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Raygun Rebels: Bring Me Home

Das Beste an der Scheibe ist die Coverlady
Wertung: 3/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 40:16
Release: 10.06.2011
Label: SAOL/H’Art/Zebralution

Dass man eine einfache Formel für Bands aufstellen kann, die Damen auf ihrem Albumcover haben, daran glaube ich fest: Je kürzer der Rock auf dem Foto, desto seichter die Musik. Das mag jetzt nach schnöder Pauschalisierung klingen, lässt sich aber nur allzu häufig in der Praxis anwenden - bei Raygun Rebels zum Beispiel. Technisch einwandfrei, spielen die Süddeutschen relativ simplen Hard Rock, der so gerade mal als Hintergrundmusik zum seligen Biersaufen taugt.

Dass die Jungs in den USA gut ankommen, wundert wenig – erdige Gitarren, eine recht austauschbare Stimme, Riffs, die zwischen AC/DC und ZZ Top eingeordnet werden könnten; genau das, worauf die konsumüberfressenen Amerikaner gemeinhin stehen. Aber tun wir dem Quartett nicht Unrecht: Immerhin könnten Raygun Rebels schon in Johnny Depps „Viper Room“ und dem berühmtem „Whisky A Gogo“ das Publikum begeistern.

Hier steht nun also das Debütalbum „Bring Me Home“ im Verdacht, die US-Massen auf die deutsche Rock’n’Roll-Szene aufmerksam zu machen. Schlecht lässt sich der Rundling eigentlich nicht an: „Here We Are“ fungiert als Opener mit recht überschaubarer Komplexität und einem einprägsamen Gitarrenriff, das zwar auch jede Schülerpunkband so hinbekommen hätte, aber oft sind die einfachsten Dinge die besten. Dabei kehren Raygun Rebels zwar relativ oberflächlich über den Boden des Rock, nehmen von allem ein bisschen mit, lassen aber auch viel unterwegs fallen – beispielsweise findet sich auf „Bring Me Home“ kein einziges Gitarrensolo, das einen wirklich von den Socken haut.

Dass bei Songtiteln wie „Lay Down Baby“ nichts allzu Tiefgründiges herauskommen kann, steht außer Frage, aber die Quotenballade „Goodbye“ zieht einem dann wirklich buchstäblich die Schuhe aus. Kitsch all over, schnulzig kommt die Akustikgitarre aus den Boxen gekrochen und schon beim Einsatz von Dannys Gesang und der ersten Zeile „I’m sitting in the rain, waiting for the pain“ kann man sich das Fremdschämen, so sehr ich dieses Wort auch hasse, nicht mehr verkneifen. Das sechsminütige Spektakel steigert sich in ein orgiastisches Gitarrensolo, diesmal mit der Elektrischen, bevor Danny Raygun uns mitteilt, dass er immer noch draußen im Regen steht. Mit der Performance braucht er sich darüber aber nicht wundern.

Natürlich werden die Rock’n’Roll-Klischees gepflegt – Sex, Drugs und was eben so dazu gehört, aber irgendwie kann man es den vier Rebels nicht so ganz abnehmen. „I Want You“ ist auch hier ein gutes Beispiel für musikalische und lyrische Simplizität – „You’re dirty, nasty, you’re a slut“ – und das ist hier nicht etwa eine Beleidigung, im Gegenteil, die Band scheint ganz begeistert von diesem Mädel im superengen Kleid zu sein. Dazu gibt es aufgewärmte Riffs und ein monotones Schlagzeug. Ob damit besagte Dame rumzukriegen wäre, darf man stark bezweifeln.

Besser wird es auch gegen Ende der Platte nicht, scheinen Raygun Rebels es sich doch zur Aufgabe gemacht zu haben, ein oder zwei unterschiedliche Gitarrenriffs immer wieder zu verwenden. Der Titeltrack und Rausschmeißer steigert sich am Ende noch einmal in eine wahnwitzige Gitarrenorgie, die aber so schön hundertmal und vor allem besser von zig anderen Bands verpulvert worden ist. Alles in allem taugt die Platte für mich nicht einmal als Sauf-Berieselung. Unterm Strich ist das Beste an dem Album tatsächlich die Lady auf dem Cover – mehr als drei Punkte gibt es dafür nicht.

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