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Raggedy Angry: How I Learned To Love Our Robot Overlords

The Birthday Massacre in hart und dreckig
Wertung: 9/10
Genre: Synth Punk
Spielzeit: 60:32
Release: 10.09.2010
Label: Danse Macabre Records

Gerade sehe ich noch auf das CD-Cover, welches einen Roboter mit überdimensionalen Spritzen als Gliedmaßen zeigt und just in diesem Augenblick ertönt eine Computerstimme, die zum Album begrüßt. Ein Countdown wird heruntergezählt, der einen elektronischen Akkord beinhaltet. Immer schneller wird der Zähler, bis sich dieser Akkord zum Beginn des ersten Songs wandelt und dort nahtlos eingliedert - überraschend gut!

Raggedy Angry beschreiben ihren Stil als Synth Punk, was die Musik treffend beschreibt. Geläufiger sind aber wohl Begriffe wie Industrial Rock oder Synth Rock. Mit „How I Learned To Love Our Robot Overlords“ veröffentlichen die vier Jungs aus Kanada unter diesem Namen ihr erstes Album. Wenn man bedenkt, dass sie im Schnitt gerade mal 21 Jahre alt sind, dann muss man Hochachtung vor der Qualität dieser Platte haben: Alle Titel sind in sich sehr ausgereift und passen super zueinander, doch immer wieder stößt man auf unerwartete Stellen. Beispielsweise wird sehr gezielt mit Crescendi gearbeitet, um Übergänge zu anderen Songs oder Teilen eines Stückes zu ermöglichen. Und das gelingt sehr gut- wie auch das Spiel mit  Stereoeffekten. Wer also den Klang eines Songs liebt, wird mit Garantie das ganze Album lieben.

Wie beschreibt man aber nun „Synth Punk“? Raggedy Angry klingen im Großen und Ganzen wie Dope Stars Inc., die ihren Stil als Industrial Rock definieren, also elektronische Klänge aus der dunklen Szene mit harten Gitarren paaren. Raggedy Angry sind im Vergleich jedoch nicht so sehr auf elektronische Elemente fixiert; man hört, dass sie doch eher Rocker sind, als Cybergothen. Man könnte auch sagen, sie sind die dreckige, harte Version von The Birthday Massacre.

Um ein Gefühl für die Scheibe zu bekommen, sollte man unbedingt „Get Fucked“ und „Don’t Mess With The S.S.“ anspielen. Wie die Titel vielleicht nicht sofort vermuten lassen, sind die Texte stellenweise erstaunlich tiefgründig. Man bedient sich hier vieler Metaphern, die dem Genre zugehörig sind. Ein Beispiel aus dem Song „Fire Engine Red“: „Till I feel your Tesla touch / My magnus, my opus“.  

Nur einen Kritikpunkt gibt es: So geschlossen „How I Learned To Love Our Robot Overlords“ in sich auch sein mag, der Song „Assimilate” passt überhaupt nicht rein und klingt wie ein Ausrutscher in Richtung Blink 182 - typischer Ami-Rock eben. Selbst bei der Elektronik wurde hier noch mehr gespart. Warum man sich entschied, diesen Track auf das Album zu packen, darüber kann man nur spekulieren. Interessant dagegen ist der letzte Song „Epiloge Cheers“: Der ganze Track bringt etwa 15 Minuten auf die Uhr, davon sind lediglich drei Minuten wirklich als Song zu bezeichnen. Den Rest der Zeit hört man elektronische Geräusche, die manchmal an alte Super Nintendo–Zeiten erinnern.

Mit dem vorliegenden Album haben Band und Produzent ein klasse Werk abgeliefert. Von Raggedy Angry wird man sicherlich in den nächsten Jahren noch öfter hören, vielleicht auch mal anlässlich einer Tour mit Gleichgesinnten wie Dope Stars Inc. oder DeadStar Assembly. Damit bleibt nur noch zu sagen, dass das Album für Genre-Extremisten wohl eher nichts ist. Aber jeder, der in seiner Freizeit sowohl bei Metal-Konzerten als auch in der örtlichen Grufti-Dorfdisko zu Gast ist, dürfte hier ein wahres Feuerwerk erleben.

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