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Rhapsody: Live In Canada 2005 – The Dark Secret

Halb live - halb Konserve
Wertung: 99/10
Genre: Symphonic Power Metal
Spielzeit: 60:11
Release: 23.01.2006
Label: Magic Circle

Nach 6 Studioalben und einigen Singles haben sich Rhapsody nun also entschlossen, ein Livealbum zu veröffentlichen. Sicherlich ist dies kein schlechter Schachzug, da die Band durch ihre Tour mit Manowar und dem Mitwirken von Christopher "Saruman" Lee an ihrem letzten Album einen gewaltigen Popularitätsschub erhalten hat. Auf besagter Tour wurde in Montreal/Kanada auch diese CD mitgeschnitten.

Ich muss ja zugegeben, was für ein großer Fan der Italiener ich in meiner "Anfangszeit" als Metalfan war. Mir war allerdings schon damals bewusst, dass sich der "Film Score Metal" (oder "Symphonic Epic Hollywood Metal", wie die Band ihre Musik damals nannte) nur äußerst schwer auf die Bühne bringen lassen würde, ohne dabei den Charakter einer Live-Show zu zerstören. Die Musik von Rhapsody besteht aus zu vielen Elementen, da es neben den klassischen Rockinstrumenten auch stets gewaltige Chöre, Streicher, Dudelsäcke und diverses mehr zu hören gibt. Schon auf den Alben kamen diese Elemente immer "aus der Konserve" und da die Band nicht das Geld hatte, ein Orchester und einen Chor mitzuschleppen, war es klar, dass man sich auch live so behelfen musste.

Ich hatte schon damit gerechnet, ein Studioalbum mit druntergemischtem Publikum zu hören, wie schon vor ein paar Jahren bei Haggard geschehen. Aber ganz so schlimm ist es zum Glück doch nicht geworden. Die Band spielt hörbar live und steht mehr oder weniger gleichberechtigt neben dem "Orchester", was natürlich vom Band kommt. Leider unterscheiden sich die Songs kaum von ihren Studiversionen und so sind es lediglich Sänger Fabio Lione und das Publikum, die dieser Platte Leben einhauchen.

"Live In Canada 2005 - The Dark Secret" startet auch gleich mit "The Dark Secret", welches als Intro dient und in dem Christopher Lees Stimme zu hören ist, welcher die Band ankündigt. Das Publikum verlangt schon vorher lautstark nach Rhapsody und lässt die Band mit lautem Jubel in den ersten richtigen Song "Unholy Warcry" starten. Der geht auch gleich gut nach vorne los, was ihn zum idealen Opener macht. Die eingespielten Chöre sind zwar nicht dominant, aber stets präsent, was auch für die eingespielten Orchesterklänge gilt. Diese Prozedur zieht sich wie ein roter Faden durch sämtliche Songs und raubt der Platte leider viel von ihrem Livecharakter. Sänger Fabio und das Publikum lassen diesen Song aber dennoch zu einem Highlight der Platte werden, was sich besonders schön beim "Ohohoho"-Mitsingspielchen zeigt.

Ein weiterer, erwähnenswerter Song ist "The Village Of Dwarves", der stellenweise an Blackmore's Night erinnert. Während der ruhigen Phasen des Songs kann Lione auch ein wenig von seinem Können zeigen, was ihn zwar nicht auf die Stufe eines Dickinson, Barlow oder Dane erhebt, aber durchaus zu gefallen weiß.

Rhapsody bieten einen guten Querschnitt durch ihre Geschichte, lassen aber das Debüt "Legendary Tales" außen vor. Besonders die Songs der früheren Alben kommen bei dem Publikum gut an, welches von Lione auch häufig mit französischen (in Teilen Kanadas so wichtig wie Englisch) Ansagen angeheizt wird. Der Rausschmeißer "Emerald Sword" beendet dann den knapp 60-minütigen Auftritt. Zum Outro "Gran Finale" bedankt sich die Band artig bei den begeisterten Fans.

Laut Labelinfo und Homepage der Band erscheint "Live In Canada 2005 - The Dark Secret" auch in einer Limited Edition, der eine Bonus DVD beigelegt wird. Diese soll dann exklusives Film Material enthalten, sowie das Konzert in 5.1 Surround Audio.

Was soll man zu einem Livealbum dieser Art sagen? Es ist besser geworden als erwartet und dennoch gibt es nicht viel, was einem zum Kauf anregen sollte. Die Produktion geht absolut in Ordnung, aber genau hier liegt auch ein Problem der CD, da alles einfach zu perfekt klingt. Daraus resultiert dann bei mir folgender Gedankengang: Bei einer Live-CD erwarte ich eine gewisse Atmosphäre. Kann man es verantworten, für ein LIVEalbum Geld auszugeben, bei dem große und vor allem wichtige Teile der Musik eben genau das nicht sind?! Damit will ich Rhapsody nicht ihre Existenzberechtigung absprechen, diesem Livealbum aber irgendwie schon. Eine "einzigartige Magie"(Gitarrist und Songwriter Luca Turilli) spüre ich jedenfalls nicht. Man kann es aber auch in ein paar Worten ausdrücken: Nur für Die-Hard Fans der Band!

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