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Rebentisch: Empathie

Rebentisch zeigen nun als Trio mehr Vielfalt
Wertung: 7.5/10
Genre: Wave/New Wave
Spielzeit: 49:29
Release: 11.11.2011
Label: AF-Music

Rebentisch sind wieder da und wenn man sich das letzte Album in Erinnerung ruft, überkommen einen elektronische Klänge. Legt man nun die Platte in den Player, wird man direkt überrascht. Das sind wirklich Rebentisch? Also, mal zurück auf Anfang: Rebentisch, das Künstlertrio, welches auf diesen Namen hört, hat sich neu formiert und mit dieser Neuformation hat man direkt auch die Federn des Soundkleides erweitert. Andreas Kupsch ist hinzugestoßen und auch Jens Bohm, und somit öffnen sich scheinbar auch ganz andere Tore. Denn aus dem Soloprojekt ist ein Trio geworden.

Zwölf Tracks hat uns das Trio mitgebracht und das Cover des neuen Werks wird von einer Rattenkönigin geziert, die scheinbar gerade einen Toast ausspricht, zu einem Publikum, welches nicht sichtbar ist. Das Album hört auf den Namen „Empathie“ und genau dieses Mitfühlen ist dem Sänger Sven Rebentisch absolut anzumerken. Seine Stimme verfügt nun endlich über eine Emotionalität, die auf den Vorgängern irgendwie fehlte. Vielleicht auch, weil es da nicht passte? Egal, es ist nun Herbst, die Tage werden kürzer, es ist Zeit für die dunklen Momente und die finsteren Gedanken. Wobei, so finster ist das Album gar nicht aufgebaut. Die Texte umfassen die verschiedensten Emotionen und werden durch Rebentischs neue Art perfekt rübergebracht.

Interessant sind vor allem die verschiedensten Musikstile, die hier angefasst und dann ineinander verwoben werden. Im „Sommernachtstraum“ verfangen sich Ska-Elemente, welche dem Song etwas Aufforderndes geben.
„Leg Dich Zu Mir“ beginnt mit leisen, zurück haltenden Klängen, bis dann Svens Stimme flehendes Ausmaß annimmt. Stimmlich und instrumental klingt das alles sehr sauber, allerdings wirkt die Stimme des Leadsängers oftmals so arg in den Hintergrund gerückt, dass es schwer fällt, beides als Ganzes zu sehen. „Keine Zukunft“ klingt vom Titel dann depressiver als der Song selber. Hier wird eher aufgerüttelt und die Punkeinflüsse werden mit tiefen Tönen verwoben.

Durch diese Verflechtungen wirkt das gesamte Werk etwas wirr, was aber dazu führt, das man es unweigerlich noch einmal hören muss. Beim zweiten Durchlauf fallen dann die Texte auf, die transparent machen, wie schon die Vorgänger, was Sache ist und wofür Rebentisch stehen. „Tod Im Wald“ kommt ruhig daher, psychedelische Klänge runden den Gesang ab und die Herbstfarben des Waldes werden vor dem inneren Auge sichtbar. Ja, dieser Song passt zur Jahreszeit. 

War das Vorwerk noch ein Elektro-Knaller, muss man zu „Empathie“ jedoch auch sagen, dass die Songs absolut tanzbar sind. Klar gehört nun „Tod Im Wald“ nicht unbedingt zu den Songs, wo man ordentlich abrocken kann, aber dennoch bewegen sich die Beine direkt im langsamen Takt. Ein weiterer schöner Song ist „Longing“, die Ballade greift genau da, wo man hinsinkt, wenn man einfach nur traurig ist. Also bitte nicht hören, wenn man gerade eh schon nah am Wasser steht, es sei denn, man steht auf Selbstzerfleischung. Auch in englischer Sprache kann sich Sven absolut hören lassen und der Song gehört definitiv zu den Besten der Platte. 

Insgesamt wäre mehr Abwechslung wünschenswert gewesen. Was vielleicht paradox klingt, bei der Vielzahl an Genres, die hier genutzt werden. Aber durch dieses Ineinander-Verweben wirkt mancher Song zu ähnlich dem anderen.

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