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Riger: Streyf

Referenzwerk des modernen und erwachsenen Pagan Metals
Wertung: 10/10
Genre: Pagan Metal
Spielzeit: 63:47
Release: 17.04.2009
Label: Det Germanske Folket

Wenn man nach der letzten Langrille „Gjallar“ ein halbes Jahrzehnt warten musste auf Nachschub in Form einer Full Length aus dem brandenburgischen Pagan Metal-Traditionshaus Riger, dann ist man mittlerweile regelrecht ausgehungert und neben der ständig wachsenden Vorfreude wird man mehr und mehr ungeduldig und beginnt mit den Hufen zu scharren. 

Fünf Jahre ist es nämlich inzwischen schon her, dass die Band mit einem Longplayer ihre Fans in ihren Bann ziehen und ebenso neue hinzugewinnen konnte. Doch wie sieht es nun im Jahre 2009 aus, wo die neue Scheibe namens „Streyf“ in die Schlacht geschickt wird?

Oftmals schon habe ich feststellen müssen, dass deutsche Lyrics entweder platt rüberkommen oder sonst wie ungekonnt ins Mikro geplärrt werden. Doch was bei Riger geboten wird, belehrt einen schnell eines Besseren, denn die Lyrics klingen einfach perfekt. Dabei ist es vollkommen egal, ob man es mit Growls zu tun hat, mit Flüster- oder ruhigen Clean-Vocals.

Schon beim ersten Durchlauf des Opener-Songs „Allbrandopher“ dämmert, dass man es hier mit einem ganz großen Werk zu tun hat: die Lyrics mitreißend, die Melodieführung harmonisch auf der einen und mit der richtigen Dosis Härte gewürzt auf der anderen Seite - dieser Song wird schon zu Beginn zu einem ganz besonderen Hörerlebnis. Wunderbar vertont haben es die Musiker, wie das Element des Erhabenen in „Ehr' im Sieg, Ehr' im Fallen“ durchscheint. 

Ganz getreu dem Songtitel schneiden sich schrabbelige Black Metal-Riffs einem Alptraum gleich in „Nachtmahr“ in die Haut des Hörers Trommelfell. Doch zunächst erklingt eine Kirchenglocke…ist es gar die Totenglocke? Die in meinem Wohnort hört sich jedenfalls so an.

Darf ich so weit gehen und „Hinter Mauern aus Stein“ als Referenzwerk dieses Genres bezeichnen? Ich werde dies hiermit einfach tun, denn dieses Stück ist einfach perfekt. Der folgende Track namens „Metall“ könnte am ehesten noch als Feierlaune-verbreitend durchgehen lassen und sollte live einiges an Stimmung zu erzeugen imstande sein.

Bei dem Songtitel „Geliebte Wut“ hätte manch einer vielleicht eher ein geballtes Pfund Musik gewordener Wut erwartet, aber was dem Hörer hier serviert wird, sind Akustikgitarren, welche geflüsterte Vocals begleiten, was einen wunderbaren Kontrast zum restlichen Material abgibt und die musikalische Vielfältigkeit eindrucksvoll darstellt. Der Song „Gier“ haut nach dieser Reise in akustische Gefilde wieder voll auf die Zwölf. 

Doch nicht nur in diesem Stück sind geflüsterte Worte und Akustikgitarren zu hören, auch beispielsweise in „Stammesbaum“ werden diese Stilmittel wieder eingesetzt und schaffen so einen Aspekt, welcher die Musik von Riger so einzigartig macht. Damit hebt sich diese Band auch so eindrucksvoll von der breiten und oftmals langweiligen Masse der Bands im Pagan Metal-Sektor ab. 

Neben den Trademarks des Pagan Metal, welche die Jungs in ihren Songs pflegen, wird eine moderne, aber in ihrer Umgebung dennoch vollkommen natürlich wirkende Ausrichtung eingewebt. Die Rede ist von Gitarrensoli, die herrlich frisch und überaus melodisch das Ganze aufzulockern vermögen, ein sehr schönes Beispiel hierzu findet man im Stück „Wenn das Licht uns nimmt“.

Weiterhin sei der Facettenreichtum äußerst lobenswert zu erwähnen, denn nach dem gerade angesprochenen melodischen und harmonisch wirkenden Stück ballern die Jungs dem Hörer mit „Zweites Gesicht“ einen bedrohlich wirkenden Song mit bösen Momenten voller schwarzmetallischer Raserei um die Lauscher. 

Das Titelstück „Streyf“ lässt die zuvor gehörten Stücke mit akustischen Gitarren vor einer Gewitterkulisse ausklingen. Doch Riger wären nicht Riger, wenn sie es allein dabei belassen würden. Unglaublich harmonische Melodieverläufe gehen hier mit der angewandten Härte eine so perfekte Symbiose ein, dass man einfach nur Worte der Begeisterung finden kann. 

Fazit: Das Warten hat sich definitiv gelohnt, denn mit „Streyf“ haben Riger wieder die Sturmspitze im Bereich des Pagan Metal übernommen. Erwachsener, durchdachter und was insgesamt am meisten Spaß macht: man findet derzeit in diesem Musiksektor kaum etwas annähernd Perfektes. Das ist moderner Pagan Metal in Perfektion, ein Pflichtkauf sei hiermit angewiesen. 

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