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Redcraving: Mirroring

Einen Tick weniger überzeugend als die EP
Wertung: 8.5/10
Genre: Post-Hardcore, Screamo
Spielzeit: 36:20
Release: 28.09.2012
Label: Midsummer Records

Lange genug haben sich die Jungs von Redcraving ja Zeit gelassen, um den Nachfolger ihrer EP „Lethargic, Way Too Late“ und damit ihr Debüt einzuprügeln. Im November 2009 kam das gute Stück raus und somit folgt die erste Full-Length, „Mirroring“ betitelt, gute drei Jahre später. Man kroch schon auf dem Zahnfleisch, lechzte nach neuem Material, aber die Berliner hielten sich bis auf das Albumartwork doch verhältnismäßig bedeckt. Dass die neue Scheibe nur als digitaler Download erscheint, macht da schon gar nichts mehr – in Zeiten von Musik 2.0 ist das a) nicht ungewöhnlich und b) auch um einiges ökonomischer. Nett sind die Jungs nebenbei auch noch – man darf für den Download zahlen, was man kann und möchte.

Die EP bekam seinerzeit aus dem Stand 9,5 Punkte in der The-Pit.de-Redaktion – umso gespannter war man also auf den ersten Langspieler der Truppe. Diverse Umstellungen haben sich ergeben, neue Drummer und Gitarristen stehen nun im Line-Up, zumindest der Enthusiasmus der Combo ist aber gleichgeblieben. Ein wenig wurde der Keyboardanteil hoch- und der Groove zurückgeschraubt – man kann nur hoffen, dass Redcraving sich damit nicht selbst ins Knie schießen.

Auf den ersten Blick ist es schon mal schön zu sehen, dass auf „Mirroring“ keine Songs der EP verbraten wurden. Das erlebt man ja viel zu oft und hat mit Kreativität nichts mehr zu tun, sondern nur mit Lückenfüllerei. Hier gibt es dafür über 35 Minuten und zehn Songs auf die Ohren – ein guter Durchschnitt für die recht vielschichtige Musik des Fünfers. Im Gegensatz zur EP braucht das Album ein paar Durchläufe mehr, bevor man sich damit anfreunden und einzelne Songs herauspicken kann. Als erstes springt einem dabei natürlich der reichlich brachiale Opener „The Second Descents“ ins Auge – schade, dass im Refrain das Tempo durch den Klargesang ein wenig gedrosselt wird; der Song hätte durchaus den Charme einer Abrissbirne, würde er komplett auf 180 laufen. Auch so erfreut man sich aber vor allem an den Gitarrenspielereien und den richtig schön knallenden Shouts.

Schön ist auch, wie die Jungs den Übergang zwischen „Underneath And Overhead“ und „Our New Quarters“ gestaltet haben – es gibt nämlich fast keine bemerkbare Pause. So kann man das erste Drittel der Scheibe quasi schon mal als einen langen Song genießen. „Watch Me Disappear“ entpuppt sich dann als richtiger Ohrwurm mit sehr schönen sphärischen Gitarren und weichem, klarem Gesang im Intro. Dass darauf ein paar schöne Vocal-Ausraster folgen, war von vornerein klar – erst der klare Refrain bringt wieder ein bisschen mehr Ruhe in den Song. Sehr schön gemacht!

„A Decorating Decline“ markiert dann leider keinen Höhepunkt – eher ein laues Lüftchen statt ordentlich Dampf weht hier, obwohl es zu Beginn mit den heftigen Screams noch anders ausschaut. Ein bisschen runterkommen kann man beim Zwischenstück „Coda“, bevor das finale „Hiding High, Sinking Low, Watch It Die Before It Grows“ dann beinahe schon (wieder mal übergangslos, sehr gut!) in sphärische Gebiete abdriftet und fast schon eine Art Prog-Post-Hardcore darstellt. Bei knapp anderthalb Minuten wird dann plötzlich losgescreamt – so muss das sein, völlig unerwartet rastet der Sänger hier aus.

„Mirroring“ kann als Ganzes gesehen nicht ganz mit der EP mithalten. Etwas weniger knackig, etwas weniger rotzig kommt das Debütalbum daher – dabei präsentieren Redcraving aber natürlich auch hier ihr großes Talent, interessante Songs zu schreiben. Vielleicht liegt es ein bisschen an den Keyboards, aber „Mirroring“ kommt hier „nur“ auf 8,5 Punkte – und hält sich damit trotzdem im oberen Bereich der Punkteskala.

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