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Rage: Seasons Of The Black

Zurück zu alten Stärken
Wertung: 9/10
Genre: Power/Thrash Metal
Spielzeit: 51:46
Release: 28.07.2017
Label: Nuclear Blast

Als eingefleischter Rage-Fan der Klassiker-Ära darf man sich freuen, denn die Band kehrt mit dieser Veröffentlichung zu ihren alten Stärken zurück. Im Vorfeld konnte man schon erahnen, dass das Schiff nach der Trennung vom langjährigen Gitarristen Victor Smolski eine etwas andere musikalische Fahrtrichtung einnimmt. Im Großen und Ganzen bleiben die typischen Trademarks der Band, aber jetzt arbeitet die Mannschaft gemeinsam und mit voller Kraft an ihren Stärken: Das sind fokussierte Arrangements, abwechslungsreiche Stimmungen/Tempi und filigrane speedig-thrashige Riffs mit melodischen Refrains verbunden. Dies sind Sachen, die einst die Stärke dieser Band Mitte der neunziger Jahre ausmachten.

Mittlerweile ist das die zweite Scheibe, die in der gleichen Besetzung das Licht dieser Welt erblickt und man freut sich, dass sich das Bandgefüge zu festigen scheint. Gleich zu Beginn startet der Titelsong „Season Of The Black“ wie eine Dampflokomotive los. Geballte Energie trifft auf einen melodischen Refrain, der im Kopf bleibt. Sehr gut kann man sich vorstellen, dass das Lied bei Konzerten im Moshpit perfekt zünden wird. Härte gibt die Marschrichtung vor, dennoch versteift sich die Band nicht nur auf einseitige Ideen, sondern bietet in jeglicher Hinsicht spielerisches Abwechslungsreichtum. „Gai“ zeigt wiederum das ruhige Gesicht von Rage, indem der Song mit der spanischen Gitarre komplett das Gesamttempo rausnimmt, um mit „Justify“ wieder loszulegen. Letzteres Stück erinnert am Anfang mit dem einen bestimmten Riff an „Breadfan“ in der Metallica-Version von 1985, das immer wieder auftaucht.

Bis auf zwei Stücke ist das Album in vier- bis fünfminütige Songs komprimiert und man höre, die Essenz dieser Band ist enthalten! Rage legen Wert darauf, auch innerhalb eines Songs das Tempo anzuziehen und wieder loszulassen. Das Gute an der Band ist, dass sie nicht ihren Stil ändert, sondern sich innerhalb ihrer künstlerischen Grenzen mit gewissen Nuancen jongliert. So verscheucht sie ihre beständige Fan-Base nicht und zeigt sich ihnen gegenüber beständig treu. Von einer ständigen musikalischen Wiederholung kann aber nicht die Rede sein. „All We Know Is Not“ ist zum Beispiel ein Vorzeigestück, wie gute Riffs mit griffigen Melodien und verschiedenen Tempi gepaart werden können.

Diese Scheibe könnte sogar eine Kehrtwende in der Bandbiografie einläuten wie einst bei Kreators „Phantom Antichrist“ oder bei Tankard „A Girl Called Cerveza“, um bei heimischen Gruppen zu bleiben –, wo die Bands vor starken Melodiebögen nicht zurückschrecken und dennoch die typischen Trademarks konsequent in die Stücke einbauen. Wenn die Jungs auch live etwas fürs Auge bieten, könnten sie eine Liga nach oben steigen.

Wollte man Kritikpunkte benennen, könnte man anmerken, dass der Gesang an manchen Stellen etwas verstellt und nicht natürlich klingt, aber das ist nicht weiter störend. Beim Abschluss dieser Rezension liegt die Bonus-CD nicht vor, daher entfällt die Beschreibung der enthaltenen Stücke. Soweit bekannt, enthält aber das extra Material bereits vorhandene alte Avenger-Songs, die allerdings in einem modernen Soundgewand erschienen sind. Die schwarze Jahreszeit gehört so oder so definitiv zu den besten dieses Jahres!

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