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Rhapsody Of Fire: The Cold Embrace Of Fear

Zuviel Story, zu wenig Musik, die es dann aber auch in sich hat
Wertung: 7/10
Genre: True Power Symphonic Metal
Spielzeit: 35:59
Release: 18.09.2010
Label: Nuclear Blast

Vor gerade mal einem halben Jahr veröffentlichten Rhapsody Of Fire das Album „The Frozen Tears Of  Angels“ und konnten wirklich überzeugen. Nun steht schon das nächste Werk kurz vor der Veröffentlichung und scharrt mit den Hufen. Klar, die Band hatte eine Zwangspause auf Grund rechtlicher Streitereien mit ihrem damaligen Plattenlabel, aber es scheint so, als ob man die genutzt hätte und schon einmal fleißig  an der „The Dark Secret Saga“ weiter komponiert hätte. Es wird also wieder deutlich symphonischer, aber nun wird über die Höreindrücke berichtet:

„The Pass Of Nair-Kaan“ ist der erste Akt dieser Scheibe, welche ein einziger Song ist. Es gibt zwar nicht wirklich Musik zu hören, aber das Hörspiel wird geschickt eingeleitet. Galoppierende Horden und Schmerzensbekundungen sorgen für einen dramatischen Auftakt.

Das wird bei „Dark Mystic Vision“ mit Orchesterunterstützung dramaturgisch weiter angeheizt. Zum ersten Mal bekommt man die umfassende Breite des Werkes zu hören. Nett gemacht, aber eigentlich will man Musik, am besten mit Gitarren, durch sein Trommelfell galoppieren lassen.

„The Ancient Fires Of Har-Kuun“ ist dann das erste wirkliche musikalische Teilstück dieses Konzeptalbums. Langsam steigert sich die Spannung, bis endlich die Stromgitarren erklingen. Ein Break und man zockt akustisch weiter. Fabio Lione zeigt sich von seiner besten gefühlvollen Seite. Langsam, aber stetig entwickelt sich der Song weiter. Da kommen Chorgesänge, die für das Thema allerdings ein wenig zu fröhlich rüberkommen. Das wirkt alles stimmig und bereitet viel Hörfreude. Die fast fünfzehn Minuten geballte Symphonic Power Metal verfliegen fast wie im Flug. Es wird mehrsprachig gesungen, was das Ganze zwar auflockert und nett anzuhören ist, aber zumindest bei mir für textliche Verständnislücken sorgt. Trotzdem ist es ein tolles Monumentalstück.

„The Betrayal“ ist ein fast vierminütiger Vortrag, der die Geschichte weitererzählt. Ein wenig Hörspiel übernimmt danach die Vorherrschaft und man lauscht der Auseinandersetzung der Akteure. Es ist sicherlich wichtig für die Story, killt aber eher die Stimmung. Manowar haben mit „Gods Of War“ leider auch schon bewiesen, dass so etwas meistens nicht wirklich funktioniert.

Blutroter Schnee wird auf italienisch in „Neve Rosso Sangue“ besungen. Ein wirklich schönes Zwischenstück mit leichtem Mittelalterspirit. Akustisch vorgetragen mit Streicherunterstützung wird ein gelungener Canon aufgebaut, der auch gut funktioniert.

Schade, dass man aber doch noch zum Manowar-Klon mutieren muss, denn „Erian’s Lost Secrets“ hätte so auch von den selbsternannten Metal-Kings kommen können. Es ist igentlich nicht schlecht, aber das doch ein wenig erzwungen wirkende Erhabene, das der Song ausstrahlt, wirkt zu sehr kreiert.

Das große Finale darf „The Angel’s Dark Revelation“ bestreiten. Wieder wird viel und lange erzählt, bevor es nach gut vierzig Sekunden zumindest so weiter geht, dass man meinen könnte, dass nun Musik folgt. Dies geschieht leider erst nach langen zwei Minuten und auch nur für gut dreißig Sekunden, bis man wieder den Rest im Hörspielcharakter zu Ende bringt.

Fazit: "The Cold Embrace Of Fear" ist bei Weitem nicht so stark wie das Album aus April. Hier wird deutlich zu wenig Musik geboten und zuviel erzählt, das zerstört die Spannung. Ein absolutes Highlight, wie man es besser machen könnte, stellen da Amaseffer dar, welche es schaffen, die Story voran zu treiben und dennoch trotz der Informations- und Hörspieleinlagen den Fan mit Musik versorgen. Es bleiben drei Teilstücke, die wirklich Musik bieten, aber auch zwei Drittel der EP ausmachen. Das rettet das Werk auf eine akzeptable Punktewertung.

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