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Riddick Jones: Die Ärste

Durschnittliches Songwriting, überdurchschnittliche Produktion
Wertung: 5/10
Genre: Neue Deutsche Härte/Alternative Rock
Spielzeit: 12:41
Release: 04.09.2009
Label: Strong Reaction Music

Beim Lesen des Titels der Debüt-EP der deutschen Newcomer Riddick Jones wird wohl so mancher skeptisch die Stirn runzeln. „Die Ärste“ - eine missglückte Version der Ärzte oder doch eine falsch geschriebene, vermeintlich lustige Variante von „Die Erste“? Ein Hinweis auf die musikalische Ausrichtung ist hier ebenfalls nicht gegeben, denn wer würde schon vermuten, dass hier irgendwo zwischen Neuer Deutscher Härte und Alternative Rock agiert wird?

Positiv lässt sich immerhin schon einmal vorwegnehmen, dass Riddick Jones trotz des NDH-Einflusses nicht wie eine Rammstein-Kopie klingen. Wirklich neue Ideen gibt es im Gegenzug aber leider auch nicht zu hören, so dass dieser Vorteil letztendlich schon wieder dahin ist. Relativ abwechslungsarm wird sich durch die vier geradlinigen Tracks gerockt, die jedoch allesamt eines gemeinsam haben – eine druckvolle Produktion, die in dem frühen Status, in dem die Band sich befindet, relativ ungewöhnlich erscheint, aber eine Menge rettet. Gerade dadurch zünden die donnernden Riffs gut und gleichen das eher simple Songwriting ein wenig aus.

Die Songs folgen allesamt einem sehr einfachen Schema, zu keiner Zeit wird experimentiert – im Prinzip ist das nicht immer schlimm, doch mehr Abwechslung hätte dieser EP wirklich sehr gut getan. Der Opener „Scheiß Drauf“ fängt dabei recht vielversprechend an, denn hier macht eine Akustik-Gitarre den Anfang, bevor die stampfenden Riffs einsetzen. Nebenbei gibt es noch einige elektronische Klänge zu hören, die gut eingesetzt wurden und somit keinen Raum zur Kritik lassen. Die Stimme des Sängers JJ fügt sich recht gut in den Song ein, erscheint aber nicht sonderlich außergewöhnlich. Immerhin ist der Gesang recht variabel, von rauen Melodien, über einige gesprochene Passagen bis hin zu Shouts ist hier eine große Bandbreite vorhanden.

Schon beim ersten Track fallen die Texte negativ auf, fast schon infantil wirkende Themen werden einfallslos mit einem vermutlich gewollten Proll-Faktor verbunden – das wirkt reichlich plump und ändert sich auch im weiteren Verlauf der CD nicht.

Mit dem zweiten Stück „Blindflug“ bieten sich dem Hörer einige Lichtblicke an, denn hier wird der Alternative-Rock-artige Song mit weiblichem Gesang gut ergänzt und zudem mit einem überraschend guten Gitarrensolo aufgewertet – technisch ist man also nicht ganz untalentiert. Ansonsten ist der Track vom Songwriting ebenfalls eher uninspiriert, auch wenn er wohl das „Highlight“ auf der EP darstellt.

Weiter geht es mit „Mehr“: Dem Hörer wird zwar wieder einmal das Gefühl vermittelt, das alles irgendwie schon einmal gehört zu haben, doch immerhin lässt sich dem Song ein gewisses Mitgröl-Potential attestieren. Den Abschluss macht „Zerstör Mich“ - textlich wieder sehr plump, aber die Riffs klingen erneut durch die starke Produktion sehr treibend und ein weiteres gelungenes Gitarrensolo gibt es auch zu hören.

Komplett schlechtreden sollte man Riddick Jones nun aber nicht, denn ein gewisses Maß an Talent kann man den Jungs nicht absprechen. Gerade mit einer solchen Produktion im Rücken sollten in Zukunft mit einem etwas ausgereifterem Songwriting gute Songs problemlos möglich sein.

Unterm Strich ist „Die Ärste“ eine durchschnittliche Erste, nicht mehr und nicht weniger. Wer sich an mangelnden Ideen nicht stört und einmal Lust auf Newcomer aus dieser Richtung hat, kann hier ruhig einmal reinhören, ansonsten gibt es andernorts bessere Alternativen.

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