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Raketkanon: RKTKN#3

Schwere Kost mit vielen Längen
Wertung: 4/10
Genre: Crossover, Rock
Spielzeit: 33:00
Release: 05.04.2019
Label: Alcopop! Records

Die Belgier Raketkanon sorgen gerne für ausgleichende Gerechtigkeit: Haben sie sich mit der Benennung ihrer Alben „RKTKN#1“, „RKTKN#2“ und dem aktuellen „RKTKN#3“ nicht gerade mit kreativem Ruhm bekleckert, macht es die Truppe sich und vor allem den Hörer dafür musikalisch alles andere als einfach. Um sich noch einigermaßen wohlzufühlen, könnte man den Vierer vielleicht am ehesten im Crossover verankern, Rock sind sie allemal, aber auch Metal spielt eine Rolle, (Dark-)Electro-Einflüsse ebenso wie Rap, wenn auch nur bei Teilen des Gesangeskonstruktes, das Fronter Pieter-Pail Devos auf „RKTKN#3“ aufbaut. Man merkt also: Der Hörer wird herausgefordert.

Auch nach mehreren Durchläufen weiß man eigentlich gar nicht so genau, ob man die Band jetzt gut findet oder nicht, der Name hat sich allerdings schon tief ins Gedächtnis gebrannt. Der Opener „Ricky“ macht es da nicht einfacher, stampfende Beats untermalen Pieter-Pauls teils etwas quäkige, aber auch zornige Stimme, Etikettierung kann man sich hier abschminken, auf die Liste der Anspieltipps muss man den Track dennoch setzen.

Das war's dann aber leider schon mit Highlights: Das fast schon fade „Mélody“ wird abgelöst von einer Abrissbirne namens „Hannibal“, die sich erst unauffällig, ja langweilig in die Boxen schleicht, man ist versucht weiterzuskippen, dann aber bricht in regelmäßigen Abständen die Instrumentalfraktion über den Hörer herein. Nur: Kürzere Pausen hätten dem Track durchaus gut getan, so zieht sich das Teil ziemlich deftig in die Länge; aber wenn Raketkanon dann mal loslegen, bleibt kein Stein auf dem anderen.

Die Sache mit den Längen ist überhaupt so ein Problem, das sich auf „RKTKN#3“ ziemlich dominant fortpflanzt, da stehen Songs wie das beinah romantische, teils etwas schiefe „Robin“ mit seinem Dauerschleifentext neben Tracks à la „Lou“, bei dem die ganze Truppe in einen Pool voller Valium gefallen zu sein scheint und im direkten Kontrast dazu das richtiggehend tanzbare, flotte „Harry“ mit seinen elektrisch verzerrten Vocals, die beinah an alte Daft Punk gemahnen und das Stück zu einem derjenigen machen, dessen roter Faden am deutlichsten durchscheint.

Was Raketkanon überhaupt wollen, diese Frage bleib offen. Klar wird: Die Band will sich nicht eindeutig zuordnen lassen, scheint Angst vor Wiederholung zu haben und ist überhaupt kein großer Fan von roten Fäden. Entsprechend anstrengend ist das dritte Album der Band auch nach mehreren Verständigungsversuchen noch, obwohl „Ricky“ einen ziemlich coolen Start hingelegt hatte; zum Nebenbeihören kann man die neun Tracks gerade so aushalten, wenn man sich nicht von solch soziopathischen Stücken wie „Hannibal“ irritieren lässt. Eine Punktzahl für diese Scheibe zu finden, dauert beinah länger, als die gesamte Platte anzuhören. Ein unbedingte Kaufempfehlung würde ich hier aber definitiv nicht aussprechen.

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