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Riefenstahl: Instinkt

Neue Deutsche Härte
Wertung: 4/10
Genre: Rock
Spielzeit: 45:29
Release: 25.05.2007
Label: Rude Records

Oft bemerkt man heutzutage die unterschiedlichsten Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache, sei es nun im täglichen, von vernichtenden Einflüssen angegriffenen Gebrauch als verkommende Umgangssprache, im höchst unverständlich gekünstelten Beamtendeutsch oder im schwierigen Gebrauch als Sprache in der Musik. Wir haben ein schwieriges Verhältnis zu gesungenem Deutsch, was einerseits durch die Entfremdung der Hörgewohnheiten mittels angloamerikanischer Musikkultur zu begründen ist, zum Teil aber auch selbstverschuldet scheint. Denn was setzt man denn direkt mit Musik in deutscher Sprache in Verbindung? Eigentlich nur Musik deren Glanzzeit sich vor der Inversion der deutschen Kultur abspielte, also an Werke die einen unbekümmerten Stolz auf die deutsch Sprache und Kultur haben konnten. Oder aber man kommt in das umstrittene Gebiet der Musikrichtung, die auch nach dem Missbrauch der deutschen Kultur im zweiten Weltkrieg noch an der deutschen Sprache und einem verkrüppelten Teil ihrer Kultur festgehalten hat, der Schlagermusik. Die Schwierigkeit wird noch deutlicher, wenn man sich nun nicht in einem veralteten Sprachstil bewegen möchte, sondern sich in musikalischem wie auch sprachlichem Stil zeitgemäß ausdrücken möchte.

Riefenstahl haben sich dieser schwierige Mission angenommen, recht annehmbar sogar. Die Texte sind, wie auch die Musik eingängig, vereinzelt sogar tiefgängig. Leider jedoch nicht kontinuierlich, denn die Band versucht sich auf ihrem zweiten Album immer wieder an Balladen. Diese wirken sehr unbeholfen, was nicht an der handwerklich soliden Instrumentierung, sondern eher am lyrischen Gehalt und dem Zusammenspiel mit dem Stil der Band zu liegen scheint.

Dem Sänger jedoch integrative oder gar lyrische Unfähigkeit vorzuwerfen, würde ihm nicht gerecht werden. Man kann sehr schön erkennen, wie die Stimme zu voller Entfaltung kommt, wenn das Umfeld stimmt, eine raue, energiegeladen-aggressive Stimmung die Szenerie bestimmt. Außerdem merkt man, dass die Viere ihre Musik als ganz persönlichen Ausdruck verstehen, ungekünstelt und gradlinig, nicht mit floskelhafter Ironie wie die Kollegen von Rammstein. Das Leben spricht hier direkt aus der Musik, im Guten wie im Schlechten.

Und überaus klar spricht sie zu einem, was zum einen durch die hör- und spürbar enge Verbindung der Musiker zu ihren Instrumenten begründet ist, zum anderen aber auch durch ein wunderbar rundes Mastering. Umso ärgerlicher, dass die düstere Wolke der trüben Balladen über dem Album hängt und den Blick auf harten, eingängigen Metal der Neuen Deutschen Härte verhängt.

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