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Redemption: Frozen In The Moment - Live In Atlanta

Sehr guter, wenn auch leider zu kurzer Auftritt einer technisch herausragenden Band
keine Wertung
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 87:50 (DVD), 65:30 (CD)
Release: 27.02.2009
Label: Inside Out / SPV

Nachdem die von Gitarrist Nick van Dyk im Herbst 2000 gegründete Progressive-Supergroup in regelmäßigen Zwei-Jahres-Abständen bislang drei Studioalben veröffentlichte – 2003 das selbstbetitelte Debüt, 2005 „The Fullness Of Time“ und 2007 „The Origins Of Ruin“ – folgt nun 2009, wiederum zwei Jahre später, mit „Frozen In The Moment – Live In Atlanta“ die erste DVD.
Symphony X, von denen die Band nicht nur aufgrund der früheren Mitgliedschaft von Jason Rullo nicht unwesentlich beeinflusst ist, könnten sich daran mal ein Beispiel nehmen, da diese es nach sieben ausnahmslos exzellenten Studioalben immer noch nicht gebacken gekriegt haben, eine DVD zu veröffentlichen.

Doch wie dem auch sei: Redemption legen mit dieser DVD ein äußerst professionell gemachtes Live-Dokument vor, bei dem es fast gar nichts zu meckern gibt. Das Bild ist gestochen scharf, die Kameraführung nicht zu hektisch wie bei so manchen Genre-Kollegen, sodass man den Instrumentalisten bei ihren Soli bestens auf die Finger gucken kann, und auch der Ton geht weitestgehend in Ordnung, wenngleich manchmal der Eindruck entsteht, das Schlagzeug stünde etwas zu weit im Vordergrund. Zweifelsohne jedoch fängt allein schon der Sound die Live-Atmosphäre sehr gut ein, man hört einfach, dass es live ist – auch natürlich wegen der deutlich wahrnehmbaren Publikumsreaktionen. 

Die Stimmung unter den 1200 Zuschauern beim ProgPower-USA-Festival in Atlanta ist ausgezeichnet, die Band wird nach allen Regeln der Kunst abgefeiert, auch wenn sich die Begeisterung weniger durch ekstatisches Bangen zeigt, sondern vielmehr durch Bauklötze staunen über die technischen Fähigkeiten der Musiker.  

Es ist in der Tat unglaublich, was allein Bandkopf Nick van Dyk und Bernie Versailles an den Klampfen präsentieren: Voller Spielfreude werden mal atemberaubende Duelle abgeliefert und mal wunderschöne Harmonieläufe ausgepackt. Doch man würde den Kollegen der beiden unrecht tun, würde man nicht auch ihre Leistung loben: Ganz cool zockt Sean Andrews komplexeste Basslines herunter, der Keyboarder bangt sich hinter seinen beiden Tastaturen einen ab, Drummer Chris Quirarte wirbelt wie ein Bekloppter über sein Kit und Ray Alder, den auch alle, die noch nicht mit Redemption vertraut sein sollten, von seinem Engagement bei Fates Warning kennen dürften, bringt eine nicht minder tolle Leistung, die in der leidenschaftlichen Performance des überlangen Epos „Sapphire“ gipfelt. Seine markante, heiser-rauchige Stimme gibt der Band, die sich ein bisschen nach einer Mischung aus Dream Theater zu „Awake“-Zeiten und Symphony X in der „V“-Phase mit einem Schuss Fates Warning und Evergrey anhört, ohnehin eine sehr eigene Note.

Bei der Setlist haben sich Redemption natürlich vornehmlich auf die letzte Veröffentlichung „The Origins Of Ruin“ konzentriert, die mit gleich fünf Tracks vertreten ist. Hier sticht für meine Begriffe besonders der Übersong „Bleed Me Dry“ hervor – Wahnsinns-Refrain! –, von dem auch das Musikvideo im Bonusmaterial zu finden ist. Unverzichtbar jedoch auch das viertelstündige Werk „Sapphire“ und der mit einem eingängigen Chorus gesegnete Opener „Threads“ vom Vorgänger „The Fullness Of Time“.

Der einzige Wermutstropfen ist jedoch, dass das Ganze – da es sich nun einmal um die Aufzeichnung bei einem Festival handelt – nur knapp über eine Stunde dauert. Dafür liegt der komplette Gig aber immerhin noch einmal als CD vor und auch das in der Bonussektion befindliche Tour-Diary ist mehr als sehenswert. Das aus kurzen Videoschnipseln und Fotos zusammengesetzte, bei Dream Theaters „Chaos In Motion“-Tour, wo Redemption Portnoy und Co. supporteten, verfasste Tagebuch kommt – bis auf die Schlusssequenz, bei der ich vor Lachen buchstäblich vom Stuhl gefallen bin – ohne Worte aus und ist stattdessen mit einem zirka elfminütigen, bisher unveröffentlichen Instrumental unterlegt. Bei den herrlich grenzdebilen Grimassen, die die Jungs die ganze Zeit schneiden, dürfte jeder was zu lachen haben.

Jedem Prog-Anhänger, der die Band noch nicht kennt, kann diese DVD nur ans Herz gelegt werden; dieser Live-Gig ist bestens geeignet, sich mit der Musik von Redemption vertraut zu machen und Fans des Sextetts können hier eh nicht anders, als zuzugreifen.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann