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Rage: 21

Tradition bewahrend, frisch klingend und Spaß vermittelnd
Wertung: 9/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 58:00
Release: 24.02.2012
Label: Nuclear Blast

Sicherlich ist der Begriff „Szeneurgestein“ schon sehr ausgelutscht, aber auf wen bitteschön treffen diese Worte besser zu als auf die Herner Metaller Rage? Eben. 21 Alben in 28 Jahren sind kein Pappenstiel und natürlich gab es auch den einen oder anderen Durchhänger, doch wer immer wieder mit hochklassigen Riffattacken für erstklassigen Muskelkater im Nackenbereich sorgt, gehört zurecht zur Speerspitze des deutschen Geschmacks.

Natürlich kann man jetzt die ganze Litanei an „nicht innovativ genug“, „gehen auf Nummer sicher“ und „alles schon da gewesen“ aus dem Kreuz leiern, doch Rage machen genau das, wozu sie geboren sind: Tradition bewahren, frisch klingen und Spaß vermitteln. Die Truppe scheint seit dem Zugang von Drummer André im Jahre 2007 so was von gefestigt in die Zukunft zu blicken, dass man keine Chance hat, das Trio aus dem heimischen Plattenschrank zu verbannen. Zwar mag das Jetons-klimpernde Intro noch ein wenig auf den falschen Pfad geleiten, aber wann bitte hat eine Scheibe eine so stimmige und zugleich aussagekräftige Einleitung? Am Ende gewinnt nicht nur das Haus mit der 21, GewinnerInnen sind alle, die sich auch auf „21“ einlassen.

Schon der erste Durchlauf offenbart das neue und zugleich alte Rage-Gesicht: Jeglicher orchestraler Bombast ist komplett verschwunden, Rage setzen anno 2012 auf geballte Riffpower, pumpende Bassläufe und fette Drumeinlagen. Haben sie sich z.B. in der Vergangenheit mit „Gib dich nie auf“ auch gerne in die Nesseln gesetzt (das beste Beispiel dafür, wie sehr sie an der eigenen Linie und Idee festhalten und nicht wegen zahlreicher Kritiken umfallen), so packen sie hier mit „Eternally“ balladesken Stoff als Rausschmeißer drauf, der perfekt zündet, auf fette Gitarrenarbeit nicht verzichtet und durch Peavys Stimme mit ausreichend Emotionen verdichtet wird.

Ansonsten stehen eher die Uptempo-Nummern im Fokus – allein schon der Opener „Twenty One“ entwickelt sich zu einem prächtigen Headbanger mit ordentlich Doublebass-Wums, das anschließende „Forever Dead“ lebt genauso von der dynamischen Smolski-Gitarrenarbeit wie von Peavys typischen Vocals – kein großer Schnickschnack, keine Füllelemente, sondern eine pure Rifforgie mit einem griffigen Refrain – so geht klasse. Besonders aggressiv bölkt Peavy dann bei „Serial Killer“ ins Mikrofon – quasi Waltaris „Death Metal Symphony“ auf dem Rage-Rachefeldzug. „Feel My Pain“ dagegen kommt mit einer kleinen Accept'schen Farbmischung daher, „Psycho Terror“ groovt dermaßen fett aus den Boxen, dass man meinen könnte, Peavy und Co. stünden gleich hier im Wohnzimmer, „Destiny“ packt dagegen die Speed-Keule aus und bremst nur im groovenden Refrain wieder etwas aus und setzt mehr auf Mitsingkompabilität.

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusehen, dass Rage mit „21“ wieder einmal durch die Rückbesinnung auf pure Riffgewalt der große Wurf gelungen ist. Orchestraler Bombast – raus, alt und abgenutzt – über Bord geworfen; es ist einfach kaum zu glauben, dass hier eine Truppe aufspielt, die schon so lange Teil der Szene ist und es dennoch schafft, richtig frisch die Speakerkabel glühen zu lassen. Natürlich, ein wenig Routine wird ihnen dabei geholfen haben, doch mehr und mehr ist das Trio zu einer unsprengbaren Einheit zusammengewachsen, und mit „21“ können sich dann alle als SiegerInnen fühlen – das neue Album hat es einfach drauf, dass man nicht am Tisch sitzen bleibt, sondern gleich zur (Luft)-Gitarre sprintet und in Rockstarpose durch die heimischen vier Wände hechtet. Großes Kino aus Herne – ich habe fettich.

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