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RAM: Lightbringer

Ein Album, das die Herzen der New Wave Of British Heavy Metal-Fans höher schlagen lassen kann
Wertung: 6/10
Genre: Old School Heavy Metal
Spielzeit: 49:06
Release: 19.06.2009
Label: AFM

Die schwedische True Metal Defender von RAM haben nun nach einer EP und einem Longplayer ihr zweites Old School Heavy Metal-Album am Start. Fast vier Jahre hat man gebraucht, um einen Nachfolger für „Forced Entry“ abzuliefern. Allerdings hat man nun mit AFM Records auch einen erfahrenen Vertriebspartner gefunden. Bleibt abzuwarten, ob man immer noch auf dem early Judas Priest Klon-Trip ist.

Die Band spielt typischen New Wave Of British Heavy Metal der Marke Judas Priest aus den ersten Jahren. Hinzugekommen sind noch deutliche Mercyful Fate-Elemente. Natürlich wird dies hauptsächlich durch die Stimme von Oscar Carlquist geprägt, aber auch dadurch, dass der Sound der Scheibe doch sehr Old School mäßig geraten ist.

„Crushing The Dwarf Of Ignorance” ist lediglich ein gelungenes Intro, welches auch gelungen Spannung aufbaut. Nicht schlecht und ein guter Einstieg für den Titeltrack. Der beginnt dann aber auch in ganz klaren Judas Priest-Bahnen. Der Song hätte so auch zum Beispiel auf der „Stained Class“ erschienen sein können. Fast schon zu erwarten war dann natürlich das Ausblenden des Songs. 

„In Victory“ erscheint dann etwas eigenständiger, wenngleich die musikalische Richtung gleich ausgerichtet ist. Ohne Bassist, aber mit den zwei Gitarristen Harry Granroth und Daniel Johansson bewaffnet, geht man hier straigther voran. Schade, dass man es nicht geschafft hat, herausstechendere Songs zu komponieren, denn so wird es schwierig, sich als Old School Heavy Metal-Band wirklich durchzusetzen.

„Awakening The Chimaera“ ist dann für die Band eher überraschend, da man hier flugs in sehr deutliche Mercyful Fate-Gefilde abdriftet. Da Oscars Stimme nicht so extrem wie die von King Diamond klingt, könnte dies für einige Fans interessant sein, denen der King deutlich zu extrem ist. Coole Nummer mit gelungenem Gitarrensolo. Schade nur, dass Morgan Pettersson sich in dem Gesamtsound nicht deutlicher präsentieren kann. So bleibt sein Drumming in der soliden Ecke.

„Ghost Pilot (MII)“ ist dann so etwas wie der erste richtige Durchhänger. Zu simpel erscheinen da die Melodien und nur der variablere Gesang kann neben dem gelungenen Gitarrensolo.etwas retten. Gerade nach mehreren Durchläufen zieht es den Finger gespenstisch zur Skip-Taste.
„Suomussalmi (The Few Of Iron)” wird dann mit einem deutlichen Bassspiel ausgestattet. Man könnte fast meinen, dass hier Judas Priest Anfang der Achtziger eine kleine Jamsession mit Iron Maiden abgehalten haben. Das klingt zwar auf den ersten Blick gut, aber was sollte den Fan davon abhalten, dann lieber eine der alten Scheiben aus dem Regal zu holen und dem Original zu frönen?

„Blood God“ nimmt deutlich mehr Fahrt auf und treibt schön nach vorne, auch wenn sich die Doublebassdrumaction rein soundtechnisch recht dürftig anhört. Eine zügige Abgehnummer, allerdings ohne wirkliche Gedächtniszentrum-Stimulationsgene.
„Titan“ beginnt recht zahm, um dann aber trotzdem seine Old School Heavy Metal-Gene vorzuzeigen. Trotzdem ist dieses Stück aber irgendwie zu trocken geraten und der Break wirkt fast schon ein wenig zu heftig inmitten des Songs. Irgendwie hat man durch den Gesang teilweise sogar ein wenig W.A.S.P.-Flair, gerade wenn es zum Ende hin geht. 

Mercyful Fate erhält dann bei „The Elixir“ wieder deutlich mehr Anteile. Da der Song recht variabel angelegt ist und gerade auch die langsamen Passagen für einige Stimmung sorgen und speziell Oscar mit seinen unterschiedlichen Stimmen für ein bisschen mehr Farbe sorgt, hat man es hier mit dem zweiten Highlight zu tun. Ob die kurze Hustenattacke wirklich so gewollt war, bleibt auszudiskutieren, irgendwie klingt es komisch, auch wenn das Ganze dem Song einen gewissen Liveflair einhaucht.

Das große Ende soll dann „Prelude To Death“ darstellen. Mit einigem Pathos ausgestattet, schafft es das Instrumental dann auch, die immer wieder mal durchdringende düstere Atmosphäre sehr dominant darzustellen. Wirklich gelungen, wenngleich aber auch ein kleiner Fremdkörper auf dem Album. Der Track würde sicher einigen Doom Metal-Kapellen oder Bands, die Satan huldigen, wirklich gut zu Gesicht stehen. Passt zum Intro, auch wenn diese Stimmung auf dem Album sonst nur deutlich weniger intensiv zu finden ist.


Fazit: Ein Album, das die Herzen der New Wave Of British Heavy Metal-Fans höher schlagen lassen kann, wenn man speziell Judas Priest aus der Anfangsphase verehrt. Das Ganze zweimal mit recht deutlichen Mercyful Fate-Anleihen ausgereizt und dann auch sonst mal bei den großen Bands stibitzt. Ist mir persönlich deutlich zu wenig innovativ, auch wenn es handwerklich nicht schlecht zur Sache geht. Hier ist man zu nah an den eigenen Faves dran.

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