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Random Conflict: Escapism

Ein beeindruckend starkes Debut
Wertung: 8.5/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 42:08
Release: 28.11.2008
Label: Glassone Records

In England haben sich die fünf Jungs aus Birmingham schon einen Namen gemacht in der Metalcore-Szene und jetzt setzt die Band mit ihrem Debut „Escapism“ auch auf das europäische Festland über.

Die Band verfügt mit Tommy Noble zwar über nur einen Gitarristen, dafür wähnt sie aber mit Luke Bellamy und Lee Williams gleich zwei Sänger in den eigenen Reihen. Komplettiert wird das Line-Up schließlich durch Kevin Hingley (Bass) und Glen Homer (Drums).

Eingangs “The Pledge” hat man erstmal Angst, dass der CD-Player seinen Geist aufgibt, doch dann bricht ein Riff-Gewitter über den Hörer herein, das sich gewaschen hat und ehrlich gesagt erst einmal mehr den Eindruck eines sehr gut gemachten Death Metal-Fetzens macht, wenn man mal von den minimal dosierten geshouteten Cleanvocals absieht. Das Sängerduo growlt und screamt sich durch die Strophen von „My Devil Danced With His Demon“ und die Riffs ballern hier so garstig aus den Boxen, dass einer Liebhaberin solcher Klänge wie mir ganz warm ums Herz wird.

So dominant wie in keinem anderen Song kommen die charakteristischen Core-Gitarren und etliche Shouts in “21 Grams” und in „Knives & Lint“ zum Einsatz.

Für mich völlig überraschend für Metalcore-Verhältnisse lauscht man in dem knackigen „Heart On Sleeve, Head Above Water“ sowie im folgenden „Ballrooms & Bloodtrails“ doch tatsächlich, wirklich und wahrhaftig. beinharten Blastbeats nebst Death Metal-Gitarrengeschredder. Das erzeugt mindestens anerkennendes Kopfnicken, wenn nicht gar mehr von dieser Körperbewegung.

Noch höher in der Gunst der Rezensentin schraubt sich die Band dadurch, dass meine Befürchtungen bislang gegenstandslos geblieben sind. Welche diese waren? Nun, ich hatte aufgrund des Vorhandenseins von zwei Frontern angenommen, einer der beiden würde seine Stimme erheben zu Cleanvocals, die ja leider zuhauf von vielen Bands gerade im Metalcore-Sektor dargeboten werden, aufgrund der Qualität genauso oft dann aber auch zu Recht abgestraft wertden müssen. Nicht so jedoch bei Random Conflict. Während sich der eine Sänger auf die tiefen Growls konzentriert, haut der andere Sänger Screams ins Mikro.

Völlig unerwartet trifft mich dann „Obsession Is A Young Mans Game“: Ein wunderschönes Instrumental, das die komplette Kehrseite der brachialen restlichen Songs aufzeigt und die Vielseitigkeit der Band überaus eindrucksvoll darlegt. Man ist schon beeindruckt von der Akustikklampfe allein, doch in dem Moment, wo die E-Gitarre ein kurzes, einfach nur wunderschönes Solo dahin zaubert, ist man völlig hin und weg. Sehr gut und sehr kontrastreich zum Rest der ungemein druckvollen Scheibe.

Zäh, ein wenig sperrig und ungemein pressend stellt sich das im Vergleich zu Songs wie „Ballrooms & Bloodtrails“ gar langsam wirkende “It Took 08 Shots Plus” dar. Das wieder das Tempo anziehende „Forensics“ wäre ein erstklassiger Brutal Death Metal-Song, wären da nicht die Tempobreaks.

Die Jungs scheinen etwas übrig zu haben für Death Metal der harten Schiene, denn auch „The World Is Full Of Skydivers“ schlägt voll in diese markige Kerbe. Was hier nur ein wenig stört, sind die Chor-Zwischenrufe. Darauf hätte man verzichten können. Aber dann wärs ja auch kein Core mehr, sondern halt Death Metal. Allerdings hätten mir die gut eingebauten Core-Gitarren gereicht, um den Song gut zu heißen.

Einen ungewonht ruhigen Songaufbau bekommt man beim Titeltrack „Escapism“ kredenzt. So ganz gefallen kann das Gitarrenspiel hier leider nicht. Leider muss ich sagen, dass dieser Song gegen die anderen starken Geschosse auf diesem Album nicht anstinken kann. Zu allem Übel wird der Song auch noch ausgefaded. Ein kleiner Kritikpunkt, der aber meinen guten Gesamteindruck zu diesem Debut nur marginal schmälert.

Fazit: Beeindruckend, welch ein starkes Debut uns die Jungs von Random Conflict mit „Escapism“ hier vor den Latz knallen! Der Begriff Modern Metal muss unbedingt um die Musik von Random Conflict erweitert werden.

Very well done, guys!

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