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Red Descending: Where Dreams Come To Die

Düster, ätherisch und wunderschön
Wertung: 9/10
Genre: Melodic Death Metal; Dark Metal; Industrial; Pa
Spielzeit: 47:4
Release: 01.07.2008
Label: Eigenproduktion

Hinter dem Namen Red Descending verbirgt sich eine Band aus Down Under, die mit ihrem Debut „Where Dreams Come To Die“ eine Scheibe abgeliefert hat, welche den Hörer mit melodischem Death Metal bedient, der hier und da auch mal darkmetallisch gefärbt ist und aufgrund der eingesetzten Keyboards zudem einen symphonischen, gothicmetalnahen Anstrich hat. Und allem die Krone aufsetzend sind diese Melodien, die hier und da fast sogar ein kleines bisschen in Richtung Pagan Metal tendieren.

Den Opener gibt “Building My Weakness”, dessen Melodieführung stark auf das Tasteninstrument ausgelegt ist, ohne dabei allerdings kitschig zu wirken. Nein, vielmehr zieht dieser richtig starke Song mit jeder gespielten Sekunde mehr und mehr in seinen Bann. Der Song wirkt zudem auch ziemlich gothiclastig, so düster und ätherisch-schön wie die Keyboards klingen. Etwas epischer klingen da schon die ersten Töne des Midtempostücks. “Century”. Hier fallen die verzerrten Vocals auf und gefallen umso mehr.

“The Grand Memory” geht gleich von Beginn an in die Vollen und würde allein für seine sehr schöne und fesselnde, sich im Refrain leicht in Pagan Metal-Gefilde bewegende Melodieführung bei mir schon die vollen zehn Punkte bekommen. Und niemals hätte ich gedacht, dass mir zusätzlicher weiblicher Gesang bei dieser Art von Mucke so gut gefallen könnte.

Wie schön … „Slaughter Falls” beginnt mit ganz ruhigen Klängen einer Akustikklampfe, bis dann genialerweise die restlichen Musiker mit voller Beschallung hinzustoßen. Dieses Stück kann ein gewissen gothicesken, düsteren Touch mitsamt paganmetallischen Vibes neben besten Elchtodmelodien nicht von der Hand weisen. Und auch die female Vocals sind sehr stimmig in das Konstrukt eingebettet. Die eingearbeiteten Sprachsamples wissen ebenfalls zu gefallen.

“Descend” schließt nahtlos an seinen Vorgänger an, sowohl deshalb, weil er ohne Pause an diesen anschließt als auch aus dem Grund, als dass auch in der Qualität das hohe Level gehalten wird. Die Melodien verführen einen stellenweise, zu träumen, aber dann wird man durch das hochklassige Riffing wieder zurück geholt ins Hier und Jetzt dieses hochwertigen Songs.

Mit seinem harschen Riffgewitter bietet „Fragile Nation“ eine perfekte Vorlage zu ausgiebigem Headbangen. Dieser Track ist weniger episch, dafür gehen die Synthies hier vielmehr den I-Industrial-Weg inklusive dieser Sonar-Uboot-Töne. “Deceived Again” geht etwas eher in Richtung Schwedentod, der aber mit Keyboardklängen versetzt wird, was eine perfekte Symbiose ergibt.

In fester Hand von Industrialklängen startet „Departure“, zu denen dann die Gitarren mit einem packenden Riffing hinzustoßen – klasse gemacht. Ich denke hier unweigerlich an Scorngrain, denn auch diese Finnen haben es erstklassig drauf, solche Mucke zu machen. Doch bei Einsetzen der Vocals ist es klar, dass dies Red Descending sind und keine andere Band, denn dafür ist Hard´s Organ zu unverkennbar.

Es folgt ein Instrumental namens „Valhalla“, bei dessen Namen man an Pagan Metal denkt; an eine Ode an Odin und Konsorten. Was der Hörer hier präsentiert bekommt, ist ein Gitarrengewitter vom Allerfeinsten. Und in der Tat geht dieses Stück auch in die Richtung der Krieger des Nordens, allerdings im Gewand der Helden von Down Under. Die typischen Keyboardklänge fehlen auch nicht.

Schade, dass mit „Landscape“ auch schon der letzte Song erreicht ist. Dieses letzte Stück bringt dem Hörer ein letztes Mal wunderschöne Gitarrenklänge, bei denen man vor Ergriffenheit feuchte Augenwinkel bekommt. Jungs, das habt ihr ganz klasse gemacht!

Was ganz besonders beeindruckend ist, ist die Produktion des Materials. Hier wurde nämlich nicht das Hauptaugenmerk darauf gelegt, das Ganze möglichst fett abzumischen, sondern gerade wegen des kristallinen Gesamtsounds wirken die Songs umso filigraner, um nicht zu sagen wie von ätherischer Schönheit.

Fazit: Dieser Scheibe hätte ich eine solche Klasse nie und nimmer nicht zugetraut. Ein wunderschönes Stück düsterer, ätherischer und wunderschöner, aber trotzdem niemals in seichte Gefilde abdriftende Musik. Leute, denen beispielsweise die alten Dark Tranquillity am Herz lagen, werden in „Where Dreams Come To Die“ ihr neues Lieblingsalbum finden. Ein sehr gutes Album, das gekonnt so verschiedene Stile wie Gothic, Melodic Death Metal, Industrial und Pagan Metal miteinander verbindet und dennoch in keinster Weise überladen wirkt und eine Band, die bereits mit ihrer Debutscheibe ihren ganz eigenen Stil gefunden hat, verdient einfach jeden einzelnen von mir vergebenen Punkt. Very well done, guys!

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