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Punchers Plant: Homesick EP

Melodic Hardcore aus deutschen Landen
Wertung: 7.5/10
Genre: New School Punkrock, Melodic Hardcore
Spielzeit: 21:57
Release: 01.05.2010
Label: Eigenproduktion

Punchers Plant aus München sind bisher irgendwie an mir vorbeigegangen. Merkwürdig, setzen sich die Melodien des Punkrock-Quintetts doch bereits beim zweiten oder dritten Durchlauf der neuen EP „Homesick“ im Gehörgang fest – eine Scheibe übrigens, die die Jungs auf einer eigens eingerichteten Website (www.homesickep.com) zum kostenlosen Download bereitsgestellt haben. Schön blöd, möchte man ausrufen, doch dahinter steckt natürlich Taktik: Da die Band auf ihre Fans und die Einnahmen aus den Liveshows angewiesen ist, ist eine Gratis-CD genau der richtige Weg, um in kurzer Zeit viele Leute zu erreichen, die dann – hoffentlich – auch zu den Konzerten erscheinen und den Jungs tat- und zahlungskräftig unter die Arme greifen. Ökonomisch also eine kluge Entscheidung, das Ganze.

„Homesick“ ist keineswegs der erste Output der Band. 2005 gegründet, wurde bereits 2008 das Debütalbum „State Of Fear“ rausgehauen, es folgten Touren, Touren und noch mehr Touren, um sich eine möglichst große Fanbase zu erspielen. Zurzeit weilt der Fünfer zwar im verspäteten Winterschlaf, doch Anfang nächsten Jahres sollen schon die nächsten Lebenszeichen aufflackern. Erstmal beschäftigen wir uns aber mit der „Homesick“-EP, die die Wartezeit um einiges verkürzt und für allerlei Kurzweil sorgt.

Hier wird wenig geshoutet, abgesehen von einigen Gang Shouts, der Fokus liegt mehr auf den Melodien und einer Grundstimmung, die irgendwie zwischen Resignation und Wut schwankt. Hier geht es nicht nur darum, gute Musik zu machen – was die Jungs definitiv getan haben – sondern auch um eine Message, die sie ihren Hörern vermitteln wollen. In diesem Fall: Ihr seid nicht allein mit euren Zukunftsängsten! Eine beruhigende Aussage, die sich irgendwie in der Musik der Bayern wiederfindet. Schon der titelgebende Song versprüht ein gewisses Flair, das uns noch öfter auf dieser Platte begegnen wird – die Band startet mit Gang Shouts, das Schlagzeug wirkt zu Beginn ein kleines bisschen rumpelig, daran gewöhnt man sich aber glücklicherweise recht schnell, sodass es den Hörgenuss nicht mehr trüben kann. Sänger Ryder hat eine etwas ungewöhnliche Stimmfarbe, die vor allem im klaren Gesang voll zur Geltung kommt und sehr gut zu der etwas melodiöseren Ausrichtung der Band passt. Denn auch wenn sie sich in erster Linie dem „New School Punkrock“ und erst an zweiter Stelle dem Melodic Hardcore verschrieben haben, ein wenig Rise Against oder Pennywise kann man vor allem beim Schlagzeug, spätestens aber in den längeren Gitarrenpassagen heraushören.

Rasanter geht da schon „Zombie Youth“ zu Werke – schnelles Riffing und ein hörbar aggressiverer Sänger ziehen das Stück eher in Richtung Punkrock, schon im Refrain blitzen jedoch wieder die Anleihen von den amerikanischen Melodic Hardcore-Combos durch, was erstaunlicherweise ganz gut zusammenpasst; sogar ein kleines bisschen Gänsehaut kann der resigniert wirkende klare Gesang bei mir auslösen. Überhaupt hat das Quintett ein Händchen für ohrwurmige Refrains, die ein kleines bisschen gänsehäutig daherkommen: „Words Unspoken“ ist auch so ein Knaller, der Gesang wirkt ein wenig nasal, das trübt die Stimmung aber kein bisschen, im Gegenteil, alles passt zusammen und ist wunderbar aufeinander abgestimmt. Dabei fällt auf, dass vor allem der Refrain bei beinahe jedem Song darauf ausgelegt zu sein scheint, als Fan möglichst gut mitsingen zu können – und es funktioniert, ich ertappe mich nämlich spätestens beim fünften Durchlauf dabei, wie ich leise mitsumme. Geschickt gemacht, meine Lieben.

Punchers Plant haben mit ihrer „Homesick“-EP nicht nur ein gutes Werk für alle getan, die ständig knapp bei Kasse sind, sondern auch ein gutes Stück Melodic Hardcore fabriziert, das sich so schnell nicht mehr aus dem Gedächtnis entfernen lässt. Ein Ohrwurm reiht sich an den nächsten, langweilig wird die Platte so schnell trotzdem nicht. Da darf man gespannt sein, wie die nächste Full Length ausfallen wird.

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