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Pure Inc.: IV

Ein Album für die Endlosschleife
Wertung: 8.5/10
Genre: Post-Grunge, Alternative Rock
Spielzeit: 47:43
Release: 19.11.2010
Label: Headstrong Records

Pure Inc. dürfte in Deutschland noch kaum jemand kennen, dabei bringen die Schweizer mit „IV“ jetzt bereits ihr viertes Full Length-Album heraus. Das ist ein Unding, zumal die Combo alles mitbringt, was nötig ist, um das Rockerherz im Sturm zu erobern: Große Melodien, geniale Soli, tightes Drumming und mit Gianni Pontillo einen Sänger, der den Spagat zwischen den Größen der modernen und auch älteren Rockmusik ohne Probleme schafft. Den Namen sollte man sich definitiv merken – auf „IV“ kredenzt der Sänger nämlich stimmliche Ergüsse zwischen hohen Screams à la Robert Plant (Led Zeppelin) und Grunge-geschwängerter Reibeisenstimme im Stile von Audioslaves Chris Cornell.

Bereits die beiden ersten Outputs der Band, das selbstbetitelte Debüt und der ebenfalls 2004 erschienene Nachfolger „A New Day’s Dawn“ brachten dem Quartett Lorbeeren ohne Ende ein, aber wenn eine Band so gehypt wird, bleibt man als Musikredakteur immer ein wenig skeptisch. Hier wird alle Skepsis allerdings schon in den ersten Takten weggewischt: „Once Upon A Time“ startet ziemlich knackig mit recht typischer Modern-Rock-Instrumentierung, dann setzt Giannis Alternative-Rock-belastetes Organ ein – auch wenn hier die Stimme noch ein wenig angestrengt wirkt, wird man gleich an eine Mischung aus Audioslave und Monster Magnet erinnert und die Füße malträtieren den Fußboden automatisch im Rhythmus.

Den ersten Überhit bietet das knapp fünfminütige „Fading To Gray“ mit seinem schleppenden Gitarren-Intro. Hier wird deutlich, dass die Stärken der Band sogar eher in den ruhigeren Parts liegen: Die Strophen verbreiten ein leicht verzweifelt anmutendes Feeling, das auch Alice In Chains zu „Down In A Hole“-Zeiten in fast jedes Stück einfließen ließen, bevor der Refrain hymnenhaft gesteigert wird.

Ab hier wird es fast lächerlich großartig: Da jagt ein brillianter Track den nächsten, angefangen beim zerbrechlich wirkenden, mit dominanter Bassline versehenen und leicht bluesig angehauchten „My Riverbed“, über das ein wenig an Bruce Springsteen erinnernde „Diary Of A Suicidal Man (Open Road)“, das einem durchgängig die Gänsehaut die Arme hoch und runter treibt, bis hin zum etwas entrückt startenden Vier-Minüter „Number 7“, das nicht nur aufgrund seiner mystischen Trommeln, sondern auch wegen Giannis wunderbarer Stimme stark an Led Zeppelin erinnert.

„To The Rhythm“ fällt zwar mit seinem fast fröhlichen Refrain ein wenig aus dem auditiven Rahmen der Scheibe, bietet aber einen echten Ohrwurm und ist natürlich technisch einwandfrei. Zum guten Schluss hauen Pure Inc. mit „Beyond The Universe“ einen neuneinhalbminütigen Track raus, der eigentlich aus zwei Songs besteht – dazu aber gleich mehr. Eingeleitet wird das Ganze mit druckvollen Gitarren – überhaupt: Der Sound ist fast so genial wie die Songs selbst! – bevor sich ein wie nicht anders zu erwarten sehr guter, aber nicht herausragender Rocksong entwickelt. Nach etwas über fünf Minuten wird mit dezenten Snares ein Fade-Out eingeleitet und erst kurz nach Minute sieben geht die wilde Fahrt weiter: Mit dem härtesten Track der Scheibe! Ein bisschen erinnert Gianni jetzt an Mudvayne-Sänger Chad Gray, was nur einmal mehr beweist, wie wandelbar der Schweizer ist. Zu dem unbetitelten Track, bei dem vor allem die Lead-Gitarre großartige Arbeit leistet, kann man nicht nur prima die Matte schütteln, es dürfte sich, wenn der Song live präsentiert wird, auch ein ordentlicher Mosh bilden.

Fazit: Obwohl die Verfasserin dieser Zeilen mitnichten ein Fan des „klassischen“, teils hohen Gesangsstils ist, wie ihn Pure Inc.-Sänger Gianni einzusetzen pflegt, weiß die Platte doch von vorne bis hinten zu überzeugen. Einige wenige Stücke können das Niveau von solchen Granaten wie „My Riverbed“ nicht hundertprozentig halten, aber im Ganzen gesehen ist der Band mit „IV“ ein großartiges Post-Grunge-/Rock-Album gelungen, das jeder, der mit Bands wie Audioslave oder Soundgarden auch nur das Geringste anfangen kann, sich zu Gemüte führen sollte – am besten in Endlosschleife!

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