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Raunchy: Wasteland Discotheque

Raunchy haben wieder einmal bewiesen, dass sie Meister ihres Fachs sind
Wertung: 10/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 54:6
Release: 27.06.2008
Label: Lifeforce Records

Die Dänen Raunchy melden sich nach ihrem bärenstarken dritten Album „Death Pop Romance“ im Jahr 2008 zurück. Nach der Killervorgängerscheibe liegt dementsprechend die Latte der Erwartungshaltung selbstverständlich sehr hoch, weswegen mir auch klar war, dass beim ersten Durchgang der neuen Langrille „Wasteland discoteque“ nicht gleich jeder Song zünden wird.

Doch bereits beim primären Hördurchlauf blieben Stücke wie der eingängige Opener „Somewhere Along The Road“, das darauf folgende „The Bash“ oder das ebenfalls sehr herausragende „Welcome The Storm“ hängen. Der Rest wusste zwar auch zu gefallen, hatte aber nicht auf Anhieb die Klasse der eben erwähnten Tracks.

Also wurde „Wasteland Discoteque“ für einige Weile Pflichtprogramm im Wohnzimmer, auf dem MP3-Player im Büro und im Auto und siehe da, bereits nach einigen Durchgängen mehr konnte auch der Rest seine wahre Pracht entfalten.

Eröffnet wird die Scheibe mit dem stimmungsvollen Intro „This Blackout Is Your Apocalypse“, das bereits zu Beginn eine sehr düstere Atmosphäre zu erschaffen weiß. Danach geht es unmittelbar mit dem sehr straighten und eingängigen „Somewhere along the Road“ weiter, das mit seiner lässigen Art sogar fast schon an Metalcore erinnern lässt. „The Bash“ lässt die Jungs in ähnlichen Gewässern wie In Flames und Soilwork schippert, dennoch aber die übliche Ranchy Trademarks immer noch dominant im Vordergrund stehen. Raunchy Fans wissen wovon ich hier rede, denn die Dänen haben eine derart lässig-groovige Attitüde in ihrer Musik, die wirklich nahezu unnachahmlich ist!

Mit „Warriors“ wird erneut wieder bester Death Pop zelebriert, sprich süßlich, eingängige Melodien treffen auf brachialen Metal; treibende Doublebass meets Disco-Beats, Stakkato Riffs versus sanfte Gitarren Melodien, aggressive Screams knallen auf klare Vocals mit Ausflüchen in das Bee Gees Lager… Genial, wie eh und je!

„Straight to Hell“ wird mit Blastbeats eröffnet, was gleich zu Beginn klarstellen soll, dass hier wieder der Thrash Hammer regiert… so würden wohl Slayer klingen, wenn sie Raunchy wären, hehehe,…. ähm ja… ! Ein wenig erinnert mich dieses Stück an die Freiburger von Fear my Thoughts mit ihrem Album „Hell sweet Hell“! Als nächstes ist „Welcome the Storm“ an der Reihe, einer ebenfalls sehr „coolen“ Nummer, die vor allem mit einer Killer Gitarren Hookline in der Bridge zu begeistern weiß, aber auch im sehr stimmungsvollen Refrain noch mal trumpfen kann.

Bei „Wasteland Discoteque“ ist der Name Programm: Ödland Disko, so stellt man sich die Endzeit Bee Gees vor, Mad Max trifft auf Dracostina Dei (oder wie die heißen), Rammstein und Dark Tranquillity. Dazu noch ein Hammer Refrain, der vor allem live sehr gut funktionieren dürfte, wenn hunderte Kehlen mit schreien, und fertig ist die apokalyptische Dance Party! Im Anschluss gesellt sich eine Coverversion von Rockwell's „Somebody´s Watching Me“ hinzu, die den Dänen wirklich sehr gut gelungen ist. Vor allem könnt man sogar fast meinen, dass die Nummer eine Eigenkreation sein könnte. Hier hat man wirklich einer alten 80er Hitnummer einen starken eigenen Stempel aufgedrückt! Hammer!

Das letzte Drittel wird durch „A Heavy Burden“ eingeleitet. Nach einem typischen In Flames Riff am Anfang geht die Nummer sehr Raunchy like weiter. Vor allem die poppig-metalischen Riffs grooven sich wieder megalässig aus den Boxen, untermalt mit starken Discobeats und Rockybilly-Elementen… bei dem Song Sonne, Fenster am Auto runterdrehen und volle Lautstärke… hach so schnell fühlt man sich wieder jung, hehehe. Weiter geht es mit dem flotteren „To the Lighthouse“, dass sich sehr variabel präsentiert und mit mächtigen Doublebass triumphiert. Vor allem die Kombination aus Hardcore / Thrash Beats und den Gitarrenleads in der Bridge geht sehr gut auf, an die danach ein starker Refrain geknüpft wurde.

Eigentlich schien „Showdown Recovery“ anfangs der einzige Track zu sein, der im Vergleich zu den übrigen Stücken abloost, doch wenn man dann den übergenialen Mittelpart gehört hat, kann man hier einfach nicht von einer schwächeren Nummer reden. Dennoch ist der Song ein klein wenig im Rückstand, da er durch seine melancholisch-bedrückende Art auch stimmungstechnisch nicht so ganz zum Rest passt. Für andere Bands wäre diese Nummer allerdings weiterhin ein Überhit!

Abgeschlossen wird „Wasteland Discoteque“ mit dem mega brachialen „The Comfort Is Leaving“, bei dem noch mal alle Register gezogen werden. Vor allem der Drummer scheint sich hier noch mal so richtig auszutoben. Sehr originell fand ich übrigens den Vocoder im Refrain, als auch der Clean Gesang mit der Spieluhr Melodie im Mittelteil, welche auch noch mal wunderschön die Nummer ausklingen lässt!

An alle Zweifler: Raunchy konnten ihr letztes Album sicherlich nicht toppen, aber wie will man was Geniales noch steigern? Eben, gleichziehen reicht hier vollkommen und das haben die Dänen auch locker geschafft. Und wenn es nicht gleich beim ersten mal nicht zünden sollte, gebt dem Album noch ne Chance, ihr würdet ansonsten eine weitere Killerscheibe verpassen!

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