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Rage: Strings To A Web

Die gewohnte Qualität
Wertung: 7.5/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 55:07
Release: 05.02.2010
Label: Nuclear Blast Records

Peavy, alter Kumpel, nur mal unter uns: Ich weiß, du kannst es nicht mehr hören, aber das Cover von „Strings To A Web“ ist wirklich potthässlich ausgefallen. Ansonsten kann ich als langjähriger Fan aber nur wenig meckern und freue mich, dass du mit deinen Kollegen weiterhin so gute Platten veröffentlichst.

So, nachdem ich mir das von der Seele geredet habe, kann ich mich auch ganz offiziell Rage-Album Nummer 20 (!) („Prayers Of Steel“, „10 Years In Rage“ und „Lingua Mortis“ mitgerechnet) widmen. 25 Jahre Bandgeschichte gibt es für die Metal-Institution zu feiern, deren Drummer André Hilgers nach „Carved In Stone“ nun an seinem zweiten Rage-Album mitwirkt. Warum ich das so speziell heraushebe, wollt ihr wissen? Ganz einfach, weil mir sein Spiel um einiges besser gefällt als das seines Vorgängers. Versteht mich nicht falsch, Mike Terrana ist ein fantastischer Drummer, aber auch ein wenig selbstverliebt. Hilgers wirkt bodenständiger und songdienlicher, was vor allem den treibenden Songs des Albums sehr zugute kommt. Instrumental ist also natürlich wieder alles im grünen Bereich, wie gleich der Opener „The Edge Of Darkness“ klar stellt. Victor Smolski ist aus dem Rage-Sound schon lange nicht mehr wegzudenken und hat diesen spätestens seit „Welcome To The Other Side“ (2001) entscheidend mitgeprägt.

„Strings To A Web“ lässt sich am besten mit „Speak Of The Dead“ (2006) vergleichen, denn auch das neue Album ist in zwei Teile aufgeteilt, wenn auch nicht so strikt wie auf der vorletzten Platte. Die mehrteilige Kollaboration zwischen Band und Orchester mit dem Namen „Empty Hollow“ ist der Mittelteil, während die klassischen Metal-Songs den dazu passenden Rahmen bilden. So wirkt „Strings To A Web“ in sich geschlossener, auch weil „Empty Hollow“ etwas eingängiger als die „Suite Lingua Mortis“ ausgefallen ist. Zu Beginn gibt es mit „The Edge Of Darkness“, „Hunter And Prey“ und dem an „Insanity“ (vom 2002er Release „Unity“) erinnernden „Into The Light“ erstmal drei klassische Rage-Ohrwürmer zu hören. Das Trio hat sich deutlich am letzten Album „Carved In Stone“ orientiert und legt Wert auf Eingängigkeit. Richtig so, denn Rage müssen sich schon längst nicht mehr durch technische Kabinettsstückchen beweisen. Was natürlich nicht heißen soll, dass sich ein Victor Smolski zurückhalten muss. Hört euch mal die kleinen Details in „The Beggar's Last Dime“ an. So ganz nebenbei beweisen Rage mit diesem Song, der sich thematisch mit der Weltwirtschaftskrise auseinandersetzt, dass sie auch heute noch Lieder schreiben, die auf der nächsten Tour gespielt werden müssen.

Das „Carved In Stone“-Album enthielt als Bonus-DVD den Wacken Auftritt 2007, als man mal wieder mit dem Lingua Mortis-Orchestra auf der Bühne stand. Es wäre eine klasse Sache, wenn auch „Empty Hollow“ einmal live aufgeführt werden könnte, denn auch dieser erneute Ausflug in klassische Gefilde ist gelungen. Wie bereits erwähnt, spielt das Orchester hier eher eine unterstützende Rolle, was vergleiche zum „XIII“ Album (1998) zulässt. „Empty Hollow“ gliedert sich in fünf Teile auf: „Empty Hollow“ (melodisch – eingängiges Midtempo), „Strings To A Web“ (Instrumental im „Unity“- Stil), „Fatal Grace“ (kurzes, ruhiges Intermezzo), „Connected“ (leicht experimentell) und „Reprise“ (der Titel ist selbsterklärend). Ein „richtiger“ Song ist streng genommen eigentlich nur „Empty Hollow“ selbst, aber da man da man das Werk als Ganzes betrachten sollte, funktioniert es gut und findet mit dem „Reprise“ einen guten Abschluss.

Die zweite Ladung an „richtigen“ Metal-Songs kommt leider um einiges schwächer als die erste daher. „Saviour Of The Dead“ punktet noch durch seinen sehr guten Chorus, aber die Ballade „Through Ages“ und das rockige „Tomorrow Never Comes“ sind nicht mehr als gefällige Nummern, die man von der Band schon viel besser gehört hat. „Hellgirl“ ist auch nicht viel interessanter, hat aber einen schönen Hintergrund. Das Lied ist der neugeborenen Tochter von Drummer André gewidmet, die hier auch schon ihr Debüt als Sängerin geben darf. Na ja, so wie man mit ein paar Wochen Lebenszeit eben schon singen kann.

„Strings To A Web“ pendelt sich auf dem gewohnt soliden bis sehr guten Rage-Niveau ein, bietet aber wie die letzten Alben auch einige Filler. Fans werden auf keinen Fall enttäuscht sein und können sich „Strings To A Web“ blind mitnehmen, allen anderen sei an dieser Stelle das letzte wirklich starke Rage-Album „Soundchaser“ empfohlen, auf dem Rage ihren derzeitigen Stil auf die Spitze trieben.

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