Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Remember Twilight: Zerrissen

Das Gefallen dieser Scheibe ist sehr stark abhängig von Gelegenheit und Stimmung
Wertung: 5.5/10
Genre: "Kammermusik-Core"
Spielzeit: 42:6
Release: 25.04.2005
Label: Rabazco

„Kammermusik – Core“ lautet der Namenszusatz der Band Remember Twilight und versucht gleichzeitig ihre Musik zu charakterisieren. „Core“ steht dabei für die moderne Rockmusik, die im Vordergrund steht und durch Elemente der klassischen Kammermusik ergänzt wird. Mit "Zerrissen" erscheint am 25. Mai das Debüt-Album, welches jedoch schon vorher als Demo einige positive Kritiken einspielte.

Der Begriff der modernen Rockmusik ist breit gefächert. Ließe man die interessante Instrumentalisierung außen vor und ginge nur auf die gewöhnliche Rockfraktion ein, könnte man die Musik als Crossover – mal mehr beim Punk, dann eher in Richtung Metal orientiert – bezeichnen. Allerdings täte man damit Positionen, wie den Violinen, der Oboe oder dem Englischhorn, unrecht.

Eines sei vorweg gesagt: Wer gerade einen romantischen Abend mit der/dem Liebsten plant, schon Kerzen und Duftstäbchen besorgt hat und nun auf der Suche nach der richtigen Vertonung ist, um die harmonische Atmosphäre zu perfektionieren, der sollte diese CD ganz schnell nach ganz hinten in den Schrank verbannen. Wer als Ziel des Abends jedoch die Zerlegung der Wohnung anstrebt, kann beruhigt zugreifen.

Bereits mit den ersten Tönen des Openers "Der Wahnsinn lebt" wird eine immense, musikalische Aggressivität ans Tageslicht gebracht, die besonders durch die rauen und kompromisslosen Vocals verstärkt wird. Daneben spielen in Songs, wie "Chaos der Ängste", auch das hohe Tempo und die treibenden, teils knüppelnden Schlagzeugrhythmen eine große Rolle. Diese wird jedoch durch eine abwechslungsreiche Songgestaltung glücklicherweise etwas eingedämmt. Immer wieder auftauchende, kurze Soli einzelner Instrumente lockern die erzeugte Atmosphäre in diversen Tracks spürbar auf. Mit häufigem und vielfachem Einsatz der Violinen, Oboe und dem Englischhorn wird diesen Elementen eine große, tragende Rolle zugesprochen.

Nach dem instrumentalen Stück "L’ensemble fatal" erreicht die CD ihren Höhepunkt erst mit dem Song "Vampir", der mit einer einprägsamen Melodie überzeugt. Starke Kontraste zwischen ruhiger und harter Musik werden im nächsten Track "Wirklichkeit verstehen" deutlich und der Bonus-Track "Der Wahnsinn" formt ein interessantes, überraschendes Ende der CD. Die 10 Tracks bilden eine Gesamtlänge von 42 Minuten.

Es ist Remember Twilight gelungen, eine Menge verschiedener Empfindungen durch interessante Lyrics und unterschiedliche Unterlegung auszudrücken, jedoch sind die sowieso schon relativ unmelodiösen Vocals teils doch etwas zu aggressiv und an ruhigen Stellen auch zu emotionslos ausgefallen. Das Gefallen dieser Scheibe ist sehr stark abhängig von Gelegenheit und Stimmung. Jedoch lohnt es sich sicher, dies selbst auszutesten, denn musikalische Klasse hat das Werk allemal!

comments powered by Disqus

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging