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Remember Twilight: Der Tolle Mensch

Sehr starkes zweites Werk
Wertung: 8.5/10
Genre: Kammermusik Core
Spielzeit: 19:37
Release: 30.04.2007
Label: Eigenproduktion

Etwas skeptisch schaue ich schon, als ich die Musikbezeichnung Kammermusik Core lese, das muss ich schon zugeben. Wirklich passend ist es eigentlich aber auch nicht, wir reden hier nicht wirklich über Musik, die etwas mit Core oder Kammermusik zu tun hat. Aber da man ja diesen Musikstil selbst erfunden hat, kann man ihn der Band natürlich nicht absprechen. Ich würde genauso falsch versuchen, die Band irgendwie als kleinen schlanken Bastard aus der Verbindung Haggard / In Extremo beschreiben. Das Ganze sollte dann aber auch sehr open minded aufgefasst werden.

Als ersten Song wird uns hier „I.I.I.“ präsentiert. Richtig deftig nach vorne preschend geht`s los, ein wenig, auf den ersten Blick zumindest, ungeordnet scheint hier einiges auf den Hörer herein zu brechen.. Nach mehrmaligem Hören verschwindet aber dieser Trugschluss, da genau dieses progressive Komplexität das Markenzeichen von Remember Twilight zu sein scheint. Ein wirklich toller Song, welcher auch durch seine philosophisch angehauchten Texte zusätzlich an Interessantheit gewinnt.

„Ein Rendezvous“ geht hier schon deutlich aufgeräumter vor. Der Philosophie-Faktor steigt weiter an und regt gelungen zum Nachdenken an. Der Song gerät ziemlich eingängig und lässt sich auch nicht so schnell wieder aus dem Kopf vertreiben. Toll, was die siebenköpfige Band hier erschaffen hat. Wow, das hab ich hier wirklich nicht erwartet. Hart und recht aggressiv werden die Vocals rausgepeitscht, ohne aber auch nur im Ansatz eintönig zu klingen.

„K.O.“ hat es nach diesem Song natürlich schon relativ schwer, genauso zu punkten. Trotzdem gelingt es, auch wenn der Song allein schon durch seine hier etwas stärker heraustretende klassischen Instrumente einen anderen Kurs einschlägt. Bewundernswert ist aber, dass Remember Twilight es schaffen, wirklich jeden Musiker als gleichberechtigten Instrumentisten zu integrieren, hier wird keiner in den Hintergrund gerückt. Nur der Gesang, welcher ja durch seine Texte auch einen großen Teil des Charakters der Band ausmacht, steht klar im Vordergrund.

„An Meinem Tod (Part I)“ gerät dann zu einem wirklich nur klassischen Intro für den „Part II“, welcher mich dann aber richtiggehend umhaut. Unglaublich, was die Band hier kreiert hat. Langsam, mit letzter Kraft schleppend, quält sich der Song voran. Dann diese Texte und der Hammerrefrain. Er gipfelt dann in dem Refrain“ Und trotzdem war es sehr schön, euch wieder mal zu sehen, an meinem Tod“. Zur Hölle, wenn man allein diese Textzeile einmal auf sich wirken lässt und dann mal über sein Leben und die bekannten bzw. angeblichen Freunde vergangener Tage denkt, dann wird man das Thema sehr intensiv verstehen. Einer der besten Songs, die ich im Jahr 2007 hören durfte.

Nach diesem Hochgefühl wird dann die CD mit dem Remix von „I.I.I.“ beschlossen. Oh Mann, WARUM? War ich eigentlich gedanklich schon an der absoluten Höchstwertung angekommen wird dann hier so ein Müll fabriziert. Warum lassen sich geniale Bands nur die eigenen Kunstwerke von anderen Musiker verschandlen? Hier waren die beiden Waltari Mitglieder Kärtsy und Janne die Verbrecher. Vielleicht wollte man so in die Clubs und Diskotheken des Landes, aber, nee wirklich, den Sinn verstehe ich nicht.

Fazit: Und da waren sie wieder, die Probleme des Rezensenten. 5 Volltreffer mit einem bis zwei richtigen Übersongs und dann ein Totalausfall. Damit sind knapp 20 Prozent der Scheibe Abfall. Aus den zehn Punkten können folgerichtig deshalb nur noch 8,5 werden. Schade, aber auch wenn jetzt nur noch eine richtige gute Bewertung rausgekommen ist, sollte man sich nicht scheuen, die Band mal unter die Lupe zu nehmen und sich die CD zu bestellen. Wenn es eine Langspielplatte gewesen wäre, hätte ich zum Nagel gegriffen und hätte den Remix ausgekratzt.

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