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Punchers Plant: How To Escape

Ein Album mit Atmosphäre
Wertung: 7,5/10
Genre: New School Punkrock, Melodic Hardcore
Spielzeit: 46:29
Release: 24.03.2013
Label: Eigenproduktion

Punchers Plant sind bisher noch nicht unbedingt als eine Band zu bezeichnen, die man deutschlandweit kennt, dennoch hat sich der Bandname nach dem Release der 2010er EP “Homesick” so tief im Hirn verankert, dass dort beim Lesen der neuen Promoliste ein Lichtchen aufleuchtete. Schlecht waren die Jungs nicht, ein bisschen poppig, aber mit einer guten Spur Hardcore Punk versehen – und dieses Mal gibt es mit „How To Escape“ sogar mal wieder eine Langrille auf die Ohren. Also: Hurtig die CD unter den Nagel reißen, und mal sehen, was die Jungs in den letzten drei Jahren so fabriziert haben.

Erstmal ist es schön zu sehen, dass sich kein einziger EP-Track als Wiederverwertung auf dem Album befindet – ein Trick zum Lückenfüllen, den nur allzu viele Bands nutzen. „How To Escape“ wartet stattdessen mit 13 neuen Tracks auf, die es insgesamt immerhin auf eine Spielzeit von mehr als einer Dreiviertelstunde schaffen; da sollte ja was für jeden dabei sein.

Der leicht näselnde Gesang, der schon auf der EP ein bisschen gewöhnungsbedürftig war, hat sich mittlerweile einen größeren Spielraum erkämpft, nicht immer zum Positiven. Aber starten wir chronologisch: Das knapp über eine Minute dauernde Intro „Escape“ zeigt recht deutliche Punkanleihen und das schon bekannte Händchen der Planter für melodiöse, eingängige Gitarren. Apropos Händchen:  Auch bei ihrem Booklet haben die Münchner alles richtig gemacht – in klassischem Schwarz-Weiß gehalten, gibt es hier nicht nur Fotos und Lyrics zu sehen, sondern auch kleine Erklärungen zur Entstehung der einzelnen Songs. Wirklich sehr hübsch gemacht.

„Patience“ schlägt dann einen anderen Tonfall an als der überschwängliche Beginn der Scheibe. Hier gibt es Gänsehaut pur, was sicherlich nicht nur an den Chorus-Gitarren, sondern auch an Philips Gesang liegt. Man kann die Tonlage mögen oder auch nicht, aber Gefühle kann der Mann in jedem Fall gut rüberbringen – und ein bisschen Geschrei gibt’s dankenswerterweise sogar noch obendrauf, wobei ziemlich sicher die beiden Gitarreros Philip Nummer zwei und Andreas aushelfen.

„Liquid Sunshine“ beherbergt dann die bei der EP scharenweise vertretenen und hier irgendwie ein bisschen vermissten Gangshouts, eingeleitet von ziemlich coolen Gitarren, die direkt die Überleitung von Ohr zur Tanzmuskulatur schaffen. Die Strophen kommen ein bisschen dünn daher, aber der treibende Beat entschädigt dann doch dafür. Ähnlich geht es bei „Ignorance Is Bliss“ zu, zu dem man sicherlich ordentlich tanzen, das aber gesanglich nicht so recht überzeugen kann.

In „Forget About The Past“ lassen die Jungs dann wieder ihren Punkwurzeln den Vortritt; galoppierende Drums paaren sich mit klarem Gesang im Refrain – generell einer der schnelleren Songs der Scheibe, wenn auch nicht ganz so überragend wie „Escape“. Gegen Ende hauen Punchers Plant dann mit „Intentions“ einen der stärksten Songs und mit „The Tourlife Anthem“ den ruhigsten und traurigsten der Platte heraus – ein gutes Beispiel dafür, wie die Band in relativ kurzer Spielzeit verschiedene Emotionen verarbeitet.

Fazit: „How To Escape“ ist eine schöne Platte geworden, die bei mir persönlich sicher nicht monatelang laufen, die aber auch nicht im hintersten Eck verstauben wird. Zu bestimmten emotionalen Anlässen wird das gute Stück aber sicherlich herausgeholt – Atmosphäre hat „How To Escape“ nämlich jede Menge.

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