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Q-Box: Audible Brain Surgery

Ein abwechslungsreiches Album, das zwischen allen Stühlen steht
Wertung: 7.5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 55:07
Release: 27.04.2009
Label: Anko Music

Die vier Bayern von Q-Box bringen mit „Audible Brain Surgery“ nun ihr neues Album auf den Markt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2001 haben sie in den letzten Jahren unter anderem auf Touren mit Disillusion, Equilibrium und Korpiklaani gespielt sowie eine Tour durch Kanada absolviert.

So unterschiedlich wie die Bands, mit denen Q-Box getourt sind, so abwechslungsreich ist auch ihr Musikstil. Zu einer Mischung aus Heavy Metal mit leichten Hard Rock und Death-Anleihen kommen abwechselnd entweder melodische Vocals oder Death Metal-Gesang.

„A.I.“ und „Possessed“ können dieses Potpourri am Besten verarbeiten. Der Opener „A.I.“ beginnt sehr harmlos mit einem ruhigen, klassisch angehauchten Klavier-Intro. Die Drums sind gut differenziert zu hören, während die Gitarren einerseits heftig riffen, gleichzeitig die Melodie nie aus den Augen, beziehungsweise Fingern verlieren. „Possessed“ beginnt rhythmischer, fast schon stakkato-artig mit einem Bass- und Drum-Intro. Erst im Laufe der Spielzeit kann sich die Melodie wieder weiter in den Vordergrund rücken. Gemein haben beide Songs den Gesang, den sich Christian Papelitzky und Matthias Kastl teilen. So wechseln sich auch in den Tracks klare gesungene Passagen mit geschrieenen und growlartigen Teilen ab.

Dieser Wechsel der Gesangsart ist in allen Stücken enthalten, jedoch hat eine der beiden meist stärker Schlagseite. „Slave To The Wheel“ tendiert dabei stärker in Richtung des moderneren Death Metals mit treibenden Drums, während „Hollow“ das Kontrastprogramm dazu liefert. Die eingängige Midtempo-Nummer ist stark an die Melodie gebunden, die Vocals sind durchgehend harmonisch, teilweise begleitet durch dezenten Hintergrundgesang.

Tempomäßig ist man durchgehend sehr flott unterwegs. Es gibt ein paar Songs im Midtempo-Bereich, wie zum Beispiel „Hollow“ oder das neunminütige „Wither“. Daneben existieren auch ein paar Uptempo-Rocker wie „Deathwoofer“ oder das etwas abgehackte „Blackened White Whale“.

Ein instrumentales Stück hat es zudem aufs Album geschafft: „Brathening“, bei dem man gern mal an alte Paukerfilme denken mag. Beginn und Ende des Tracks sind rockig gehalten, wobei Schlagzeug und Bass noch einen Tick mehr im Vordergrund stehen. Im mittleren Teil geht es sehr ruhig und melodisch zu mit heller, gezupfter Gitarre.

Der Sound des bayrischen Quartetts zeichnet sich vor allem durch recht viel Power und Abwechslung aus. Zwar verlieren Q-Box nie die Orientierung in ihrer Melange verschiedener Stile, da sie sich an einem roten Faden durch ihr Album hangeln, jedoch ist es manchmal für den Hörer nicht so einfach mitzukommen. Dieses Problem dürfte vor allem im letzten, etwas chaotischen Drittel von „Total Abuse“ oder beim leicht abgedrehten „Cast“ auftreten. Obwohl sie viele Anleihen des Death Metals einarbeiten, schaffen sie es, das Ganze trotz allem noch nach Heavy Metal klingen zu lassen und die Melodie nicht ins Abseits zu schieben, sondern sich sogar eher darauf zu konzentrieren.

Fazit: Q-Box bieten mit „Audible Brain Surgery“ ein interessantes, abwechslungsreiches Album. Sie setzten sich mit ihrem Sound zwischen alle nur erdenklichen Stühle, bleiben sich aber über die ganze Spielzeit hinweg treu. Sie haben ihren eigenen Stil gefunden und setzen diesen gekonnt um. Jedoch scheint es, als ob die Songs eher für Live-Auftritte geschaffen sind als für CD, manche hinken da qualitativ noch etwas hinterher. Da dürfte an manchen Stellen auf Konzerten wohl noch ein Tick mehr Spritzigkeit enthalten sein.

Das einzige Problem, was Q-Box haben könnten, wäre gleichzeitig auch das, was sie auszeichnet: Ihre Mischung verschiedenster Stile, für manche könnte dies vielleicht zu gewagt sein. Trotz allem: Jeder Heavy Metal-Fan sollte mal ein Ohr riskieren und der Band eine Chance geben. Sie machen ihre Sache gut, man muss nur aufgeschlossen an das Werk herangehen.

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