Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Ravens Creed: Albion Thunder

Slayer meets Motörhead meets Agnostic Front
Wertung: 7/10
Genre: Thrash Metal, Death Metal
Spielzeit: 29:52
Release: 30.10.2009
Label: Doomentia Records

Es ist immer wieder unfassbar, wie sich die Äste des Metal-Stammbaums ineinander verschlingen können. Inzest, möchte man ausrufen, aber dennoch: Faszinierend ist es schon, zu sehen, wo manche Menschen überall ihre Fingerchen im Spiel haben. Die Briten Ravens Creed bilden hier keine Ausnahme, eher im Gegenteil; solcherlei Verknüpfungen findet man sonst nur in der skandinavischen Metalszene – wobei die Musiker da zumindest früher eher dazu neigten, sich gegenseitig umzubringen, als zusammen zu musizieren.

In Ravens Creed vereinen sich mit Sänger Ben Ward (Orange Goblin), Bassist Frazer Craske (ex-Sabbat), Gitarrero Steve Watson (ex-Cerebral Fix) und Drummer Jay Graham (ex-Skyclad) Musiker aus den unterschiedlichsten Stilen: von Folk über Doom/Stoner bis zu Thrash Metal ist alles dabei und sämtliche RC-Mitglieder spielen noch in mindestens einer weiteren Band. Ein unglaublicher Output für die Männer, ein – zumindest im Falle der neuen Scheibe „Albion Thunder“ – eher mittelmäßiger Input für den Hörer.

Dabei geht die Platte direkt recht gut los: Man vernimmt die Schreie einer doch recht panisch, wenn auch klischeehaft hilflos klingenden Dame, dann legt Ward mit „Peace Through Superior Firepower“ und coolem Old School-Hardcoregesang los, der ein wenig an Agnostic Front erinnert. „Pear Of Anguish“ geht direkt etwas rasanter zu Werke, schlägt mehr in die Thrash-Kerbe und besticht vor allem durch schreddernde Gitarren und dominante Drums. Vor allem der Stimme des Sängers ist es zu verdanken, dass das Album insgesamt weit weniger nervig klingt, als man es zu Anfang hätte befürchten können.

Neben alten Hardcore-Veteranen sind auf „Albion Thunder“ auch leichte Slayer-Anleihen zu hören: „Pox Mortis“ startet ungewohnt langsam, fast schon doomig – zumindest für Thrash Metal – und legt gegen Ende ordentlich an Tempo zu, kann aber nicht recht überzeugen; stattdessen stiehlt ihm das nachfolgende „Hail The Warbeast“ die Show. Man findet sich in einem Gitarrengewitter wieder, der ganze Song klingt nicht nur technisch nach richtig alter Schule, auch die Produktion unterstützt diesen Eindruck. Was bei anderen Bands stümpferhaft und kratzig klingt, wirkt hier gewollt und vor allem auch gekonnt.

„Stand Up And Be Cunted“ klingt nicht nur nach einem Titel, den die Thrash-Punks The Mentors genauso hätten geschrieben haben können, der Song versprüht auch den gleichen rohen Charme wie die Stücke der Amis. Damit hätten sich die Höhepunkte der Platte schon beinah erledigt, wenn, ja, wenn nicht der Rausschmeißer „Unholy Force Of Extraordinary Magnitude“ noch ein letztes Mal die Thrash-Keule hervorholen würde. Schneller als der gesamte Rest der Platte kommt es daher und wirbelt immerhin noch ein bisschen Staub auf, bevor die Scheibe den Weg alles Irdischen geht.

Problematisch bei Ravens Creed ist vor allem die Tatsache, dass die Band entweder richtig gute oder richtig bescheidene Songs fabriziert. Die oben genannten Killer werden durch monoton dahinscheppernde Titel wie „Bloodbath“, „Spy On Your Swine“ oder das gehörte und gleich wieder vergessene „Storm The Gates“ abgelöst. Zurück bleibt die Erkenntnis, dass auch gute Stimmen wie die Ben Wards irgendwann an Reiz verlieren, wenn sie immer nur das Gleiche tun, nämlich in Old School-Manier vor sich hin poltern.

Fazit: Man hört Ravens Creed ihre Wurzeln deutlich an, viele Anleihen an klassische Thrash und Death Metal-Gruppen sind zu hören – dennoch zündet die Platte nicht so, wie sie eigentlich sollte. Ben Ward kann definitiv noch mehr aus seiner Stimme herausholen, der Rest der Combo muss noch mehr miteinander und nicht nebeneinander her spielen. Dennoch: Für das Debütalbum einer Band, deren Mitglieder derart umtriebig in der Szene umherhuschen, ist „Albion Thunder“ ein akzeptables Werk geworden.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna