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Quiet Slang: Everything Matters But No One Is Listening

Eine beeindruckende Metamorphose
Wertung: 9,5/10
Genre: Acoustic Singer/Songwriter
Spielzeit: 32:11
Release: 18.05.2018
Label: Big Scary Monsters

Erst 2016 rutschte die Beach Slang-Scheibe „A Loud Bash Of Teenage Feelings“ auf Dauerrotation bei der Schreiberin dieser Zeilen (auch wenn man auf der Straße saublöd angeschaut wird, wenn man ein leuchtend gelbes Shirt mit der Aufschrift „Teenage Feelings“ trägt...), letztes Jahr betrat dann das akustische Pendant Quiet Slang das Parkett, wobei Sänger James Alex souverän wie eh und je seine punkig-rotzigen Stücke in mit Streichern und Klavier versehene Prachtexemplare verwandelte und dies gleich als EP mit dem klangvollen Titel „We Were Babies & We Were Dirtbags“ unter‘s Volk brachte. Dass man bei dem Aufkommen an Kreativität nicht lange auf ein Full-Length-Album zu warten brauchte, war eigentlich schon klar – mit „Everything Matters But No One Is Listening“ steht das wunderschön gesprenkelte Vinyl-Scheibchen bereits seit Mitte Mai zum Verkauf bereit.

Die beiden Übersongs „Future Mixtape For The Art Kids“ und „Bad Art & Weirdo Ideas“, die schon für die EP umarrangiert worden waren, haben auch hier ihre berechtigten Plätze auf der Tracklist eingenommen. Ein Fehlkauf war die EP aber dank zweier sehr schöner Coversongs trotzdem nicht. Bei der aktuellen Platte hat sich James Alex mit dem Quartett The Warhawks und einigen zusätzlichen Herren und Damen sogar so was wie einen Background-Chor geleistet – dafür, dass der Mann Musik eigentlich nur als „Trostpreis“ sieht, da es bei ihm nie zum Autoren gereicht hat, scheint der Gute dieses „Hobby“ mit fast fanatischer Begeisterung zu betreiben.

Auf dem Cover der neuen Scheibe gibt sich James Alex eher als Nerd auf dem Weg zum Abschlussball, musikalisch zeigt der Mann eine ungewohnt verletzliche Seite, die zwar auf EP-Länge schon angeschnitten wurde, aber erst auf dem Album richtig augenfällig wird. Obwohl: Auch hier befinden wir uns gerade mal bei einer knappen halben Stunde Spielzeit. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass die Tracks ursprünglich Punksongs waren – sie über Gebühr in die Länge zu ziehen, hätte die Songs sicherlich ihrer Attitüde beraubt.

Und so erfreuen wir uns an vom Chor unterstützten Streichern bei „Too Late To Die Young“, dem trotz Klavier rebellisch anmutenden „Spin The Dial“ und dem beinah greifbaren Spaß, den James Alex dabei hat, sich mal nicht wütend in einer Punkband austoben zu müssen, sondern seine Emotionen auf andere und sehr besondere Weise kanalisieren zu können.

Gerade durch die Kombination des Hintergrundchors mit James Alex‘ rauchiger Stimme bekommen Songs wie „Throwaways“ noch mal deutlich mehr Tiefe und verbreiten durchweg eine leichte Gänsehaut. Mit einem überaus eindringlich gestalteten „Warpaint“ und der Zeile „Tonight could be the roughest of your life/I know you’ll wake dying to survive/Don’t be afraid to want to be alive“ sowie einer massiven Portion Gänsehaut wird das Album dann standesgemäß abgeschlossen.

Nachdem die letzten Takte verklungen sind, sitzt man noch ein bisschen wie festgeklebt vor den Lautsprechern, unfähig sich zu rühren. Die Metamorphose von räudigen Punksongs zu wunderschön arrangierten Acoustic-Stücken ist nahezu perfekt gelungen – dazu noch die passende Optik mit dem etwas schrägen, aber irgendwie stimmigen Cover und der schön gesplatterten Vinylscheibe; mehr kann ein Sammler- und Musikerherz doch gar nicht wollen.

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