Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Rebellious Spirit: Obsession

…mal schnell die Erwachsenen aus dem Proberaum werfen...
Wertung: 6,5/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 49:58
Release: 19.09.2014
Label: Steamhammer/ SPV

War ja klar: Du hast die erste Scheibe gemacht, dann musst du nun auch den Nachfolger besprechen. Dazu kommt außerdem, dass du die jungen Burschen auch schon live erlebt hast. Stimmt, der Eintrag als Support für Axel Rudi Pell in der Vita ist doch gar nicht mal schlecht, auch wenn sie live nur bedingt vom Hocker gehauen haben. Böse auch, wer dabei denkt, dass da Labelzahlenspielereien den Ausschlag gaben, böse aber auch.

Nun liegt die digitale Albumvariante schon ein paar Monate hier auf der Festplatte und lockte kaum, endlich gespielt zu werden, zumal gleich die beigefügte Biografie mit „Jugend forscht“ beginnt und irgendwie allein schon durch die zwei Worte zurückschrecken lässt. Klar, die Jungs von Rebellious Spirit sind einfach nur blutjunge Burschen, aber nicht mehr grün hinter den Ohren, hauen sie mit „Obsession“ doch bereits ihren zweiten Longplayer heraus… aber: Wo bleibt nur das Forschen? Die ersten Durchläufe bestätigen immer mehr auch den ersten Eindruck: Hier wird eindeutig auf Nummer sicher gemacht – vielleicht hätte man einfach mal alle Erwachsenen aus dem Proberaum verbannen und die Jungs mal machen lassen sollen, ja, vielleicht dann wäre nicht dieser beliebige Hard Rock mit zu deutlichen amerikanischen Anleihen herausgekommen.

Hatten sie noch auf dem Debüt „Gamble Shot“ reichlich sleazige Glam-Zitate intus, so sind diese beinahe komplett verschwunden, hier wird mehr auf Massenkompatibilität denn auf rotzige Eigenspur gesetzt, und das kommt leider nur bedingt an. Dabei darf man Rebellious Spirit beileibe eines nicht absprechen: Sie haben auch ein paar richtig gute Melodien auf der Pfanne, die zum einen durchaus die Ambitionen zum Stadionrock unterstreichen, zum anderen aber dadurch auch über das Mittelmaß kaum hinauskommen.

Eines muss man darüber hinaus Frontmann Jannik noch zukommen lassen: Die Gesangsleistung hat sich gegenüber dem Debüt deutlich gesteigert, hier werden die zahlreichen Shows mit den einhergehenden Einflüssen ihren Niederschlag finden. Doch leider schaffen es Rebellious Spirit nicht, das große Revolutionsfeuer anzufachen, zumal sich mit „Walls Of Lies“ eine zugegeben etwas schwermütige, dennoch balladesk aufgebaute Nummer oder auch „In My Dreams“ – mit Pianoklängen aufgepeppte Ballade – zwei Songs eingeschlichen haben, die zu sehr auf das Radiopublikum schielen und genauso wenig aus dem Quark kommen wie das halbseidene, mit reichlich verfremdeter Stimme ausgestattete „Forever And Ever“.

Dabei schaffen sie es immer wieder wie beim Starterdreierpack mit den sehr griffigen Refrains zu punkten, wobei „Lost“ ja auch im Vorfeld als Single auserkoren wurde. „Silent Scream“ gehört zu den treibenden Stücken, „Summer Moved On“ transportiert ganz nett die Leichtigkeit an wärmenden Jahrestagen und versprüht richtig viel gute Laune, „Confidence Men“ allerdings biedert sich mit seinem Industrial-Touch einfach zu sehr an die Tanzwilligen der Diskotempel an.

Unterm Strich bleiben neben einigen schönen Melodien gerade in den Refrains dann doch noch viele halbgare Stücke übrig. Zu sehr auf Nummer sicher, da täte vielleicht doch ein wenig mehr Forscherdrang gut, was nun aber nicht heißen soll, dass Rebellious Spirit gar nichts zu bieten hätten. Allerdings reiht sich in Summe „Obsession“ – mit einem mehr als bescheidenen Coverartwork – dann doch eher im Mittelmaß ein.

comments powered by Disqus

Waldbühne lädt bei freiem Eintritt ein

Von Erinnerungen, Rückblicken und Genuss

Wolken mit Gesichtern oder Jesus auf einem Pfannkuchen

Hinzu kommen Borknagar, Wolfheart und Hinayana

Neues Album und Tour im nächsten Jahr

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität