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Raised Fist: Anthems

Starkes Album, zum Prädikat „Masterpiece“ ist allerdings noch etwas Luft
Wertung: 8/10
Genre: Hardcore/Metal/Punk
Spielzeit: 29:28
Release: 15.11.2019
Label: Epitaph

Die Sieben hat in der Zahlensymbolik schon eine besondere Stellung, welche von Vollkommenheit bis hin zur Unglückszahl geht. Warum kommt man nun ausgerechnet bei einer Hardcore-Band, die im Laufe der Jahre den Metal-Anteil etwas nach oben geschoben hat, auf derlei ferne Gedanken? Eigentlich recht einfach: Mit „Anthems“ steht das siebte Album von Raised Fist bereit, welches von Frontmann Alexander Hagman mit dem Zitat „We felt like we created a masterpiece“ bedacht wurde und somit Vollkommenheit verspricht. Derart markige Sprüche sind nun nicht unbedingt was Außergewöhnliches, immerhin gehört auf die Kacke hauen mit zum Handwerk und man darf ja auch getrost mal stolz auf sein Werk sein, muss sich nun aber ebenso an dieser Aussage messen lassen.

Insofern gilt es nun auf knapp dreißig Minuten zu ergründen, ob den Schweden tatsächlich ein Meisterstück gelungen ist. Zumindest kann man schnell feststellen, dass der Herr mit den vollmundigen Worten eine maßgebliche Rolle auf dem neuen Werk spielt. Ja, Alexander Hagman liefert sich nicht nur einen gefühlten Konzert-Hochsprungwettbewerb mit Chris#2 von Anti-Flag, sondern verfügt vor allem über ein Organ, bei welchem der Parmesan schon beim Vorbeiflutschen gerieben wird. Allerdings zeigt sich der Fronter bei der Gesangsleistung auch erstaunlich variabel, mittlerweile haut der Klargesang genauso gut hin, wie der maschinengewehrähnliche Sprechgesang oder eben die kehligen, rauen Parts.

Genau diese Wandelbarkeit der Stimme ist auf „Anthems“ allerdings auch nötig, agieren Raised Fist doch höchst mannigfaltig. Und selbst wenn man mit „Venomous“ schon recht schnittig startet und „Seventh“ mit mächtigen, schweren Gitarren anständig reinhaut, dienen die ersten beiden Titel wohl eher zum Warmlauf – zumindest breitet sich dieses Gefühl beim mehrmaligen Hören aus. Beim titelgebenden Song laufen die Schweden schließlich zur Höchstleistung auf. Klare Strukturen, riffbetont und von derbem Gesang gekennzeichnet, peitscht sich „Anthems“ in die Gehörgänge und setzt damit das erste Ausrufezeichen.

Dabei pendelt der Fünfer bei fast allen Titel zwischen dynamischen, teils auch ruppigen Attacken und ausgesprochen melodischen Parts, die besonders beim Refrain immer wieder zum Mitgrölen einladen. An saftigen Hooklines wurde tatsächlich nicht gespart, so auch das mit dominant auffahrenden Gitarren ausgestattete „Into This World“, bei dem es im Kehrreim gar hymnische Anflüge zu vermelden gibt. Die sind beim fetten „We Are Here“ ebenfalls wahrzunehmen, hier ist vom Stadion-Rock-Chorus bis zum stampfenden Stakkato-Rhythmus alles vertreten, was das Rocker-Herz begehrt.

„Shadows“ hämmert hingegen gleichmäßig und etwas Punk-lastiger durch seine knapp drei Minuten, um letztlich doch wieder einen gemäßigten Anteil einzustreuen. Ähnlich ergeht es „Polarized“, bei dem ein düsteres Abbild der Welt gezeichnet wird. Das abschließende „Unsinkable II“ steht nicht nur hierzu, sondern vor allem zum 2015 erschienenen ersten Teil im krassen Gegensatz, präsentieren sich Raised Fist doch bis auf den kurzen derben Einschlag überraschend ruhig. In puncto Vielseitigkeit kann man also nicht meckern, auch ist eine Weiterentwicklung sicher spürbar, den Begriff „Meisterstück“ möchte man allerdings noch nicht verwenden. Da fehlt es am letzten Nackenbrecher und auch die Songstrukturen dürfen noch etwas aufgewertet werden, trotzdem ist es ein geiles Scheibchen, was die Herren hier rausgehauen haben.

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