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Randy Piper's Animal: Virus

Wohin geht die Reise?
Wertung: 6.5/10
Genre: Heavy Rock Metal
Spielzeit: 38:31
Release: 26.09.2008
Label: Locomotive Records

Randy Piper meldet sich mit seiner Formation Animal zurück. Nach dem zornigem Debut „Violent New Breed“ begeht man hier einen doch mehr metallischen Weg. Ganz klar, Randy wird niemals seine Roots verleugnen und wird als ex-Gitarrist und Mitbegründer der legendären W.A.S.P. wohl immer mit dieser Band verglichen werden. Dies ist eine sehr hohe Bürde, die sicherlich nicht so einfach zu meistern ist. Andererseits, wenn er es schafft die Qualität mit seiner Truppe zu erreichen und dann noch für genug Presserummel sorgt, warum sollte es nicht funktionieren?

„Cardiac Arrest“ eröffnet recht stürmisch den Reigen der zehn Songs. Nicht übermäßig schnell, aber dennoch pushend gerät der Opener direkt zu einem richtig guten Stück. Textlich könnte man den Song als warnende Hymne für alle Workaholics da draußen verstehen. Reißt euch nur weiter den Popo auf, bis dass ihr zusammenbrecht und mit einem Herzinfarkt darniederliegt. Sauberer Heavy Rock mit leichtem Ohrwurmcharakter und einer kleinen Prise Metal.

„Can`t Stop“ wechselt dann das Lager von Eigenständigkeit in Richtung des W.A.S.P. Plagiats. Leider, wirklich leider singt hier nicht Blackie Lawless, denn durch die sehr ähnliche Ausrichtung des Songs sucht man geradezu nach dem extravaganten Organ und das eigentlich ohne jeden Fehler von Rich Lewis. Es liefert einen guten Job am Mikro ab. Nur wird gerade bei dem großen Schatten über der Band jeder Song extrem durch den Gesang geprägt. Und das vermisst man hier ein wenig. Qualitätstechnisch hätte dieser Song auch den Sprung auf ein W.A.S.P. Album ohne größere Probleme geschafft. Allerdings hätte man sich die Vetternwirtschaft sparen können, Randy`s Sohn im Outro rappen zu lassen. Nee, also wirklich.

Noch offensichtlicher werden Randy`s Roots bei der superben Halbballade „Don`t Wanna Die“. Starker, kraftvoller Schmusesound mit Hitcharakter. Keine Ahnung, welchen Erfolg man hier mit Blackie am Mikro hätte, trotzdem ist das eine potenzielle Hitsingle, die auch die Charts knacken sollte. US Metal Rock vom Feinsten, nur halt leider mit dem Schatten des Plagiats behaftet.

„Crying Eagle“ geht dann wieder eigenständiger und deutlich kräftiger zu Werke. Nalle Pahlsson`s Bass donnert im Duett mit Johan Koleberg`s Drums daher. Wahrlich nicht schlecht, dazu der eher in Richtung Melodic Metal ausgelegte Gesang von Rich Lewis. Nahtlos geht man dann über zum nächsten Song „Unnatural High“. Er steht dem vorherigen in nichts nach und weiß auch zu überzeugen.

„Judgement Day“ beginnt recht seltsam mit billigstem Keyboard, bevor dann die exzellent rauen Gitarren von Randy und Chris Laney das Ruder übernehmen. Die Vocals sind eigentlich Blackie Lawless auf den Leib geschrieben und man fühlt sich wie in den Achtzigern. Hoffentlich gurgelt Rich Lewis demnächst mal häufiger mit Whisky, so dass seine Stimme etwas weniger glatt klingt und mehr kratzt. Der Song gefällt trotzdem und gehört mit zu den Highlights des Albums.

„Who`s Next“ versucht irgendwie zu einer Powerballade zu werden, hat man zumindest zu Beginn den Anschein. Irgendwie vergeigt man das aber doch grundlegend, denn der Gesang geht nicht geschmeidig genug voran. Irgendwie, als ob man ein Auto anschiebt, aber die Handbremse noch angezogen ist. Schade, denn da hätte man mehr draus machen können.

Dann wird es recht vertraut. Den Text kennt man doch. Oh je, hier wird Cranberries Meisterstück „Zombie“ verwurstet. Sehr ungeschickt. Verliert man doch sowieso schon dauernd bei den Songs mit großen Parallelen zu W.A.S.P. wegen des nicht so attraktiven Gesangs, so nimmt man sich hier eine Hymne vor, die hauptsächlich durch die Gesangsleistung von Dolores O’Riordan geprägt wurde. Unvergesslich, ihre Schreie bei dem Original. Hier stinkt man logischerweise kräftig ab. So wird aus Klassikern Durchschnitts Rock der unspektakulären Art und Weise gemacht.

„Shoot To Kill“ kann nach diesem Tiefschlag auch nicht wirklich für Schadensbegrenzung sorgen und so ist man eigentlich nicht traurig, dass der Song recht früh wieder ausgeblendet wird. Wobei insgesamt wieder einmal auffällt, dass man Songs gerne per Fader beendet. Schwach, aber wenn man keinen richtigen Abschluss hinbekommt, geht es halt anscheinend nicht anders.

Den Abschluss bildet dann „L.U.S.T.“, welcher eher in die Melodic Metal Ecke geht. Ein wieder auf höherem Niveau angesiedelter Song, der durch den druckvollen Bass auch ein wenig Power Metal Flair eingehaucht bekommt. Kein Highlight, aber zumindest ein versöhnlicher Abschluss.

Fazit: Klar reitet man darauf herum, dass man ein W.A.S.P. Gründungsmitglied an Bord hat, aber dann muss man sich auch die Vergleiche gefallen lassen. Irgendwie wird die Stilrichtung auch nicht so recht klar. Die besseren Songs klingen fast alle wie Plagiate oder Überbleibsel von Blackies Band, können aber durch den zu unspektakulären und weniger einprägsamen Gesang nur bedingt punkten. Potenzial und Können sind zweifelsohne vorhanden, nur sollte man sich überlegen, welchen Weg man einschlägt und diesen dann konsequent gehen. Von stark gesangsgeprägten Klassikern sollte die Band definitv die Finger lassen, das wirkt zweit-, wenn nicht sogar drittklassig.

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