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Rantanplan: Licht und Schatten

Album mit rauem Charme
Wertung: 7,5/10
Genre: Ska-Punk
Spielzeit: 38:43
Release: 13.01.2017
Label: Drakkar/ Soulfood

Rantanplan darf man mit Sicherheit zu den bekanntesten deutschsprachigen Ska-Bands zählen, zudem gehören sie zu den Formationen, die sich immer wieder neu aufstellen und dies ist nicht nur personell gemeint. Selbst wenn die Norddeutschen immer bei sich bleiben, kann man wohl selten einschätzen, in welche Richtung es bei ihrem neuesten Werk gehen wird. Und auch ihr elftes Album „Licht und Schatten“ wird sicher einiges an Befürwortern und Gegnern mit sich bringen. Zugegebenerweise hauen die Hamburger hier eine Scheibe entgegen, die man nicht unbedingt im ersten Anlauf ins Herz schließen muss. Allerdings zündet „Licht und Schatten“ genau dann, wo sich bei anderen Platten die ersten Ermüdungserscheinungen zeigen und sich der Finger zu gern Richtung Skip-Taste wendet.

Mehrmaliges Hören ist hier eigentlich zur Pflicht zu erklären und dies macht sich schon beim Opener „D“ bemerkbar, welcher sich beim ersten Durchlauf durchaus recht sperrig darstellt, allerdings über Text und Gangart später doch zu überzeugen weiß. Zudem gibt es eine extrem gut gelungene Bindung zum zweiten Titel. Wird bei „D“ das Thema Schatten aufgegriffen, setzt man es in „Schattenmensch“ noch direkter um und schafft zugleich den ersten Höhepunkt der CD, welcher mit einer druckvollen und einnehmenden Hookline buchstäblich unter die Haut geht. Auch das nachfolgende „Revolution“, das mit einer Einspielung von Emma Goldmann startet und auf einem ihrer Zitate aufgebaut wird, ist nicht von schlechten Eltern und lädt direkt zum Skanken ein. Festzustellen bleibt gerade bei diesem Track oder ebenso bei „Geisterfahrer“, dass Rantanplan immer wieder über ihre Texte punkten können und es im lyrischen Bereich auf die gesamte Länge nicht wirklich Grund zum Herumnörgeln gibt.

Wobei vielleicht gerade der textliche Punkt bei „Mein Herz hängt an der Reeperbahn“ etwas zum Grenzläufer wird, die Ode an den heimatlichen Kiez ist eben nicht für jeden nachzuvollziehen, zudem stört man sich doch etwas am sehr langgezogenen Gesang Torbens. Bei „Hörbie“ wird gleich ganz auf Lyrics verzichtet, was die lässige Nummer zwar nicht schlechter macht, allerdings möchte man sie auch nicht wirklich als Überflieger des Albums bezeichnen. So bleibt vom Mittelteil des Album eigentlich nicht wirklich viel hängen und man hat stellenweise das Gefühl, dass etwas die Luft raus ist, selbst wenn „Sonnenkopf“ sicher diesen und jenen Vorfreude auf den kommenden Festivalsommer ins Herz zaubern wird.

Mit „Geisterfahrer“ melden sich Rantanplan allerdings wieder stark zurück und an dieser Stelle sei auch jedem Liebhaber der Band die limitierte Ausgabe empfohlen, denn hier tummeln sich zwei weitere Titel. Dabei ist den Hamburgern mit „Explosion“ auch noch eine extrem geile Cover-Nummer des Tocotronic-Titel gelungen.

Alles in allem ist mit „Licht und Schatten“ ein Album entstanden, welches mehr als eine Runde braucht, um seinen Charme zu entfalten. Zugegebenerweise ist der recht rau und kantig, manchmal schalten Rantanplan auch einen Gang zurück, dafür ist das Ganze ungemein abwechslungsreich und dies steht der Scheibe und den Norddeutschen ungemein gut. Leider bleibt allerdings zwischendurch das Gefühl, dass sich etwas Füllmaterial auf dem Silberling breitmacht, welches den Gesamteindruck etwas schmälert. Sei es drum, insgesamt gibt es nicht viel zu meckern.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann