Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Refleshed: Collapse

Aus Alt mach Neu lautet die Devise der Schwaben
Wertung: 7.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 37:03
Release: 12.11.2010
Label: Firefield Records

Dass die Schwaben nicht nur die Zähne zeigen, wenn sie gegen Bahnhofsprojekte demonstrieren, sollte nun dank Refleshed einem Jeden deutlich werden. Das Quintett aus Süddeutschland hat sich nämlich nichts Geringeres vorgenommen als Death Metal der alten Schule in einen modernen Kontext zu setzen und so die hiesige Szene zu erobern. Einen kleinen Vorgeschmack auf das Unterfangen der fünf Süddeutschen wurde im Jahr 2009 mit der EP „Drown The Sky“ bereits zu überwiegend positivem Medien- und Fan-Echo abgeliefert. Jetzt steht mit dem allerersten Langspieler, der auf den Namen „Collapse“ hört, eine richtige Feuertaufe ins Haus, mit dem sich nun das Können der Truppe einmal unter die Lupe nehmen lässt. Die Herren, die sich als Fans von Dismember und Nihilist ausweisen, sehen die Sache mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein und kommentieren: „In Schweden röhrt der Elch, im Schwabenland Refleshed

Schon die ersten Klänge des Einstiegshammers „Once More I Fail“ sind mehr als vielversprechend, die angekündigten Einflüsse aus dem skandinavischem Death Metal sind anhand der sägenden Gitarrenwände und finsteren Melodien deutlich zu vernehmen und ein absolut abgrundtiefer Growler zwischen tiefem Gegrunze und gequältem Geschrei tut sein Übriges. Schleppende und stampfende Trommelattacken gehen nahtlos in zermalmendes Gebolze über und sorgen für perfektes, meist in schweren Schritten gehaltenes Tempo, bei dem sich die Nackenwirbel schon fast von ganz alleine in Rotation begeben. Ein Stück wie „Shadows From The Past“ emuliert auf unglaublich hohem Niveau den düsteren aber groovigen Gesang der Gitarren der schwedischen Urgesteine. Eine gewisse Prise Bolt Thrower lässt sich hier und dort auch ausmachen und Asphyx-Fans werden hier so oder so auf ihre Kosten kommen.

Der moderne Kontext wird dann spätestens mit den scheppernden „Semi-Breakdowns“ im Brecher „I Won't Fall Down“ eingeführt und es klingt ein bisschen, als hätten Heaven Shall Burn mit dem frühem Equipment der jungen neunziger Jahre von Entombed einen Song aufgenommen. Der Folgetrack „Lunatic“ bringt dann noch mit einem unheimlichen, cleanen Gitarren-Intro und mindestens ebenso stimmungsgerechtem, atmosphärischem Geräuschkulisse-Outro gerade das Nötigste an Abwechslung, bevor die Old School-Dampfwalze weiterrollt. Der klare Gesang, der dann bei „Rising Hope“ im Refrain eingestreut wird, wirkt allerdings trotz leichter klanglicher Entfremdung irgendwie fehl am Platz und ist der Stimmung eher abträglich. Im Kontrast dazu ergießt sich allerdings direkt im Anschluss der abgründige Höhepunkt des Albums „Human Defect“ in den Gehörgang der den Vorbildern der Jungs in Sachen vertontem Weltschmerz in nichts nach steht. Auch wenn hier und dort etwas zu viel zitiert wird und die Scheibe über ganze 40 Minuten den Spannungsbogen nicht immer aufrecht hält, ist das Endergebnis doch sehr zufriedenstellend.

Alles in allem zeichnen sich die Schwaben mit dem gelungenen Tribut an die Ikonen des Death Metal und genug Originalität aus, um auf eigenen Beinen zu stehen, und haben sich ihren Platz in der deutschen Branche auf jeden Fall verdient. Auch wenn so manche Idee ein bisschen nach hinten los geht, wie etwa vom Metalcore angehauchter klarer Gesang und Pig-Sqeals, die nicht wirklich in den Stil passen, so muss man wenigstens den Mut zum Ausprobieren würdigen. Eine gelungenes Debüt ist „Collapse“ dabei in jedem Fall.

comments powered by Disqus

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend

Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann