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Rebellious Spirit: Gamble Shot

An Esprit und Authentizität müssen sie noch arbeiten
Wertung: 6,5/10
Genre: Hard Rock/ Glam/ Sleaze
Spielzeit: 39:15
Release: 21.06.2013
Label: SPV/ Steamhammer

Die Vorschusslorbeeren hätten kaum größer sein können, denn wenn hierzulande heimische Jungspunde gleich mit einem Labeldeal daherkommen, dann schießen die Erwartungen naturgemäß ein wenig höher - auch bis zu den hohenzollernschen Alpen. Rebellious Spirit, so die Combo aus dem beschaulichen Bisingen nahe Stuttgart, denn von ihnen ist die die Rede, legen mit „Gamble Shot“ ihr Debüt auf Steamhammer/SPV vor. Zuvor hatten sie im Gründungsjahr 2010 mit „Heart Of Swabia“ eine erste Demo vorgelegt, die allein schon vom Titel her verdächtig an Kissin’ Dynamite erinnert, welche dann auch nicht weit weg aus Reutlingen kommen und sich somit zumindest geografisch in Schlagdistanz befinden.

Die Hard’n’Glam-Szene rüstet ja in den letzten Jahren wieder deutlich auf, was vielleicht auch mit dem überraschend großen Erfolg von Steel Panther & Co. zu tun hat. Hollywood Burnouts, Skapa Flöw, um mal zwei heimisch Gewächse zu nennen, dazu natürlich die großen Übersee-Vorbilder wie Mötley Crüe oder Cinderella (die übrigens trotz aller Feierlaune beim Shout It Out Loud Festival ziemlich abgeschissen haben), geben nicht nur Qualität, sondern auch eine ganze Bandbreite an Einstellung wieder, welche, bei Rebellious Spirit als Samen eingepflanzt, nun gedeihen soll.

Und wenn oben schon die hohe Geographie bemüht wurde, so muss man beim musikalischen Erguss ein paar Abstriche machen. Zum einen wäre da Fronter und Gitarrist Jannik, der, sagen wir es mal vorsichtig, eine etwas gewöhnungsbedürftige Stimme selbst für Glam’n’Sleazer hat, was dann glatt schon beim Opener „Let’s Bring Back“ durchaus für merkwürdig hochgezogene Augenbrauen sorgt. Zwar muss man nicht die Nase rümpfen, doch der leicht nasalen Stimme fehlt ganz sicher noch der eine oder andere Whiskey zur leicht angerauten Färbung, aber das kann ja noch kommen, sind doch die Bengels irgendwo zwischen 17 und 20 Jahren jung.

Die Stimme jetzt mal abgehakt, denn das an den Instrumenten durchweg fitte Quartett hat ein paar nette Ideen auf Gamble Shot zusammengetragen. Da wäre der schon erwähnte Opener „Let’s Bring Back“ mit seinen flotten 80er Hard-Rock-Riffs und passenden Chorgesängen sowie dem selbstbewusst eingestreuten Solo – unterhaltenswert, auch wenn das ganz große „Oha“ ausbleibt. „Gone Wild“ atmet ein wenig dieses Hard-Rock-Highway-Feeling. Lustig und etwas schlüpfrig dagegen klingt es, wenn mit „Sweet Access Right“ und der einleitenden Textzeile „She’s a little love machine“ dem Teenagertraum ein kleines Denkmal gesetzt wird. Dabei erwartet man bei dem Alter der Geschminkten noch etwas Grünspan hinter den Ohren.

Natürlich darf in diesem Genre die schon obligatorische Ballade nicht fehlen, die mit „Change The World“ nicht nur vorliegt, sondern durch den fehlenden Schmalz sogar zu gefallen weiß. Bemäkelbar wäre hier allerdings wieder Janniks Stimme, der es ein wenig an Sehnsucht, ein wenig an  Tiefgang fehlt, wobei man aber zugeben muss, dass die Basis doch gar nicht schlecht klingt und mit der Zeit sicherlich noch viel Feinschliff bekommen wird. Viel natürlicher kommt aber „Don’t Leave Me“ daher, denn hier können Rebellious Spirit mit einer gelungenen Gesangsmelodie aufwarten und so sicherlich auch einiges mehr an Wiedererkennungswert festtackern.

Der noch sehr jungen Band Rebellious Spirit fehlt es sicherlich noch ein wenig Esprit und Authentizität. Was live vielleicht durch die optische Untermalung funktioniert, kann auf dem Debüt „Gamble Shot“ noch nicht zu hundert Prozent vom Hocker hauen, dafür fehlen die ganz großen, mitsingbaren Melodien, die sich dann zu Identifikationshymnen auftürmen. Das Grundgerüst ist gelegt, da darf man auf den Nachfolger gespannt sein.

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