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Reflexion: Edge

Weiterentwicklung Richtung Sleaze Rock
Wertung: 7/10
Genre: Gothic Rock / Sleaze Rock
Spielzeit: 50:23
Release: 19.02.2010
Label: MACHXX

Zwischen zwei Alben steht bei den meisten Bands eine gewisse Entwicklung – die Frage ist dabei immer, ob diese positiv oder negativ ist.

Auch Reflexion haben sich weiterentwickelt: Schon auf den ersten beiden Alben, „Out Of The Dark“ und „Dead To The Past, Blind For Tomorrow“, zeichneten die Finnen sich trotz der Zuordnung in den Bereich des Gothic Metals nicht durch den genretypisch großzügigen Gebrauch von Keyboard-Spuren aus, doch auf dem nun vorliegenden dritten Werk „Edge“ sind die Keyboards fast vollkommen verschwunden. Vergleichen ließe sich ihr Sound damit am ehesten mit den Kollegen von The 69 Eyes.

Was also bietet das neue Album „Edge“ dem geneigten Hörer? Soliden Dark bzw. schon Sleaze Rock mit einer in den Bereich des Gothic Rocks passenden männlichen Stimme?

So könnte man es beschreiben, denn „Edge“ wartet mit lässigen, durchaus bikertauglichen Riffs auf, die nur dann und wann durch eine gitarrengestützte Melodielinie unterbrochen werden – die meiste Melodiearbeit übernimmt Sänger Juha Kylmänen.

Das mag an sich nicht schlecht sein, könnte aber im Falle von Reflexion als Nachteil ausgelegt werden: Denn Juhas Gesang ist Geschmackssache: Er pendelt zwischen tiefen und hohen Gesangspassagen, wobei die hohen Stimmlagen nicht so elegant sind, wie zum Beispiel beim ewigen Vorbild aller Sänger des Gothic Rocks, Ville Valo – und selbst an dessen Gesang scheiden sich ja auch gerne die Geister. So kann man als Hörer beispielsweise beim Song „Moscow Nights“ oder bei „Generation Kill“ vor allem im Refrain den Eindruck, der Sänger sei ein unverhältnismäßig aufdringlicher Heuler, bekommen.

Doch es gibt nicht nur ausschließlich riffbeschwerte Songs auf „Edge“ - „On This Dawn“ präsentiert sich als stimmungsvolle Halbballade, bei der Juhas gesangliche Eigenheiten fast gar nicht mehr auffallen. Sich von Gitarrenpicking mit wenig Schlagzeug langsam weiter aufbauend und in einem verhältnismäßig ruhigen Rockpart gipfelnd, bietet das Stück willkommene Abwechslung zum restlichen Programm der Scheibe.

Eine weitere Ausnahme des Silberlings stellt der letzte Song „I've Burnt Everything I've Got“ dar – und das gleich in mehrerlei Hinsicht. Mit genau sechs Minuten und einer Sekunde ist dieser Track der längste der zwölf auf dem Album enthaltenen, die anderen Songs bewegen sich stets um die Vier-Minuten-Marke herum. Aber auch vom musikalischen Aspekt her wirkt er unkonventionell für Reflexion: Der Song braucht seine Zeit, um in die Gänge zu kommen, eine Zeit, die durch experimentelle Gitarrenpatterns und eine ruhige Gesangslinie gefüllt wird. Eben diese Struktur kehrt noch einmal wieder, unterbrochen von einem Refrain im typischen Riffing-Stil – doch unter dem Strich bleibt „I've Burnt Everything I've Got“ eines der ruhigsten Stücke des Albums.

„Edge“ ist weniger Gothic Rock als gemächlicher Sleaze Rock – und demnach sollte man darauf achten, ob man sich mit diesem Album (und dem Gesangsstil des Sängers generell) anfreunden kann. Stilistisch haben Reflexion ihre beiden vorherigen Alben ein Stück weiter hinter sich gelassen und einen neuen Pfad eingeschlagen – mal sehen, was das nächste Album bringt.

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