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Remember Twilight: Fünf

Nicht wirklich überzeugend
Wertung: 5,5/10
Genre: Rock
Spielzeit: 18:11
Release: 16.09.2016
Label: Echozone

Dass die Symbiose aus Metal und klassischem Instrumentarium gut funktionieren kann, wurde durch Bands wie Coppelius oder Carpe Noctem schon bewiesen. Remember Twilight haben sich ebenfalls seit gut 15 Jahren dem Kammercore verschrieben, bringen allerdings im Gegensatz zu Coppelius neben Violinen auch Gitarre und Bass zum Einsatz. In puncto Veröffentlichung zeigt sich die Truppe allerdings recht verhalten, mit je zwei EPs und Alben liest sich ihre bisherige Diskografie noch recht übersichtlich. Mit „Fünf“ schickt das Septett nun die dritte EP an den Start, welche mit fünf Titeln und einer Spielzeit von achtzehn Minuten aufwartet.

Warum die Band sich trotz längeren Bestehens noch keinen größeren Namen erspielen konnte, ist angesichts der vorgelegten Stücke allerdings nicht wirklich verwunderlich. Schon der Einstieg mit „Willkommen“ wird zum echten Belastungstest und tatsächlich kostet es schon etwas Überwindung, an dieser Stelle auch weiterhin der Band Gehör zu schenken. Dies liegt zum einen am stoischen Gesang von Frontmann Timo und dem hier recht unmotiviert klingenden klassischen Instrumentarium, bei dem man tatsächlich das Gefühl hat, dass sie einfach nur nebenher dudeln. Letzteres wird allerdings auch bei den restlichen Songs etwas zum Problem, zumal die Violinen allein schon durch die etwas mäßige Abmischung recht stark in den Hintergrund treten, was bei einer solchen Bandkonstellation eigentlich schon bedauerlich anmutet.

Glücklicherweise ist der Opener zugleich der schlechteste Song, so überzeugt das anschließende „Todestheologie“ schon deutlich mehr. Leider hat man hier das Gefühl, dass die Stuttgarter einfach zu viel wollen und zu viel in einen Titel pressen. Stellenweise driftet man Richtung Punk ab, wobei die eingebauten Breaks teils etwas verstören, denn dass sie unbedingt einen Sinn ergeben. Grundsätzlich mag man allerdings an dieser Mischung nicht viel aussetzen wollen.

Mit „Antichrist“ kredenzen Remember Twilight den ansprechendsten Titel der EP. Der Metaleinschlag und das anhaftende düsterere Ambiente schaffen es immerhin, dass man für diese Minuten zumindest von dem Track gefangen ist. Prinzipiell darf man dies auch über die textliche Seite sagen, bei der man zumindest merkt, dass sich das Septett Gedanken um seine Umwelt macht. Meist aufrüttelnd und teils provokant machen die Stuttgarter eine Art Bestandsaufnahme des täglichen Wahnsinns. Damit mag man das Ansinnen der Band sicher insgesamt verstehen, allein die Umsetzung ist alles andere als gelungen. Dabei geht der Mix der verschiedensten Stile schon absolut in Ordnung, allerdings wirkt vieles undurchdacht. Anstatt mit Explosivität zu punkten und eine wirkliche Vereinnahmung zu erreichen, gestalten sich die fünf Titel oft zu einer nervigen Mischung, die nicht unbedingt zum Mehrfachenhören anregt.

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