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Rage: End Of All Days

Schnörkellos und gut
Wertung: 8.5/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 62:48
Release: 09.09.1996
Label: GUN Records Musikproduktions GmbH

Vor 10 Jahren waren Rage eine andere Band. Damals war man noch zu viert und bis auf Peavy spielten völlig andere Musiker als heute an ihren Instrumenten. Auch die musikalische Ausrichtung war damals noch ein wenig anders, denn die progressiven Einflüsse, die später Victor Smolski in den Bandsound integrieren sollte, waren überhaupt nicht vorhanden. Sicherlich beherrschten sämtliche Musiker ihr Handwerk, jedoch wurde früher mitunter recht schnörkellos drauflos gerockt. Vor 10 Jahren entdeckte die Rage aber auch den Reiz des Orchesters für sich (das im gleichen Jahr erschienende "Lingua Mortis"-Album sei hier erwähnt), was sich hier lediglich bei einem Song zeigte, aber einen bedeutenden Grundstein für die Zukunft legte.

Der schnelle Opener "Under Control" dürfte später hinzugekommenen Fans eindrucksvoll vor Augen führen, wie simpel (und das ist hier positiv gemeint) die Musik von Rage auch klingen kann. Ein klassischer Metalsong: Strophen, Chorus, schönes Gitarrensolo und kräftiger Gesang (was Peavy hier an Virtuosität fehlt, macht er mit Einsatz wieder wett) und fertig ist der Ohrwurm. Über den zweiten Song "Higher Than The Sky" brauche ich wohl keine Worte mehr verlieren, denn nicht umsonst ist dieses Lied seit Jahren stets als letztes im Liveprogramm zu finden und ist sowas wie Rages "Bard's song" oder "Julia und die Räuber".

"Deep In The Blackest Hole" geht dann mal vom Gaspedal runter und ist mit einer wunderbaren Melodie veredelt. Dafür gab es damals sogar ein Video, was heute am besten auf der "From The Cradle To The Stage"-DVD zu begutachten ist.

Im Laufe der Platte zaubern Rage mit Songs wie dem Titeltrack, "Let The Night Begin", "Talking To The Dead" und "Face Behind The Mask" noch einige Asse aus dem Ärmel, die eigentlich alle mal wieder ins Liveset müssten, da sie perfekt zum Abfeiern geeignet sind. Leider haben sich im Mittelteil des Albums aber auch einige Nummern eingeschlichen, die einfach nicht zünden wollen und somit den Gesamteindruck schmälern. Wirklich schlecht ist keines dieser Lieder , aber ein Track wie "Frozen Fire" gibt mir einfach nichts, da er einfach vor sich hin plätschert.

Grandios abgeschlossen wird "End Of All Days" dann aber mit einer orchestralen Ballade namens "Fading Hours". In den ersten zwei Minuten wird Peavy nur von einem Piano und dezenten Orchesterklängen unterstützt und offenbart hier, dass er noch nicht auf dem Höhepunkt seiner stimmlichen Fähigkeiten angekommen war. Das sollte erst zwei Jahre später geschehen, als Rage das Orchester/Metal-Monster namens "XIII" veröffentlichten. Auf dieses gab "Fading Hours" aber schon einen guten Ausblick.

"End of all days" ist nicht die beste Platte der deutschen Metalinstitution, aber sie macht einfach Spaß. Der geradewegs drauflos gespielte Sound ist perfekt für eine Grillparty unter der derzeit herrschenden Sonne geeignet. Voraus gesetzt, die Gäste mögen guten Power Metal ohne "Eierkneifer"-Gesang, aber dafür mit ganz großer Ohrwurmgefahr. Die alten Rage kann man von ihrer Art her gut mit Brainstorm vergleichen, die sich ja auch vom US Power Metal beeinflusst zeigen und einen Hammer nach dem anderen raushauen.

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