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Queen: Queen Forever

Lediglich drei (gute) neue Tracks, der Rest ist bekannt – somit nur etwas für Hardcore-Fans
keine Wertung
Genre: Classic Rock
Spielzeit: 135:32
Release: 07.11.2014
Label: Virgin EMI Records (Universal)

Nachdem Gitarrist Brian May (Gitarre) und Roger Taylor (Schlagzeug) mit jeder Menge überflüssiger Veröffentlichungen in der Post-Mercury-Zeit (besonders die Zusammenarbeit mit Paul Rodgers sahen viele Queen-Fans als Sakrileg und Leichenfledderei an, gipfelnd im freundlich ausgedrückt kontrovers aufgenommenen „The Cosmos Rocks“-Album) einiges an Kredit bei alteingesessenen Anhängern der Rock-Königinnen verspielten, konnten sie sich mit dem grandiosen „Live At The Rainbow ’74“, das im September dieses Jahres herauskam, einigermaßen rehabilitieren.

Nun folgt in Form des Doppeldeckers „Queen Forever“ ein neuerliches Release, auf dem sich teilweise wiederentdeckte, unveröffentlichte Songs, die Freddie Mercury seinerzeit noch einsang, befinden. Ende letzten Jahres hatte May bereits angekündigt, man habe im Bandarchiv zahlreiche verschollene Gesangsaufnahmen des legendären Frontmannes gefunden, darunter auch Kollaborationen mit berühmten Musikern wie Michael Jackson, Rod Stewart, David Bowie und Andy Gibb. Wer nun allerdings glaubt, hier läge eine Compilation vor, die randvoll mit unveröffentlichtem Material gefüllt ist, wird leider enttäuscht.

Tatsächlich handelt es sich lediglich bei den ersten drei Tracks auf der ersten CD um „neue“ Stücke. Der ganz gut rockende Opener „Let Me In Your Heart Again“ sowie die zunächst von Akustikgitarren geprägte, in der zweiten Hälfte pompöse, dennoch stets luftige Ballade „Love Kills“ und die Michael-Jackson-Zusammenarbeit „There Must Be More To Life Than This“ sind zwar drei durchaus brauchbare Stücke, die Freddie in Bestform präsentieren, jedoch kaum den Kauf einer Doppelscheibe rechtfertigen. Fairerweise sei hinzugefügt, dass das Teil auch Einzel-CD erwerbbar ist, auf der sich auch alle drei previously unreleased Tracks befinden, dennoch bleibt die Frage, warum der Rest komplett mit bekanntem Material aufgefüllt wurde, wo es doch angeblich zahlreiche verschollene Gesangsaufnahmen gibt. Nach irgendwelchen Nummern, die gemeinsam mit Rod Stewart, David Bowie und Andy Gibb eingespielt wurden, sucht man jedenfalls vergeblich.

Die Zusammenstellung an sich ist durchaus stimmig und vor allem von Lovesongs aus allen Phasen der Truppe geprägt (plus meinem persönlichen Favoriten „These Are The Days Of Our Lives“, ein wundervolles Stück voller Herzschmerz, Wehmut und Nostalgie), die einmal mehr eindrucksvoll die unglaubliche Bandbreite dieser Gruppe unterstreichen. Auch ist „Queen Forever“, das als Digipack daherkommt und in dessen Booklet sämtliche Songtexte aufgeführt sind, optisch sehr hübsch anzusehen. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack – so ein bisschen riecht es letztlich doch nach Geldmacherei. Im Promoschreiben ist zwar die Rede davon, dass es zum Teil neue Versionen bekannter Songs gäbe – meine Wenigkeit kann allerdings an keinem der bekannten Songs irgendetwas Neues entdecken.   

Der Die-Hard-Fan wird ohnehin zuschlagen, alle anderen müssen selbst wissen, ob ihnen drei neue Stücke wert sind, für ein ganzes (Doppel-)Album zu bezahlen. Für meine Begriffe muss man „Queen Forever“ jedenfalls nicht haben – lieber bei „Live At The Rainbow ’74“ zuschlagen! Letztlich ist dieses Produkt nichts weiter als das gefühlt tausendste Queen-Best-of, aufgemotzt durch drei neue Stücke. An dieser Stelle muss daher ein Dankeschön an Ex-Bassist John Deacon gehen, der sich schon vor vielen Jahren dazu entschlossen hat, bei diesem ganzen Reunions- und Compilations-Quatsch nicht mitzumachen und Freddie Mercury einfach mal in Frieden ruhen zu lassen.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann