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Revel In Flesh: Deathevokation

Ein Album für Liebhaber von Stickern und Old School Death Metal
Wertung: 6.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 45:55
Release: 23.03.2012
Label: Fda Rekotz

Tragen wir mal ein paar Infos zusammen. "Revel In Flesh" - dritter Song des legendären ersten Entombed-Albums "Left Hand Path". "Deathevocation" - letzter Song von Dismembers Erstling "Like An Ever Flowing Stream". Dan Swanö - schwedisches Multitalent in Sachen Death Metal und Besitzer des geschichtsträchtigen Unisound-Studios, zeigt sich fürs Mastering von „Deathevokation“ verantwortlich. Wer nicht mit beiden Füßen auf dem Schlauch steht, dürfte bereits erraten haben, dass Revel In Flesh auf ihrem Erstwerk voll und ganz dem schwedischen Death Metal fröhnen. Momentan gibt es recht viele Bands die sich auf den alten (schwedischen) Death-Metal-Sound besinnen.Nennenswert wären hier wohl auf jeden Fall Entrails, Morbus Crohn oder maim. Ob Revel In Flesh sich mit so einer Old-School-Attitüde ebenfalls positiv hervortun können, wird sich zeigen.

Dann mal los: Die Scheibe beginnt mit ein paar kurzen, schreienden Quietschtönen, bis nach etwa einer halben Minute der Gesang mit einem kräftigen „Uuuaargh“ einsetzt. Der Gesang ist recht tief und grunzig, klingt aber relativ trocken, was die Bearbeitung angeht. Außerdem befinden sich die Vocals etwas weit im Vordergrund und sind daher zu jeder Zeit sehr präsent. Außer dem tiefen Gesang gibt‘s noch ein paar hohe Screams, aber sonderlich abwechslungsreich ist die stimmliche Darbietung nicht, was jedoch nicht weiter schlimm ist. Die Instrumentenfraktion klingt wie erwartet sehr „schwedisch“, was sowohl die Produktion als auch die Riffs angeht. Wer sich fragt, was ein „schwedischer Gitarrensound“ ist, sollte sich ganz dringend ein paar alte Songs von Entombed, Grave, Dismember oder Nirvana 2002 geben. Diese einprägsamen Riffs,welche durch Boss HM-2 Verzerrer, Marshall Amps und das Mischpult von einem gewissen Tomas Skogsberg, dem Besitzer des legendären Sunlight Studios, gejagt wurden, dürften das schwäbische Duo jedenfalls sehr inspiriert haben.

Man hört außerdem heraus, dass der werte Herr Swanö für das Mastering verantworlich war, denn die Produktion ähnelt klanglich dem der ersten Bloodbath „Resurrection Through Carnage“ (welche eine pure Huldigung an den alten schwedischen Death Metal darstellen sollte); nur, dass diese in den Mitten und Tiefmitten etwas mehr Druck macht und die Gitarren allgemein mehr im Vordergrund stehen. Der Drumsound ist sauber und druckvoll, aber nicht weiter auffällig.

Nun aber zu den Songs: Die Retroattitüde quillt an allen Ecken und Enden hervor. Es gibt die typischen Riffs, das typische Drumming und die typischen Grooves. So prescht zum Beispiel „Shadowbreeder“, getrieben von einem melodischen Riff, sehr schön voran in Richtung Strophe, die sofort zum Abschädeln anregt. Der Song ist sehr geradlinig und bietet keine Überraschungen. Hier ein nettes Riff, da ein netter Blastbeat. Ein Rezept, das sich durch das gesamte Album zieht, denn so oder so ähnlich laufen ungefähr sechs von neun Songs auf dem Album ab. Der zehnte Song ist ein Cover von Benediction.

Die wirklich großen Momente fehlen leider und obwohl einzelne Songs wie das zähe, fast doomige „Iron Coffin“ oder „Black Paled Elegy“ mit seinem sehr coolen Groove herausstechen, überwiegt die Eintönigkeit. Viel von „Deathevokation“ bleibt leider auch nach mehrmaligem Hören nicht hängen. Die Klasse ihrer offensichtlichen Vorbilder erreichen Revel In Flesh leider zu keinem Zeitpunkt. Dennoch ist das Album kein Reinfall geworden, es fehlt ihm nur an Tiefgang und Momenten, die einem in Erinnerung bleiben. Momente wie das alles zerstörende Riff, welches nach etwa drei Minuten in „Override Of The Overture“ von Dismember zu hören ist. Momente wie das großartige Solo am Ende von Entombeds Song „Left Hand Path“. Ganz einfach Momente, die dem einem längerfristig im Gedächtnis verbleiben. Für zwischendurch ist die Scheibe allerdings ganz nett.

Ach ja, man bekommt zum Album einen Sticker mit dem schicken Cover umsonst dazu. Wer also auf Sticker und schwedischen Death Metal steht, kann bedenkenlos zugreifen. Allen anderen könnte das Album etwas eintönig sein, aber die haben dann ja immer noch den coolen Aufkleber.

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