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Rebellion: Arminius - Furor Teutonicus

Geschichte für Fortgeschrittene
Wertung: 9/10
Genre: Heavy Metal, Power Metal
Spielzeit: 59:33
Release: 26.10.2012
Label: Massacre Records

Im Jahr 2010 stand es nicht gut um die Formation Rebellion. Auf einen Schlag verließen drei Fünftel der Musiker die Band. Trotzdem entschieden sich der Mastermind Tomi Göttlich und Frontröhre Michael Seifert, die Band weiterzuführen. Eine gute Entscheidung, wie das nun erschienene Album „Arminius: Furor Teutonicus“ beweist.

Wer sich schon einmal mit Rebellion befasst hat, der weiß natürlich, dass die Gruppe immer große Geschichten zu erzählen weiß. Im aktuellen Album geht es ganz kurz gefasst um Arminius, der in Rom aufwächst, für die Römer in Pannonia (heute Ungarn) erfolgreich kämpft und später die Schlacht vom Teutoburger Wald gegen die Römer unter Varus schlägt und die Legionen dadurch im Endeffekt davon abhält, immer weiter Land in Besitz zu nehmen. Auch als Germanicus mit acht Legionen Rache nehmen will, kann er keinen wirklichen Erfolg gegen das viel kleinere Heer von Arminus erzielen. Eine große Geschichte für große Stücke also?

Eindeutig ja. Mit sehr großen Emotionen erzählen Rebellion die Geschichte des Arminius und schöpfen dabei sämtliche zur Verfügung stehenden Mittel aus. Die Stile variieren dabei von sehr ruhigen Balladen (Requiem) über kraftvolle Mid-Tempo-Stampfer (Rest In Piece) bis hin zu flotten, gar schnellen Heavy– und Power-Metal-Nummern ("Ala Germanica", "Breeding Hate").

Die Einleitung in das Album erfolgt ungewöhnlich ruhig. „Rest In Peace“ ist ein starker Song, keine Frage, aber auf Touren bringt einen die Nummer nicht. Das muss sie auch gar nicht, denn sie ebnet den Weg für einen der stärksten Songs auf der Platte. „Ala Germanica“ ist das Stück, das den Zuhörern Feuer unter dem Hintern macht. Das Stück treibt stark vorwärts, ist unnachgiebig direkt und der Refrain bohrt sich sofort ins Hirn. Ein klasse Stück mit einem richtig fetten Riff und mit einem starken Beat. So darf es weitergehen. Tut es auch. Mit „Prince Of The Cherusker“ steht schon das nächste Kracherstück auf der Liste. Im Gegensatz zu „Ala Germanica“ ist die Nummer aber weniger ein Ohrwurm als eine Fundgrube vieler versteckter Spielereien, die vor allem die beiden Gitarristen Oliver Geibig und Stephan Karut zu verantworten haben. Mit fast schon leicht progressiven Anflügen ist Titel drei auf der Platte auch etwas besonderes, das man genießen sollte.

Ohne an Energie zu verlieren geht es auf der Reise durch nur interessante Stücke, die zwar nicht immer jeden ansprechen werden, aber jeder, der auf anspruchsvolleren und trotzdem unterhaltsamen Metal steht, der wird auf dem Silberling mindestens das eine oder andere Lied finden, das überzeugen kann. Als Heavy-Metal-Fan kommt man an der Scheibe nicht vorbei.

Noch zwei Fakten sprechen für das Album. Erstens der Sound. Die Produktion ist superfett und trotzdem natürlich, vor allem das Schlagzeug (und da ganz besonders die Bassdrum) von Matthias Karle verdient eine Eins mit Stern. Und der zweite ganz große Punkt, der für die Band und das Album spricht, ist der Frontsänger Michael Seifert. Es ist absolut bewundernswert, wie wandelbar seine Stimme ist und wie gut der blonde Hüne versteht, sie einzusetzen. Vor keiner Tonlage fürchtet sich der Mann und schafft es trotz aller Stimmakrobatik, scheinbar spielend immer sehr männlich und gleichzeitig vom Leben gezeichnet zu klingen. Im Vergleich können sehr viele Frontmänner eiskalt einpacken.

Tomi Göttlich und seine Truppe haben sehr eindrucksvoll bewiesen, dass Rebellion so lebendig sind wie lange nicht. Die Musik klingt frisch, unverbraucht und sehr phantasieanregend.  Man sollte das Album nicht zerreißen. Die Songs alleine klingen schon auch toll, aber als zusammenhängende Geschichte wirkt das Album mindestens genauso gut wie ein Kinofilm. Die perfekte Platte für verregnete Herbsttage. Am besten genießt man sie vor dem Kamin mit einem Gläschen Whisky.

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