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Ranger: Where Evil Dwells

Zeitreise ins 80er Glück
Wertung: 8/10
Genre: Speed Metal
Spielzeit: 38:48
Release: 13.03.2015
Label: Spinefarm Records

Haaaaaaaaallllllt… Wer hier jetzt erwartet, dass die Finnen Ranger mit hochtechnisierter, neumodischer, extremst ausgefeilter Mucke daher lärmen, der kann sofort aufhören zu lesen, denn: „Where Evil Dwells“ ist genauso die rohe Speed-Metal-Marke, wie sie in den Achtzigern gerne auch aus dem Hause Agent Steel, Abattoir (meine Fresse, was waren „Vicious Attack“ und „The Only Safe Place“ schon damals einfach nur geile Alben; Anm. d. Verf.), Razor (nur ohne die Thrashrohfassung) oder auch Exciter kamen. Dabei scheint hier vollkommen unbedeutend, dass wir mittlerweile das Jahr 2015 haben, denn „Where Evil Dwells“ riecht auch aus der CD-Konserve nach Kuttenschweiß, Gerstenkaltschalen aus der Dose (Karlskrone forever) oder auch der obligatorischen Proberaumcouch, auf der schon gesoffen, gefickt und geschlafen wurde.

Nein, Feingeister werden an der Platte trotz des druckvollen Sounds keinen Gefallen finden, denn dafür scheppern Ranger wie ein Speed-Fegefeuer um die finnischen Baggerseen, den Ghettoblaster auf Halb-acht-Stellung mit 2,5 Promille, und wenn die Bands damals dann doch eher auf Kurzversionen setzten und nur bedingt die Schallmauer von vier, noch seltener fünf Minuten überschritten, so scheuen sich die spinnerten Finnen so gar nicht davor, auch noch mit dem Titeltrack „Where Evil Dwells“ die Zehn-Minuten-Grenze zu knacken.

Innovation ist natürlich nicht zu erwarten, aber das wollen Old-School-Speed-Fans erst gar nicht. Die Bassdrum soll einfach wie hier den pumpenden Antreiber markieren und darf durchaus auch mal im schönen Doppelanschlag wie in „Deadly Feast“ für noch ein bisschen mehr Wumms sorgen, der Gesang von Dimi darf keine ausgeküngelte Supi-Dupi-Alles-Können-Alternative darstellen, sondern muss einfach authentisch mit einer gewissen Rotzigkeit daherkommen und darf in den Screams auch mal ein wenig schwanken, aber somit auch das Live-Feeling transportieren.

Flitzfingere Riffattacken, melodische Soli, auch mal schwer schleppende Passagen wie in „Phantom Soldier“: so interpretieren Ranger ihre Mucke, die sich natürlich auch getreu dem Guttenberg-Prinzip in „Dead Zone“ bei Iron Maiden bedienen und vor allem durch das hektische Drumming im Titeltrack „Where Evil Dwells“ auch mal an „Where Eagles Dare“ erinnern (die Titel sind ja schon irgendwie ein bisschen ähnlich; Anm.d.Red.). Und auch wenn diese Nummer so sehr die Spielobergrenze sprengt, halten Ranger den Spannungsbogen straff und kombinieren auf bewährte Art und Weise rasende und schleppende Parts – wie gehabt und trotzdem äußerst gelungen.

Die Vorbilder für Ranger sind schon benannt, da weiß man auf „Where Evil Dwells“ gleich, wo denn der berühmte Hammer hängt. Speed Metal in Reinform, authentisch auch heute noch, da gibt es kein Wenn und Aber. Mehr davon, so kann nur das Credo lauten, aber da muss man sich wohl keine Sorgen machen, zeigten sich die Finnen ja schon in den letzten Jahren als wenig veröffentlichungsfaul.

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