Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Richtaste: Lights And Shades

Unauffälliges, durchschnittliches Zweitwerk
Wertung: 6.5/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 54:31
Release: 15.05.2009
Label: Fastball Music

Richtaste aus Bern in der Schweiz veröffentlichen mit „Lights And Shades“ ihr zweites Album, auf dem sie sich nach eigener Aussage in textlicher Hinsicht auch kritischer Themen annehmen wollen. Sänger Stefan Fankhauser sagte im Vorfeld über das neue Erzeugnis seiner Truppe: „Wohl stellen wir kritische Fragen, aber ich glaube, dass wir stets einen positiven Ansatz gefunden haben.“

Dieses Zitat beschreibt den Charakter von „Lights And Shades“ ziemlich treffend: Während sich Richtaste lyrisch mit teils durchaus ernsten und interessanten Themen wie der Suche des Spielers „Rocket Tom“ nach Anerkennung in der virtuellen Welt eines Shooter-Spiels oder der Erkenntnis, dass die Menschheit mindestens ein Dutzend „Supermen“ benötigt, um noch irgendwie gerettet zu werden, auseinandersetzen, verpacken sie ihre Texte in rockige, optimistisch klingende Arrangements. Großartige Experimente geht die Band dabei nicht ein; generell verlässt man sich auf herkömmliche Strophe-Refrain-Konstruktionen und bewegt sich klanglich in zugänglichen, melodischen Alternative Rock-Gefilden. Produktionstechnisch gibt es auch nichts zu bemängeln; sauber gespielt, nicht übermäßig glatt produziert und druckvoll dringt der Sound aus den Boxen.

Eigentlich bliebe nicht viel hinzuzufügen, bis auf die Tatsache, dass man das natürlich so oder ähnlich – und auch besser - alles schon etliche Mal gehört hat. Die Band macht ihre Sache zwar wie gesagt ordentlich; musikalisch ist allerdings nicht viel Wiedererkennungswert gegeben, da man sich an Standards orientiert ohne wirklich darüber hinauszublicken. Auch die Texte bedienen größtenteils gängigen und oft banalen Themen, ohne dabei durch besonderen lyrischen Wert aus der Masse herauszuragen. Die ein oder andere kleine elektronische Spielerei mit sprachverfremdenden Effekten (wie im Song „Duke Of Westpoint“) oder Keyboards („Where Can I Be“) ist ebenfalls aufzufinden; für den „eigenen Sound“ sorgt das aber dank der Genrestandards genauso wenig, wie der durchaus gelungene mehrstimmige Gesang.

Einzelne Tracks aus der Gleichförmigkeit des Albums hervorzuheben, fällt sehr schwer, da es keinen echten Durchhänger gibt, andererseits aber auch kein wirkliches Highlight. Richtaste gehen mal härter, mal sanfter zu Werke; meist strebt eine ruhige Strophe auf einen krachigen Refrain zu: So ist es üblich im weiten Feld des Post-Grunge beziehungsweise Alternative Rock und wem es so gefällt, der wird sich möglicherweise auch mit Richtaste anfreunden können.

Am Ende der Tracklist findet er sich dann doch noch, der Song, der zumindest ein bisschen hervorsticht: „The Sea“ ist eine erfreulich unkitschige Ballade geworden, die sich durch den Verzicht auf Schlagzeug oder Percussion und die gelungene minimalistische Instrumentierung mit Akustikgitarren, Gesang und Cello vom Rest des Materials und vor allem von all den mit Synthiestreichern und Effekten überladenen Schmonzetten des Genres abhebt. Ein schöner Abschluss eines Albums, dem es besonders im Vergleich mit anderen Rock-Alben noch an Eigenständigkeit, Abwechslung und Originalität mangelt.

comments powered by Disqus

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen