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Rapidforce: Burst Under Pressure

Pantera für leicht Einzuschüchterne
Wertung: 5.5/10
Genre: Power Thrash Metal
Spielzeit: 44:41
Release: 11.07.2008
Label: twilight

Aus Serbien soll angeblich die neue Offenbarung des Power Thrash Metal´s kommen. Da auch noch auf Parallelen zu Pantera hingewiesen wird, bilden sich Fragezeichen über meinem Haupt. Egal, rein mit der neuen Rapidforce CD in den Player und ab dafür.

„Who Wept For Them“ beginnt nach kurzem Intro recht energetisch. Ja,das geht erstmal ganz gut ab, bevor man ins Midtempo abdriftet. Kräftige Drums von Yeqy sorgen für den gewissen Drive. Sänger Robert versucht sich möglichst böse zugeben, kommt aber bei weiten nicht an Vorbild Phil Anselmo heran. Kein schlechter Einstieg.

„Strong Enough“ hämmert sich ebenfalls im Midtempo durch die Lautsprechermembranen, aber irgendwie hat es die Band geschafft, hier durch das Eröffnungsthema, welches auch immer mal wieder durchschimmert, einen gelungenen, fast folkloristischen Akzent zu setzen. Leider ist der Song selber recht uninspiriert geraten, 08/15 Vocals und Standardriffing. Auch wenn man die gleiche Marschrichtung wie Pantera zu „Cowboys From Hell“ oder „Vulgar Display Of Power“-Zeiten eingeschlagen hat, so ist man doch um Lichtjahre von deren Intensität entfernt. Lediglich der Folkloreanteil lässt den Song interessant geraten.

„Hero“ gerät da dann schönerweise wieder ein wenig besser, mit einem gewissen Groove und harten Gitarren weiß er zu überzeugen. Kein Wunder, dass die Band sich diesen Song ausgesucht hat, um ein Video zu drehen , welches übrigens auch als Bonus auf „Burst Under Pressure“ zu finden ist.

Dann spielen die Serben bei „Eyes For An Eye“ mal eben ein Black Sabbath Riff an, wenngleich etwas zu schnell, um die powervolle Heavyness zu erreichen. Langsam kriecht der Song durch die Hörorgane. Man wünscht sich irgendwie deutlich mehr Tieftonpower, welche aber dem Hörer vorenthalten wird. Das Riff und der eingängige Chorus wissen aber klar zu überzeugen und bieten erstmal ein Highlight, zumindest was diese Scheibe angeht.

„Worthless“ weiß leider nicht die ansteigende Stimmungskurve weiter nach oben zu bringen, bzw. die Klasse des vorherigen Songs zu halten. Man verzettelt sich stellenweise schon fast in schnelleren Doomgefilden. Aber irgendwie rauscht der Song ziemlich unbeeindruckend an mir vorbei. Solche Musik muss einfach mehr Druck erzeugen.

„Glamoch“ beginnt mit rhythmischen Trommeln, bevor dann Vihor seinem Bass mal etwas deutlicher in den Vordergrund stellen darf. Trotzdem hört sich das irgendwie ziemlich dünn an, wenngleich dieser nun wirklich nicht flüssige Song mit seinen Ecken und Kanten so etwas wie das zweite kleine Highlight auf diesem Album darstellt. Live dürfte das gut ankommen.

„I Will Stand Alone“ kann da nur ansatzweise folgen. Aber man hämmert sich im langsamen Maschinengewehrtakt ganz passabel durch die Strophen. Trotzdem macht sich eine gewisse Eintönigkeit bemerkbar, bei der man immer hofft, dass gleich ein Song kommt, der dem Hörer mal ´nen kräftigen Tritt versetzt.

„Apostol Of Madness“ erweist sich dann zu Beginn recht überraschend, da man nach dem lang gezogenen Anfang schon an eine Ballade glaubt. Dies wird dann aber im Mistempo mit der schon vorab präsentierten gezähmten Aggressivität recht deutlich unterbunden, auch wenn es dann mal wieder ruhige Parts gibt. Zwar abwechslungsreich, aber nicht fesselnd.

Leider schaffen es dann auch „Something To Destroy“ und „Curb“ nicht, das Mittelmaß zu verlassen. Auch wenn die Gitarren von Kolle und Mickey ab und zu mal kleine Glanzlichter setzen oder zu quietschen anfangen, ist das insgesamt zu wenig. Wobei ich zumindest konstatieren muss dass „Curb“, welcher wieder etwas sperriger geraten ist, doch ansatzweise zu überzeugen weiß, da man eine interessante Gesangslinie integriert hat. Schade, dass Robert die Vocals nicht deutlich hasserfüllter aus sich heraus brüllt.

Den Abschluss bildet dann das etwas zügigere „A Song For Me“. Stakkatoartig agieren die Instrumente, bevor man sich in normalere Gefilde treiben lässt. Und wiederum weiß sich der Gesang nicht so recht gegenüber den anderen Instrumenten ins Frontlicht zu schieben. Schade, denn so würde sicher mehr gehen. Ob das nun an der Produktion liegt oder einfach nur gewollt ist, ich weiß es nicht.

Der Bonus in Form des Videos zu „Hero“ zeigt die Band vor einem Felsen zockend. Sieht recht amtlich und überzeugend aus. Es werden dann immer wieder Szenen aus einem Schlammcatchkampf zweier Frauen eingeblendet. Hat zwar nicht wirklich etwas mit dem Song an sich zu tun, aber ist halt was Dreckiges für`s Auge.

Fazit: Wenn es doch eine Offenbarung aus Serbien geben soll, warum schickt ihr sie uns dann nicht? Rapidforce sind da noch ein gutes Stück weit von entfernt. Sie besitzen zwar einige gute Ansätze, aber das ist zur Zeit noch zu wenig, um auf dem großen Markt bestehen zu können.

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