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Quiet Slang: We Were Babies & We Were Dirtbags

Nicht nur für Punkrocker
Wertung: 9/10
Genre: Acoustic Rock
Spielzeit: 13:30
Release: 20.10.2017
Label: Big Scary Monsters

Vor gut einem Jahr stürmte die neue Beach Slang-Scheibe „A Loud Bash Of Teenage Feelings” in die The-Pit’sche Redaktion, ins Herz der Schreiberin dieser Zeilen und unweigerlich auch auf Dauerrotation daheim und unterwegs – vor allem der Opener „Future Mixtape For The Art Kids“ konnte überzeugen und wird auch heute, mehr als ein Jahr später, nicht langweilig. Sänger James Alex hat sich scheinbar recht schnell mit dem Gedanken getragen, ein akustisches Baby zu gebären, denn gerade erst vor kurzem veröffentlichte Big Scary Monsters die unter dem Namen Quiet Slang eingespielte Acoustic-Scheiblette, die unter anderem den „Teenage Feelings“-Albumopener enthält und entsprechend mit Spannung erwartet wurde.

„We Were Babies & We Were Dirtbags“ mag nun erst mal gar nicht so romantisch klingen, die mit Streichern und Klavier versehene EP kitzelt aber doch ganz ordentlich und wie selbstverständlich an den Tränendrüsen. Zwei eigene und zwei Coversongs haben es auf die Mini-Scheibe geschafft, die auch via buntem Vinyl erscheint und somit sicherlich sowieso einen Leckerbissen für Fans darstellt – auch die, zugegebenermaßen kurze Tracklist kann sich sehen und hören lassen.

Erste Tränchen kullern dann schon beim auch hier als Opener fungierenden „Future Mixtape For The Art Kids“, das mit dicken Streichern daherkommt und James Alex‘ Stimme so wunderbar voranbringt. Als zweiter bandeigener Song hat es „Bad Art & Weirdo Ideas“ auf die Tracklist geschafft, der etwas flotter daherkommt, aber auch als akustische Version mit Violine und Klavier erstaunlich gut funktioniert. Beide Songs wirken, als wären sie geradezu für diese Art von Arrangement geschaffen worden, kein Mensch würde darauf kommen, dass es sich hierbei ursprünglich um astreine Punkrocker gehandelt hat.

Weit zurück in die Zeit gehen wir mit „Androgynous“, das eigentlich bereits 1984 von The Replacements veröffentlicht wurde, bei Quiet Slang aber einen Hauch mehr Drive bekommen hat, zumal James Alex‘ einfach ein technisch wesentlich besserer Sänger ist als Westerberg seinerzeit. Mit „Thirteen“ wird die Zeitreise noch ein bisschen mehr ausgedehnt – erstmals schon 1972 von der Band Big Star veröffentlicht, widmen sich Quiet Slang hier nicht unbedingt einem Punksong, verleihen dem Track aber natürlich auch durch die heutige bessere Technik wesentlich mehr Tiefe, gerade das Klavier bietet hier einen satten Sound, der durchweg überzeugt.

Insgesamt ist „We Were Babies & We Were Dirtbags“ trotz seines Titel wenig rebellisch ausgefallen; es sei denn man kann es schon als „rebellisch“ bezeichnen, wenn ein Punkrocker eine Acousticplatte veröffentlicht. Eine schöne EP liegt hier aber dennoch vor, die man sich auch als Nicht-Punkfan durchaus zu Gemüte führen kann, da James Alex unabhängig von seinem bevorzugten Genre einfach eine wunderbar warme Stimme hat – auch ohne „play it loud, play it fast“.

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