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Raunchy: A Discord Electric

Soeben noch die Kurve gekriegt
Wertung: 6/10
Genre: Modern Melodic Metal / Pop
Spielzeit: 65:13
Release: 11.10.2010
Label: Lifeforce Records

Meine Güte, mit „A Discord Electric“ markieren die Dänen ihr bereits sechstes Album. Dass sie schon so viele Longplayer in ihrer Diskographie haben? Da sieht man wieder, wie die Zeit rennt. Aber gut, genug der Floskeln, back to music.

In dieser schnelllebigen Zeit, wo alle Grenzen jeglicher Genres scheinbar nur noch auf Papier zu gelten scheinen, da ein jeder daherkommt und auf Teufel-komm-raus stilmixt, was das Zeug hält, wollen auch Raunchy nicht hinten anstehen. Dementsprechend kann man ihre Mucke auch als Mix aus Melodic Metal, Metal à a Sonic Syndicate und Konsorten und eben auch Pop umreißen. Gerade letzt genanntes Element nimmt einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert eben auch auf dem aktuellen Machwerk ein.  

Ganz im Stile des modern american Metal startet „Dim The Lights And Run“. Um aber das Attribut „Metal“ zurecht zu tragen, ist dieses Stück viel zu seicht geraten. Außer den gelegentlich hervortretenden Riffings oder hier und da ein paar Drumklängen dominiert in diesem Song ein ganz anderes Instrument: Das Keyboard. So dümpelt das Stück dahin, ohne jegliche Akzente setzen zu können. Hoffentlich geht das nicht so weiter.

Hoffnung verbreitet das harmonische und nett anzuhörende Eingangsriff von „Rumors Of Worship“: Wow, hier wird es einem sogar erlaubt, die Rübe zum ersten Mal zu schütteln. In der Tat ist dieses Teil um einiges heftiger geraten als der Opener. Jedoch wird auch hier die Synthesizer-Fraktion sehr strapaziert. Auch wenn die Strophen etwas innovativer hätten arrangiert werden können, so kann man diesen Song dank seines Refrains doch noch so eben durchwinken.

Wer nicht ganz so oft vor die Wand gelaufen ist, wird sich bei dem Titel des folgenden Stückes „Nght Prty“ schon denken können, was dieser denn bedeutet. Dieser Song hat einen Groove inne, der eben genau in Richtung einer nächtlichen Party driftet. Von Seiten der Drums bekommt man den Eindruck, dass diese wohl eher vom PC stammen – ich sag nur „Disco“. Wie man an dieser Ausführung unschwer erkennen kann, klingt dies gar nicht so prickelnd. Insgesamt scheint dieses Stück sehr in Richtung Charts zu schielen.

"Mal einen Schritt schneller" scheinen sich die Dänen zu denken, denn bei „Street Emperor“ braten die Gitarren einem erneut Riffs um die Lauscher, dass man das Stück schon fast wieder mögen könnte. Auch hier wird wieder in der Strophe gegrowlt und im Refrain wird Cleangesang geboten. Der Mittelpart ist dagegen wieder regelrecht überladen mit Synthiegeschrabbel. Nach einem starken Beginn hat das Ganze leider ganz stark nachgelassen.  

Aufgrund der Mundharmonika-Klänge eingangs des schwerfälligen „Blueprints For Lost Sounds” denkt man unbestimmt an „Spiel mir das Lied vom Tod“, auch wenn die Melodie bei weitem nicht dieselbe ist. Das Drumming lässt das Stück schleppend wirken.

So langsam gibt man schon nichts mehr darauf, wenn eingangs eines Songs riffing- und drumtechnisch auf die Kacke gehauen wird. “Shake Your Grave” bildet da leider keine Ausnahme. Und so ist es dann auch wie ebenso beim folgenden „Tiger Crown“: Zu hören ist das gleiche Muster, denn in der Strophe wird „metallisch“ geschreddert und im Refrain versumpft man dann wieder im Synthiegewaber. Und dies war gerade die halbe Scheibe. So langsam wird es echt bitter.

Das Keyboardgeplänkel eingangs von “Big Truth” wirkt wie zu sehr bunt gemalt. Doch dann offenbart sich dieses Teil als geradliniger als alles bisher auf dieser Scheibe Gehörte. In diesem Song wird eine positive Stimmung vermittelt. Obwohl hier wieder explizit auf die Charts geschielt wird, wird dieses Stück zum ersten Anspieltipp. Da hätte man schon fast nicht mehr mit gerechnet.

Danach zeigt sich “The Great Depression” als der härteste Song auf dem Album, was schon fast Verwunderung und nicht zuletzt Entzückung erzeugt. Sie können also auch anders, die Jungs von Raunchy. Warum nicht gleich so und vielmehr drängt sich die Frage auf: Warum nicht mehr davon?

Obwohl auf den Klängen der Synthies basierend, weiß auch schon der Beginn von „The Yeah Thing“ zu begeistern. Denn auch wie schon im vorigen Song lassen die Dänen vielmehr die Zügel locker, was ihnen zugegebenermaßen auch richtig gut steht. Hier wird richtig Dampf abgelassen, das macht Spaß, anzuhören, auch wenn es im Refrain etwas gemäßigter vonstatten geht.

Wieder oder besser gesagt immer noch schwebt über Allem die Frage: Warum nicht gleich so? Auch “Ire Vampire” schlägt voll in die metallische Kerbe und liegt qualitativ mitten im grünen Bereich. Ruhige Töne läuten schließlich „Gunslingers And Tombstones”, den letzten Song des Albums, ein. Die im weiteren Verlauf dramatisch gestaltete Hauptmelodie dieses ebenfalls metal-betonten – und des auf diesem Album besten - Stücks kann wirklich begeistern. Wären alle Songs so ausgefallen wie diese begeisternden letzten fünf, dann wäre eine Bewertung nahe der Bestmarke rausgesprungen. 

Denn es ist Fakt, dass man bis auf die letzten fünf Songs einerseits nicht richtig aus dem Quark zu kommen scheint, um die Hunde mal komplett von der Leine zu lassen; andererseits gerät das Ganze zu großen Teilen Richtung Langeweille, da bis auf die genannten fünf Perlen nicht wirklich etwas Großartiges geboten wird.

Fazit: Die letzten fünf Perlen dieses Longplayers haben den Jungs eindeutig den Kopf gerettet. Wünschenswert wäre, wenn die Band die härtere Schiene, wie in den Anspieltipps erwähnt, weiter verfolgen würden. Gerade dieses härteren Stücke machen eindeutig mehr Spaß und haben den Dänen definitiv die Punktewertung gerettet.  

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