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Rage: Speak of the Dead

Die Rückkehr des "Lingua Mortis Orchestra"
Wertung: 8.5/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 62:46
Release: 24.03.2006
Label: Nuclear Blast

Nuclear Blast sind mal wieder fleißig gewesen und haben sich mit Rage einen wirklichen großen Namen ins Boot geholt. Allmählich könnten die Jungs und Mädels aus Donzdorf wohl ein eigenes Festival veranstalten und das Billing nur mit eigenen Bands füllen. Aber zurück zu Rage, denn das internationale Trio hat sich mit „Speak Of The Dead“ mal wieder einiges vorgenommen. Nachdem Peavy immer wieder sein Bedauern ausgedrückt hat, dass man die Arbeiten mit dem Orchester gerade dann eingestellt hatte, als Victor Smolski zur Band stieß, ist es nun soweit. Im ersten Teil des Albums darf sich der weissrussische Gitarrist mal so richtig austoben und sein ganzes Können zeigen. Danach geht es wieder traditioneller zur Sache und Rage präsentieren einige neue Kracher ganz ohne „Kammermusik“. In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf mein Interview mit Bandkopf Peavy verweisen.

Ich war doch überrascht, dass man die “Suite Lingua Mortis“ an den Anfang des Albums gestellt hat, aber im Prinzip ist das ja auch nicht wichtig. Im Interview zeigte sich Peavy äußerst beeindruckt von dem, was sein Bandkollege da geschrieben hatte... und er hat verdammt nochmal recht damit. Denn auch wenn die “Suite...“ in acht Tracks aufgeteilt ist, so ist sie doch eins. Die Übergänge sind nahtlos, keine Sekunde ist überflüssig und das Orchester ist allgegenwärtig, aber nicht übermächtig. Im Vergleich zu früheren Orchesterplatten der Band fällt außerdem noch deutlich das höhere musikalische Niveau auf. Sei es das treibende “Innocent“, das fast schon groovende “No Regrets“ (inklusive einem Chor mit lustigem russischen Akzent) oder das verträumte “Beauty“ - das Ganze ist schlicht und ergreifend ein Meisterwerk. Eine bessere Kombination von Klassik und Metal habe ich selten gehört!

Der Knackpunkt sind die „normalen“ Lieder, die zwar allesamt gut gelungen , aber häufig ein wenig zu berechenbar sind und nie die überirdische Qualität des Vorgängers “Soundchaser“ entwickeln. Zu der Kategorie „Gut, aber mehr leider nicht“ zählen “No Fear“, “Kill Your gods“ “Soul Survivor“ und “Speak Of The Dead“. Dafür gibt es mit dem sich langsam steigernden “Full Moon“, “Be With Me Or Be Gone“ und ganz besonders “Turn My World Around“ allerfeinstes Ohrwurmfutter. Wenn es euch möglich ist, solltet ihr euch die Limited Edition zulegen!

Denn eben diese bietet noch zwei lustige Bonustracks. Rage bzw. Peavy hat sich die Mühe gemacht “Full moon“ in mehreren Sprachen einzusingen, wovon hier die Spanische und die Deutsche vertreten ist. Witzigerweise hat Peavy bei „Vollmond“ einen leichten Akzent, den er sonst eigentlich nicht hat. Darüber hinaus ist auch der Videoclip zu “No Fear“ enthalten. In der streng limitierten Stahlbox (ich hab schon Nummer 300 von 500, also beeilt euch) gibt es auch noch ein Poster dazu.

Leider, leider, leider (...) kann der zweite Teil von “Speak Of The Dead“ das hohe Niveau des ersten nicht halten, sonst wären hier sogar 10 Punkte drin gewesen. Die Songs, die ich qualitativ zwischen die Alben “Welcome To The Other Side“ und “Unity“ setzen würde, ziehen die Wertung nach unten, da sie ja einen wichtigen Teil der Spielzeit ausmachen. Das klingt natürlich jetzt negativer, als das Ganze wirklich ist, denn als Fan von gutem, ehrlichen Power Metal kommt man auch an der neuen Rage nicht vorbei. Denn der Band ist abermals das Kunststück gelungen, ihre Fähigkeiten zu präsentieren ohne dabei in nervige Soloeskapaden zu verfallen. Die überirdisch geniale “Suite Lingua Mortis“ ist von nun an sowieso für jeden Pflicht. Ein Referenzwerk!

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