nicht sprechen, kommt der Song doch außerordentlich aggressiv daher und macht sich damit gleich zum zweiten Anspieltipp auf „Erste Welt-Style“.

Zum Finale hin prügelt sich das bereits erwähnte „Mass Murder Happy Meal“ noch mal richtig genial in die Gehörgänge und lässt auch einprägsame Leadgitarren nicht missen. Vor allem die klaren Gitarren und die Growls von Sänger Franz geben hier ein richtig gutes Paar ab.

Im Großen und Ganzen sind Risoid System wahrhaftig ein Pott’scher Geheimtipp, den man sich als Thrash-Metal- oder Hardcore-Fan unbedingt mal zu Gemüte führen sollte. Allein schon die liebevolle Verpackung des Erstlings bringt ordentlich Punkte auf der Habenseite und dann passt die Musik bis auf kleinere Durchhänger (zum Beispiel das vorbeiplätschernde „Unser Tod“) auch noch wie Arsch auf Eimer.

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