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Redemption: Live From The Pit

Lohnenswerte Anschaffung, für Fans ein Muss!
keine Wertung
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: CD: 76:55/ DVD: ca. 78 Min.
Release: 26.09.2014
Label: Sensory Records/ Alive

Nach der 2009er Live-DVD „Frozen In The Moment“ legen die amerikanischen Prog-Metaller von Redemption in Form des vom Titel her sehr gut zu unserem Magazin passenden „Live From The Pit“ ihr zweites audiovisuelles Livedokument vor. Erneut wurde das Konzert beim ProgPower-Festival in Atlanta, Georgia aufgenommen und erneut handelt es sich lediglich um rund 80 Minuten Material, es gibt also nur eine begleitende CD und nicht zwei, wie sonst häufig bei Livealben anzutreffen. Natürlich darf man sich schon hier die Frage stellen, ob es nicht sinnvoller wäre, lieber ein längeres Konzert aufzuzeichnen als schon wieder „nur“ einen Festivalauftritt zu filmen. Und wenn man dies schon tut (die Setlist also entsprechend kürzer ist), ist ebenfalls fraglich, ob es nötig war, dass gleich vier Songs („Threads“, „The Suffocating Silence“, „Fall On You“ und „The Death Of Faith And Reason“) gespielt werden, die auch auf der letzten DVD enthalten sind.

Sicherlich gehören diese vier Stücke zu den stärksten Kompositionen der Band, dennoch ist die Auswahl bei bislang insgesamt fünf Studioalben eigentlich groß genug, um etwas variabler zu agieren – mal abgesehen von der ohnehin stets hohen Qualität der Songs. Doch apropos Qualität: In dieser Hinsicht gibt es auch an der vorliegenden Liveaufzeichnung nichts auszusetzen. Jeder, der sich auch nur ein bisschen mit Prog auskennt, weiß, dass diese live zum Sextett aufgestockte Formation (im Studio übernimmt Bandleader und Gitarrist Nick van Dyk die Tasten, auf der Bühne tut dies Keyboarder Andy Paredes) aus herausragenden Musikern besteht, die mit sagenhaften handwerklichen Fähigkeiten ausgestattet sind.

An der Performance gibt es somit nichts auszusetzen und auch die technischen Daten der DVD gehen absolut in Ordnung: Ausgewogener Ton, gutes Bild und (fast am wichtigsten) keine hektischen Schnitte und Kamerafahrten. Vielleicht hat man sich, nachdem es in den letzten Jahren ja immer mehr Usus war, so viele Cuts wie möglich einzubauen (was immer das soll), darauf besonnen, es mal wieder etwas ruhiger angehen zu lassen. Gerade bei einer technisch so starken Band, die gerne mal frickelt, will man den Herren Musikern ja auch gerne ein bisschen auf die Pfoten gucken.

Bei der Songauswahl hat man das letzte Album „This Mortal Coil“ mit drei Songs gewürdigt; neben – logisch – „Dreams From The Pit“, das mit seinem Titel die Inspiration zum Namen des Albums lieferte, stehen noch das düstere, flotte „Noonday Devil“ und „Stronger Than Death“ zu Buche. Letzteres stellt schon deswegen das Highlight des Sets dar, weil es das wohl persönlichste Stück ist, das Nick van Dyk je geschrieben hat. Wie die meisten wissen dürften, litt der Ausnahmegitarrist an einer besonders aggressiven Blutkrebsform, bei der allgemein nur geringe Überlebenschancen eingeräumt werden, doch glücklicherweise schaffte er es, die Krankheit zu besiegen. Vor so viel Kampfeswille kann man nur Respekt haben und passend dazu wird bei dem Song auf der Videoleinwand hinter der Band Nicks Konterfei abgebildet; anschließend werden Bilder von bekannten Musikern gezeigt, die nicht mehr unter uns weilen.

Nicht weiter verwunderlich, dass die Leute an dieser Stelle besonders laut jubeln, wobei im Übrigen ein weiterer kleiner Kritikpunkt sein könnte, dass man zwischendurch gerne ein bisschen mehr vom Publikum hätte zeigen können. Aber das wäre selbstverständlich Jammern auf hohem Niveau, denn der Fan muss dieses Kleinod zweifellos haben, allen anderen Interessierten schadet es ebenfalls nicht, mal reinzuschauen. Das Ganze kommt als Doppeldecker mit DVD und der dazugehörigen „Soundtrack-CD“, wenn man so will, sowie sehr schönem Artwork vom legendären Travis Smith. Eine Auswahl zwischen Stereo und 5.1 Surround Mix ist vorhanden, wo allerdings das Bonusmaterial sein soll, wie auf der Cover-Rückseite vermerkt, bleibt die große Frage. Dennoch eine lohnenswerte Investition, wenngleich es für Redemption nun auch langsam Zeit wird, mal wieder einen neuen Studio-Output herauszuhauen.

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