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Pyramidom: Trinity

Eher trashig als doomig und auch der Sound ist eher suboptimal
Wertung: 3/10
Genre: Doom Metal, Progressive Metal
Spielzeit: 40:25
Release: 09.12.2010
Label: Eigenproduktion

Über Pyramidom liegt ein mysteriöser Schatten, zumindest was die Fülle an Informationen angeht, die man so in den Tiefen des World Wide Web über die Band zusammenklauen kann. Außer, dass die Herren eine gänzlich eigene Version von Doom Metal mit progressiven Einflüssen pflegen, erfährt man nämlich so gut wie nichts über das Trio.

Macht auch nichts, so kann man sich wenigstens fernab von biografischem Geschwätz und Bandkarussell-Politik auf die Musik konzentrieren. Beziehungsweise man könnte es guten Gewissens, wenn das, was die Drei hier fabrizieren, auch nur annährend einem roten Faden folgen würde. Der scheint Lead-Sänger, Gitarrist und Keyboarder Artur, Sänger, Bassist und Keyboarder Mickey und Drummer, Keyboarder und Backing-Sänger Ozzy allerdings spätestens nach dem Einstieg mit dem äußerst konfusen „Amun Ra“, verloren gegangen zu sein. Überhaupt schleichen sich da mindestens zwei Fragen ins Gedächtnis: Wozu braucht man zwei Keyboards, wenn man nicht mal eines sinnvoll in seine Songs unterbringen kann? Und, was viel wichtiger ist: Bedarf es tatsächlich dreier Sänger, wenn man kaum einen stimmlichen Unterschied zwischen selbigen feststellen kann?

Das mag als Einleitung erst einmal böse klingen, aber schauen – oder besser: hören – wir uns doch einmal an, was die drei Herren so zu bieten haben: Besagter Opener, „Amun Ra“ nämlich, weist schon auf zwei Schönheitsfehler hin – was als erstes auffällt, ist der recht dünne Sound, über den auch ein relativ dominanter Bass nicht hinweg täuschen kann, und das schmerzliche Fehlen einer zweiten Gitarre. Ganz ehrlich, wäre hier ein zweiter Gitarrist an Bord (möglichst natürlich einer, der sein Instrument beherrscht), sähe die Sache schon ganz anders aus. So schleppt sich das fast vierminütige Beinah-Instrumental (wenn wir mal von den gruseligen Growls zwischendurch absehen, die klingen, als würde ein Mönch gerade zum Werwolf mutieren) eher unmotiviert dahin und ebnet den Weg frei für das erste Gesangsstück „Blood In The Rain“. Dass es ihm „pain“ zufügt, merkt man Artur einigermaßen an, aber bis auf die zu laut abgemischte Gitarre und das im Gegensatz dazu etwas schweigsame Schlagzeug sticht aus dem Song eigentlich nichts so richtig hervor.

„Staying Strong“ lässt irgendwie die vage Vermutung aufkommen, dass man zumindest den Gitarren- beziehungsweise Basspart schon mal auf der Platte gehört hat, aber man traut sich nicht so recht, zurückzuskippen und betreffende Stelle zu suchen. „Playing Your Roles“ lässt dann ein bisschen aufhorchen: Artur klingt kurzfristig wie eine ziemlich genervte Mischung aus KoRn-Fronter Jonathan Davis und Serj Tankian, während die Gitarren im Hintergrund Black Sabbath-mäßig in die Knie gehen. Klar ist der Sound immer noch ziemlich dumpf und unschön, aber zumindest kann man hier endlich von einer Songstruktur sprechend. Vielleicht ist der Knoten ja nun endlich geplatzt?

So richtig behaupten kann man das vom Rest der Platte leider nicht. Das „Black Butterfly“-Intro mutet so ein bisschen wie von einer Low Budget-Symphonic-Metal-Kapelle an und die halb gesprochenen, halb guttural-heiser vorgetragenen Vocals tragen höchstens zur Irritation und weniger zum Hörvergnügen bei. Richtig spaßig wird es dann, als das Schlagzeug beginnt, unrhythmisch neben der Gitarrenspur herzugaloppieren – schnell weiterskippen, ein Song liegt immerhin noch vor uns. Mit gerade mal zweieinhalb Minuten kommt „The Captured Angels“ erbarmungswürdig kurz daher und startet auch nicht übel mit recht doomig gehaltenen Gitarren und zweistimmigem Gesang, wobei eine der beiden Stimmen eigentlich nur als hintergründiges Brummen wahrzunehmen ist (hier bietet sich übrigens eine Kopfhörersession an). Eigentlich müsste der Song glatt als Anspieltipp durchgehen, wenn er nicht wie ein Outro anmuten würde.

„Trinity“ ist eine Scheibe, die man sich nicht unbedingt ein zweites Mal anhören muss. Ich sage das aus gutem Grund und schmerzlicher Erfahrung, lief die Scheibe doch nun beinah zwei Tage auf Dauerrotation, bevor ich mich aufraffen konnte, auch nur eine Zeile dazu zu schreiben. Wie verspricht der beiliegende Waschzettel doch so schön: „Die Welt geht unter und wir liefern den Soundtrack“. Wer also mit einem Gähnen auf den Lippen, eingeschlafenen Füßen und einem dumpf-matschigen Sound im Ohr dahinscheiden will, sollte sich die Platte nochmal zu Gemüte führen. Sammler von trashig-skurrilen Scheiben könnten hier allerdings auch ihre Freude haben.

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