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Rhode Island Red: Kerosene EP

Keine Biospritpampe, sondern eine bleihaltige Rock-EP
keine Wertung
Genre: Hard Rock, Rock
Spielzeit: 13:54
Release: 30.06.2011
Label: Eigenproduktion

Nun denn, ab und zu scheinen die Briten doch einen vernünftigen Neuexport auf die Kette zu kriegen. Neuester Output aus den unübersichtlichen Weiten Londons sind Rhode Island Red mit ihrer Drei-Track-EP „Kerosene“. Das Quintett rund um Frontfrau Lyla D'Souza hat sich schon in einigen britischen Clubs einen guten Namen erspielen können und will nun die Landesgrenzen mit vorliegender EP sprengen.

Natürlich sind drei Songs einer neuen Band nur mit Vorsicht zu genießen, um endgültig einen Haken an die Aussage „gehaltvoll“ zu machen, doch was Rhode Island Red vorlegen, ist nicht von schlechten Eltern. Sie selbst bringen sich mit Bands wie Garbage und The Cult ins Gespräch. Kenner können jetzt mit der Zunge schnalzen, sollten aber doch erst ein Ohr riskieren, denn The Cult ist wenn überhaupt nur marginal zu finden und Garbage eher durch die Stimme der Frontfrau zu belegen.

Opener ist der EP-Titeltrack „Kerosene“ mit für Hard Rock schon fett bratenden Gitarren, Lyla glänzt mir einer gehörigen Portion Blues in ihrer Stimme und hat genug Power in ihrem Brustkorb, um von blusigen Einlagen problemlos zur Rockröhre zu pendeln. Ein gewisses Radiopotenzial ist dem Song genauso wenig abzusprechen wie die Eingängigkeit, die allen drei Songs zugrunde liegt. Mittlerweile ist dieses Lied auch als Video im Netz unterwegs; da bleibt nur zu hoffen, dass Rhode Island Red nicht auf die hochgepuschten Möpse der Frontfrau reduziert werden, zumal einige Textpassagen durchaus als schlüpfig durchgehen dürften („drench me with your kerosene“).

Mit „Beige“ gehen die LondonerInnen eine deutlich seichtere Marschrichtung, obwohl auch hier die Gitarren und der Bass ein hartes Grundgerüst legen. Gerade der Bass pumpt ordentlich zu den Strophen, doch im Refrain scheppern wieder alle zusammen, Lyla erhebt sich wieder zur Rockröhre und bietet einen absolut mitsingkompatiblen Refrain. „Stalemate“ ist eindeutig die ruhigste Perle auf diesem Drei-Tracker – einige Akustikgitarren, soul-bluesiger Gesang, nur im Refrain sorgen die Gitarren wenigstens wieder für ein rockiges Beigemisch.

„Kerosene“ ist keine Biospritpampe, sondern eine bleihaltige Rock-EP, welche mit gehörigem Radiopotenzial ausgestattet auch über die Insel hinaus Fans finden wird, denn die Mischung aus rockiger Härte und bluesiger Grundlage ist wie geschaffen für Tanzflächen und große Rockbühnen. Wäre gar nicht so überraschend, wenn man die BritInnen nächstes Jahr auch live im deutschsprachigem Raum antreffen würde – wie z.B. beim Bochum Total auf der Heinz-Bühne oder bei der R(heinkultur) in Bonn. Bis dahin zeigen dann Rhode Island Red vielleicht auf voller Schlagdistanz, was sie auf dem Kerbholz haben.

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