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Rise And Fall Of A Decade: Noisy But Empty

Beginnt durchaus engagiert, aber...
Wertung: 5/10
Genre: Cold Wave, Romantic, Klassik
Spielzeit: 38:52
Release: 15.06.2007
Label: Black Rain

Tot Gesagte leben bekanntlich länger. Warum soll dies auch bei dem französischem Trio Rise and Fall of a Decade anders sein? Einst im frühlingshaften Monat April des Jahres 1988 gegründet, haben Sandy Casado, Pierre Francois Maurin-Malet und Thierry Sintoni die Cold Wave/Romantic/Heavenly Voices - Szenen geprägt wie kaum eine andere Formation dieser kreativen Epoche. Fernab erotisch-avantgardistischer Erkennungsmerkmale (wie es ja bei ihren Landsleuten von Die Form ja bis heute noch Gang und Gebe ist), schaffen sich die drei Musiker ihren ganz eigenen Freiraum.

Doch gerade in den letzten Jahren ist es sehr ruhig um Rise and Fall of a Decade geworden. Von daher ist es dem Label “Ars Musica Diffundere/Black Rain“ hoch anzurechnen, das sie nun endlich die Frühwerke von RAFOAD einem neuen - und dazu noch gänzlich unverbrauchtem - Publikum wieder zugänglich machen. Vorbei ist also nun die leidige Zeit, in der man für die damaligen Originale horrende Geldsummen auf den Tisch legen musste: “Noisy but Empty“ aus dem Jahre 1992 bekommt hierbei nun die Vorreiterrolle zugeteilt und startet als Re-Release mit einem völlig neu gestaltetem Coverartwork.

Während in ihrer Heimat Frankreich RAFOAD oft im Radio und Fernsehen präsent waren, blieben sie in Deutschland hingegen ein Teil der „gotischen Undergroundkultur“ (was hierbei insbesondere auf ihre oftmals romantisch-melancholischen Textinhalte zurückzuführen ist). Dennoch sollte RAFOAD mitnichten in eine „Szene-spezifische Schublade“ geschoben werden: Zu ungewöhnlich, unberechenbar und manchmal auch drastisch sind ihre kompositorischen Klangerzeugnisse, als dass man sie nur einer speziellen Gruppe an Musikliebhabern zuordnen könnte.

Ein durchschnittlicher Song auf “Noisy but Empty“ beläuft sich auf eine moderat Spielzeit von etwa drei Minuten. Innerhalb dieser Zeitspanne bricht das Klangkonstrukt aber nicht selten zwei- bis dreimal seinen Stil. Was also beispielsweise als leichtfüßiger Popsong beginnt, endet nicht selten in einem Gewirr aus schwerverdaulichen Klassikmomenten und/oder progressiven Elektrosounds (“Children die in Silence“ und “Wheel of Cruelty“ sind m.u. hierbei solche Kandidaten). Beliebt ist auf “Noisy but Empty“ allerdings auch der Einsatz von reinen Akustikgitarren, die nicht von ungefähr ein atmosphärisches Neofolk-Flair a lá Death in June verbreiten. Kombiniert mit der glasklaren Sopranstimme von Sandy Casado ergeben sich hierbei durchaus spannende Klangwelten auf dem Silberling.

Doch leider Gottes muss Texter Pierre Francoise Maurin-Malet auch des Öfteren zum Mikrophon greifen, was auf Grund seiner zumeist völlig belang- und inspirationslosen Stimmlage dem Album allerdings mehr schadet als gut tut. Zudem krankt “Noisy but Empty“ insbesondere daran, dass nach der Hälfte der Spielzeit das kompositorische Niveau doch deutlich verflacht. Den unumstrittenen Tiefpunkt stellt hier zweifelsohne das grottenschlechte “Girls of the Ninetie´s“ dar, welches eine mehr als nur verunglückte Mischung aus Jahrmarktsmusik und New Wave darstellt.

Fazit: “Noisy but Empty“ beginnt durchaus engagiert mit einer wohligen „Düsteratmosphäre“, driftet allerdings dann leider immer weiter ins Belanglose ab. Lyrisch gibt man sich bei RAFOAD grundsätzlich stark sozialkritisch und vorausschauend. Doch müssen solche anspruchsvollen Texte wirklich durch unausgegorene Sounds verwässert werden? Aber sei’s drum: Denn mit “You or Sidney“ aus dem Jahre 1994 steht bereits der nächste (und zudem deutlich bessere!) Re-Release in den Startlöchern...

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