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Revolution Renaissance: Trinity

Das (vorläufige) Ende einer Musikerkarriere
Wertung: 6.5/10
Genre: Melodic Power Metal
Spielzeit: 47:20
Release: 24.09.2010
Label: Napalm Records

Der Name Timo Tolkki sollte allgemein bekannt sein. Gleiches gilt für seinen musikalischen Werdegang als Mastermind von Stratovarius und seine persönlichen Probleme, die sich in seltsamen Statements, dem Zerwürfnis mit den alten Kollegen und schließlich dem Ausstieg bei seiner eigenen Band manifestierten. Revolution Renaissance sollten quasi seine Ersatzdroge sein, um seine musikalischen Visionen fortführen zu können. Das funktionierte aber leider nicht ganz so, wie sich der finnische Gitarrist das vorgestellt hat. Revolution Renaissance gibt es nämlich schon gar nicht mehr – aufgelöst aufgrund „mangelnden Interesses seitens der Fans und Veranstalter“. „Trinity“ ist somit vorläufige Abschied Tolkkis von der Szene.

 

Auf dem ersten Album haben sich mit Michael Kiske und Tobi Sammett von Edguy (deren Karriere einst selbst kräftig Anschub gegeben hatte) noch namhafte Gäste getummelt, aber so wirklich überzeugen konnte die Band bisher noch nicht. Wie ihr an der Bewertung sehen könnt, ist auch „Trinity“ kein Album, was man unbedingt besitzen muss und qualitativ ungefähr auf dem Level der „Elements“-Phase von Stratovarius. Das unglaubliche Talent von Tolkki als Gitarrist und Songwriter ist also stets erkennbar, aber gemessen an Alben wie „Visions“ oder „Infinite“ scheint sich der Mann doch ein wenig zu wiederholen. Ein weiteres Problem ist Sänger Gus Monsanto, der mich nach wie vor nicht wirklich überzeugen kann. Niemand erwartet, dass er einen (ausgebildeten) Sänger wie Timo Kotipelto überbietet, aber die Lieder Kotipeltos scheinen ihn regelmäßig zu überfordern, obwohl er keine schlechte Stimme hat.

 

Trotz aller Kritik sind auf diesem Album doch einige gute Nummern zu hören, deren einziges Manko ist, dass sie eben wie Tolkkis alte Band klingen und durch Monsanto irgendwie unfertig wirken. „Falling To Rise“ ist beispielsweise ein Speed-Kracher mit typischen finnischen Melodien, wie man ihn sich wünscht und nebenbei wohl die beste Gesangsleistung dieser Platte. In eine ähnliche Kerbe schlagen auch „Dreamchild“ und „Just Let It Rain“, die, macht man sich von dem Wunsch nach Kotipelto frei, durchaus zu gefallen wissen. Es ist jedoch auffällig, dass erstaunlich viele Songs dieser Formel folgen. Ich habe den Verdacht, dass hier ein wenig darauf geschielt wurde, einen Nachfolger für „Hunting High And Low“ oder „Black Diamond“ hinzubekommen. Um es kurz zu machen: Das hat nicht geklappt.

 

Besser gefallen mir da schon die Songs, die ein wenig vom Gaspedal heruntergehen. Zum einen, weil es der Abwechslung sehr zuträglich ist und zum anderen, weil die Midtempo-Songs mit „Falling To Rise“ das Beste an „Trinity“ sind. „Crossing The Rubicon“ ist vielleicht einen Ticken zu eingängig ausgefallen, aber das ruhige „Frozen Winter Rain“ hätte wohl nicht nur das letzte Strato-Album „Polaris“ aufgewertet. Mit dem überlangen Titeltrack habe ich dann aber wieder meine Probleme, denn er schwimmt mir viel zu sehr in Selbstzitaten. Timo Tolkki kann Epen schreiben, das hat er bewiesen. „Trinity“ ist aber nicht eines seiner Besten, geht aber soweit in Ordnung.

 

 

Und das ist auch schon das Ende des kurzen Werdegangs von Revolution Renaissance. Wenn man ehrlich ist, wird man sie rein musikalisch gesehen kaum vermissen. Ihre drei Alben leben nun mal vom Namen des Bandgründers, dessen Sternstunden schon ein wenig zurückliegen. Zu durchwachsen und mit zu wenigen Highlights bestückt, werden Platten wie „Trinity“ den „test of time“ wohl kaum überstehen. Wenn man aber einen Blick auf die wirklich düsteren Lyrics wirft, scheint es im Leben von Timo Tolkki aber noch genug Dinge zu geben, um die er sich eher kümmern sollte. Wünschen wir ihm also alle das Beste, denn, wenn er will (und kann), ist er im Power Metal Bereich kaum zu übertreffen.

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